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Mauern überwinden, im Kreuz zusammenfinden: Ökumenische Passionsandacht in der Düsseldorfer Johanneskirche. Mauern überwinden, im Kreuz zusammenfinden: Ökumenische Passionsandacht in der Düsseldorfer Johanneskirche.

Ökumenische Passionsandacht

Mauern überwinden, die Menschen im Glauben einen

Mauern überwinden und Schuld vergeben – das war die zentrale Botschaft der traditionellen Ökumenischen Passionsandacht mit rund 250 Besucherinnen und Besuchern in der Düsseldorfer Johanneskirche mit dem Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski.

500 Jahre nach der Reformation durch Martin Luther möchte die Kirche das Jubiläum bewusst als Christusfest feiern.

„Falsch liegen wir immer da, wo wir glauben, nur die Anderen müssten umkehren und sich ändern“, sagte Kardinal Woelki in seiner Predigt. „Wir müssen auch den Reichtum der anderen Konfessionen erkennen, in ihrer Art zu leben und zu glauben.“ Als biblisches Beispiel diente in Woelkis Predigt der Zöllner Levi als Ausgangspunkt, ein Ausgegrenzter, der als Sünder zu Jesus gefunden hat und ihm nachfolgte.

Ausgrenzung, Gewalt, Selbstgenügsamkeit, Gedankenlosigkeit und Vorurteile – das waren nur einige der Schlagwörter, die in schwarzen Buchstaben auf den weißen Mauersteinen zu lesen waren, die inmitten der Johanneskirche aus Kartons aufgebaut waren. Vor der Predigt verwandelte sich die Mauer in ein Kreuz – als Zeichen dafür, was Glaube und Gemeinschaft bewirken können.

In einer Zeit von Glaubenskriegen und politischen Krisen wirkte die Botschaft dieser Ökumenischen Passionsandacht ebenso klar und eindeutig wie schwierig, wenn es um eine erfolgreiche Umsetzung geht. „Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe für alle Christen“, sagte Superintendentin Henrike Tetz beim anschließenden Empfang. „Die Gesellschaften driften auseinander, deshalb ist es eine ganz wichtige Aufgabe, sich als Gemeinschaft für den Zusammenhalt einzusetzen. In der weltweiten Ökumene schlummert viel Kraft.“

Das hatte auch Kardinal Woelki betont: „Unser Weltauftrag besteht aus der Bezeugung von Gottes Gegenwart.“ Nicht nur Luther sei vor 500 Jahren auf eine Kirche getroffen, die reform- und erlösungsbedürftig war. „Reformbedürftig ist die Kirche immer“, erklärte Woelki. Diese neue Ausrichtung soll Menschen aller Konfessionen im Glauben an Gott einen. Und im Miteinander könnten Mauern sowie all ihre negativen Begleiterscheinungen niedergerissen werden.

„Mir hat der Inhalt gut gefallen“, sagte Präses Manfred Rekowski. „Es war ein schöner Akzent. Wir sind bedürftig aber zugleich fähig zu einer Reform. Deshalb feiern wir das Reformationsjubiläum mit Christus-Bezug. Es geht um eine Ökumene der Bereicherung. Damit ist natürlich nicht das Materielle, sondern der Reichtum gemeint, den andere Konfessionen mitbringen.“

Mauern überwinden und vergeben zu können. 500 Jahre nach der Reformation durch Martin Luther scheint dieses Symbol wieder an Bedeutung zu gewinnen. Was das Überwinden von Grenzen bewirken kann, machte die Verwandlung der Mauer in ein Kreuz visuell noch einmal besonders deutlich.

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ekir.de / Tobias Kemberg / 05.03.2017



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