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Schöpfen gemeinsam aus den Quellen des Glaubens: Pfarrerinnen und Pfarrer trafen sich in Bonn. Schöpfen gemeinsam aus den Quellen des Glaubens: Pfarrerinnen und Pfarrer trafen sich in Bonn.

5. Tag rheinischer Pfarrerinnen und Pfarrer

Ermutigung und Austausch, Dank und Theologie

„Im Reformationsjahr 2017 erinnern wir uns gemeinsam an die Quellen, aus denen wir schöpfen. Und wir schöpfen gemeinsam aus den Quellen des Glaubens. Das Reformationsjahr dient so der Glaubensvergewisserung”, so Präses Manfred Rekowski auf dem 5. Tag rheinischer Pfarrerinnen und Pfarrer.

Ermutigung, Austausch, Dank für die geleistete Arbeit im Pfarramt und eben auch Theologie steht im Mittelpunkt dieses Tages, zu dem die Landeskirche ihre Theologinnen und Theologen nach Bonn eingeladen hatte. Dies greift bereits die gemeinsame Andacht auf, die Vorträgen und Workshops vorangeht. In der biblischen Besinnung zum Psalmwort „Dennoch bleibe ich stets an dir” (Psalm 73) ermutigt Vizepräses Christoph Pistorius, Personalverantwortlicher der Evangelischen  Kirche im Rheinland, die anwesenden 150 Pfarrerinnen und Pfarrer. Es gelte, die Not und das Leiden auf dieser Erde, das Sterben im Mittelmeer und in den Hunger- und Dürreregionen nicht zu ignorieren, sondern auf „Gottes ‚Dennoch’ als Haltung zu uns Menschen und dieser Welt hinzuweisen.

„In unserem Glauben erfahren wir: Gottesbeziehung bewahrt nicht vor Grenzerfahrung, Gottesbeziehung bewahrt in Grenzerfahrungen.” Statt nur gesellschaftliche Prozesse zu paraphrasieren, gelte es, trotz Leid und Not, wieder zu Sprache zu bringen, dass Kirche von Ostern her komme.

  

  

5. Rheinischer Pfarrerinnen- und Pfarrertag 5. Rheinischer Pfarrerinnen- und Pfarrertag

Theologie dann beim Kirchengeschichtler Prof. Klaus Fitschen aus Leipzig. Er beginnt seinen Vortrag über Luthers Freiheitsbegriff mit der Bemerkung, da Strukturreformen und Positionspapieren oft einen zu großen Raum einnähmen, komme nun eine theologische Betrachtung. Der Rückblick auf das Reformationsgeschehen vor 500 Jahren führt dabei auch zu Fragen für die kirchliche Gegenwart.

„Im Ergebnis war Luthers Freiheitsverständnis also theologisch definiert, was gerade nicht heißt, dass es weltfremd war: Der innerlich befreite und gerechtfertigte Mensch sollte ja frei sein für seinen Dienst an der Welt und am Nächsten.” Diese 500 Jahre alte reformatorische Erkenntnis muss aber theologisch in die Gegenwart übertragen werden.

Exklusivität verloren

„Was das unter den Bedingungen von modernen Gesellschaften bedeutet, in denen Christen sich als zivilgesellschaftliche Akteure verstehen können, ist eine interessante Frage. Zum Engagement für den Nächsten bestehen heutzutage ja noch einmal ganz andere Möglichkeiten als zu Luthers Zeiten.” Also: Übersetzungsarbeit für die Theologinnen und Theologen.

Lothar Schröder, Kulturchef der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf, wirft im zweiten Vortrag aus journalistischer Perspektive einen Blick auf die Gegenwart, sein Thema: „Die Freiheit der Fakten - oder: die Frohe Botschaft im postfaktischen Zeitalter”. Vor der digitalen Revolution hätten Kirchen und Zeitungen einen Exklusivitätsanspruch auf Wahrheit gehabt, heute könne jeder, der will, seine Wahrheit vor einem Weltpublikum verbreiten.

Sprache der Menschen sprechen

Menschen, die sich abgehängt fühlten, seien daher besonders anfällig für so genannte Fake News. Als Vorgehensweise empfiehlt Schröder, nicht primär auf eine Widerlegung der Fake News durch komplexe Faktencheks zu setzen, denn durch rationale Argumente erreiche man die Abgehängten nicht. Vielmehr gelte es, immer wieder gute Nachrichten zu erzählen. „Good News is good news”, das gelte für Kirche und Zeitungen.

Die Anregungen aus dem Vortrag übertragen die Pfarrerinnen und Pfarrer in der Aussprache auf ihre Arbeit in Gemeinde, Schule und anderen Arbeitsbereichen. Nicht einfach, sondern noch einfacher beschreiben, was Gaubensinhalte sind, sei die Aufgabe, man könne nicht niedrig genug ansetzen, um Ostern, Pfingsten und Weihnachten zu erklären. Eine Vikarin hält für sich fest: „Wir haben im Studium Latein, Griechisch, Hebräisch gelernt, aber wir müssen in der Gemeindearbeit die Sprache der Menschen sprechen.”

"Gemeinsam unterwegs"

Was hat der Tag den Teilnehmenden gebracht? Pfarrer Markus Aust aus Gummersbach fasst für sich zusammen: „Pfarrertag heißt, Forum der Begegnug mit Kolleginnen und Kollegen, die man lange nicht gesehen hat, und die Möglichkeit des Gesprächs mit kirchenleitenden Personen."

Pfarrerin Elke Langer aus Lobberich ergänzt: „Der Pfarrrertag bietet die Chance, zu überlegen, in welche Richtung wir als Kirche gehen, und gemeinsam mit der Kirchenleitung diesen Weg zu suchen. Es tut gut, sich Ermutigung zu holen, man erlebt, man ist gemeinsam unterwegs. Der direkte Kontakt zur Kirchenleitung und zum Landeskirchenamt ist wichtig. Diese Menschen ‚face to face’ zu sehen, hat schon etwas.”

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ekir.de / rpr, Fotos: Martin Magunia / 13.05.2017



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