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Im Gespräch mit Präses Manfred Rekowski: rheinische Theologiestudierende bei ihrer Tagung im Landeskirchenamt. Im Gespräch mit Vizepräses Christoph Pistorius und Präses Manfred Rekowski (v.l.): rheinische Theologiestudierende bei ihrer Tagung im Landeskirchenamt.

Pfarrdienst

Mit Theologiestudierenden Kirche neu denken

Was sie in ihrem Pfarrdienst erwartet, wollten die Theologiestudierenden in der rheinischen Kirche von der Kirchenleitung wissen und luden Präses Manfred Rekowski und Vizepräses Christoph Pistorius in ihre jüngste Vollversammlung ein.

Tagung der rheinischen Theologiestudierenden. Tagung der rheinischen Theologiestudierenden.

„Freie Pfarrstellen mit Auswahlmöglichkeiten“ stellte Pistorius ihnen dabei in Aussicht. „Sie können sich anschauen, ob Sie in die Gemeinde passen“, sagte der Vizepräses, der auch die Abteilung für Personal im Landeskirchenamt leitet. Weil nicht mehr alle frei werdenden Pfarrstellen auch besetzt werden könnten, müsse für das Theologiestudium wieder verstärkt geworben werden, sagte Pistorius. Die rheinische Kirche übe sich derzeit allerdings noch in Zurückhaltung, um Versprechungen gegenüber den Studierenden auch einhalten zu können.

Bei der Werbung setzt Pistorius vor allem auf die Attraktivität des Pfarrberufs selbst. „Der Pfarrdienst muss so gestaltet werden, dass Pfarrerinnen und Pfarrer mit Freude dafür werben“, sagte der Vizepräses und schlug damit eine Brücke zur aktuellen Pfarrbilddiskussion, die die Landessynode unter dem Motto „Zeit fürs Wesentliche“ angestoßen hat. Für die Zukunft wünscht sich der Vizepräses beispielsweise eine Vereinbarungskultur, in der Pfarrerinnen und Pfarrer mit den Presbyterien verabreden, was sie tun und was sie lassen können. 

Am Nachmittag stellten sich die Kirchenleitungsmitglieder Marion Unger (v.l.), Superintendent Eckart Wüster, Präses Manfred Rekowski und Oberkirchenrat Bernd Baucks den Fragen der Theologiestudierenden. Am Nachmittag stellten sich die Kirchenleitungsmitglieder Marion Unger (v.l.), Superintendent Eckart Wüster, Präses Manfred Rekowski und Oberkirchenrat Bernd Baucks den Fragen der Theologiestudierenden.

„Kirche wird künftig anders Kirche sein“, sagte Präses Manfred Rekowski. „Wir müssen grundlegend über die Gestalt von Kirche neu nachdenken, so der Präses weiter. „Dass Sie daran teilnehmen, freut mich sehr“, sagte er den Theologiestudierenden.

Die Aufgabe der Kirchenleitung sieht Rekowski darin, die Diskussion zu eröffnen. Nicht in Frage stehe dabei allerdings, was Kirche sein soll. „Das ist geklärt“, sagte der Präses und verwies unter anderem auf die sechste These der Barmer Theologischen Erklärung: durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk. Damit sei Verkündigung und Seelsorge ebenso gemeint wie die gesellschaftliche Relevanz der biblischen Botschaft.

Wenn die rheinische Kirche derzeit aus finanziellen Gründen an einem Umbau arbeite, gehöre das zu ihren Hausaufgaben. Sie stecke jedoch zugleich in einer Relevanzkrise, die einen heilsamen Klärungsprozess anstoße. „Wir müssen unsere Konzepte überdenken“, sagte der Präses.

Begegnung ist wichtig

Die rheinische Kirche habe sehr lange auf institutionalisierte Präsenz gesetzt, etwa durch eine Vielzahl von Gemeindezentren, das habe sich aber als Sackgasse erwiesen. Was Kirche bedeutet, für welche Inhalte sie steht, sei nicht einmal mehr vielen Kirchenmitgliedern bekannt. Deshalb liege die Zukunft in der konkreten Begegnung und weniger in Gebäuden: „Kirche hat ein Gesicht“, sagte der Präses den künftigen Pfarrerinnen und Pfarrern.

Wie zu Zeiten der Reformation gelte es dabei, die Fundamente des Glaubens neu zu entdecken. Indem Gemeindemitglieder etwa sprachfähiger werden in ihrem Glauben oder Auskunft geben können, was es heißt, als Christ im Alltag zu leben.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 10. April 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 10. April 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / wb, Fotos Michel Schier (2), neu / 10.04.2014



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