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Freuen sich schon auf das Pfingstfest in Mülheim an der Ruhr: (von links) Helmut Hitzbleck, Annika Lante, Manfred Rekowski, Claudio Gnypek und Barbara Rudolph. Freuen sich schon auf das Pfingstfest in Mülheim an der Ruhr: (von links) Helmut Hitzbleck, Annika Lante, Manfred Rekowski, Claudio Gnypek und Barbara Rudolph.

Weite wirkt

"beGeistert" Pfingsten feiern

Christinnen und Christen aus Mülheim, den Gemeinden und Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der weltweiten Ökumene kommen am Pfingstsonntag in der Stadt an der Ruhr zu einem frohen Fest zusammen. Es ist der rheinische Höhepunkt der Kampagne „Weite wirkt“. 

Suaheli, englisch, indonesisch, französisch und selbstverständlich auch deutsch – beim Pfingstfest der rheinischen Kirche am Sonntag, 15. Mai 2016, wird in vielen Sprachen gemurmelt und gesungen. Gemeinden und Kirchenkreise aus der ganzen rheinischen Kirche werden mit Gästen aus ihren Partnerkirchenkreisen unter dem Motto „beGeistert 2016 – Weite wirkt“  nach Mülheim kommen, um im Themenjahr „Reformation und die Eine Welt“ in der Reformationsdekade über ihr Christsein zu sprechen, voneinander zu lernen und zu feiern.

Auch der Internationale Kirchenkonvent, in dem sich mehr als 140 Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft in Nordrhein-Westfalen zu einem Netzwerk verbunden haben, wirkt beim Pfingstfest mit. Viele Gruppen beteiligen sich auf dem Festgelände an der Ruhr am Programm mit Liedern und Trommeleinlagen, Tanz und Gesang.

Pfingsten ist ein wahrhaft ökumenische, weltumspannendes Fest

Diese Vielfalt ist für Oberkirchenrätin Barbara Rudolph ein sinnhaftes Zeichen für Pfingsten. „Christinnen und Christen bilden seit den Anfängen einen vielstimmigen und bunten Chor“, sagte sie bei der Vorstellung des Programms. Das gelte auch für die Kirchen der Reformation. Pfingsten sei ein wahrhaft ökumenisches, weltumspannendes Fest und ein Beleg dafür, dass Weite wirkt, wenn Menschen begeistert sind, sagte sie in Anspielung auf den Titel der Kampagne „Weite wirkt“.

Um ökumenische Weite und Vielfalt zu erleben, müsse allerdings niemand eine teure Flugreise buchen: Die weltweite reformatorische Ökumene sei längst in Deutschland angekommen. „Deutschland ist ein Einwanderungsland und mehr als die Hälfte der Menschen, die hierherkommen, sind Christinnen und Christen“, sagte sie. Das sei für Kirchen ein Grund zu feiern und nicht etwa, wie manche meinen, Ausdruck einer Krise, so die Ökumenedezernentin der rheinischen Kirche.

Erfahrungsaustausch über Glaube und Weltverantwortung

Auf viele Besucherinnen und Besucher, gleich welchen Glaubens, freut sich Helmut Hitzbleck, der Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr. Kirche habe neben der Verkündigung der frohen Botschaft auch ihre Stimme in der Öffentlichkeit zu erheben, wenn es etwa um Fragen der Integration oder der Arbeitsmarktpolitik gehe. Das Pfingsttreffen mit den Gästen aus der weltweiten Ökumene biete die Gelegenheit, sich über die Erfahrungen auszutauschen, die sie mit dem Verhältnis von Glauben und Weltverantwortung ihren Ländern machen.

Der Kirchenkreis An der Ruhr lädt unter dem Motto „beGeistert“ alle vier Jahr am Pfingstsonntag zu einem großen Treffen ein. In diesem Jahr beteiligt sich die rheinische Kirche im Rahmen der Kampagne „Weite wirkt“, mit der sie gemeinsam mit der westfälischen und lippischen Kirche an die Folgen der Reformation für die Kirchen weltweit erinnern. Dazu hat sie auch Mitglieder von Kirchenleitungen europäischer und außereuropäischer Partnerkirchen zum Fest eingeladen. Schirmherrin der Kampagne ist Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die ihre Teilnahme am Pfingstfest zugesagt hat. Zugleich feiert der Kirchenkreis seinen traditionellen Kreiskirchentag.

500 Jahre Reformation – kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen

Präses Manfred Rekowski gab einen Ausblick auf das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr. Präses Manfred Rekowski gab einen Ausblick auf das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr.

Einen Ausblick auf das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr gab Präses Manfred Rekowski bei der Vorstellung  in Mülheim. 500 Jahre Reformation, das sei kein Grund, sich im Jubiläumsjahr auf die Schultern zu klopfen, Kirche solle sich vielmehr den Herausforderungen, vor denen sie heute stehe, stellen.

Viele Menschen stünden dem christlichen Glauben gleichgültig gegenüber, ließen Kirche bei der Suche nach Orientierung in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt links liegen. „Haben wir uns so sehr in unserer Kirche eingerichtet, dass wir nicht mehr in der Lage sind, auf Fragen und Bedürfnisse zu hören und in einer angemessenen Sprache zu und einer neuen Spiritualität auf die Menschen zuzugehen?“, fragte der rheinische Präses.

„Die Zukunft der Kirche ist längst keine Frage der Konfessionen mehr“, sagte er weiter, das Reformationsjubiläum sei ein guter Anlass, gemeinsam etwa mit der katholischen Kirche über die zukünftige Gestalt von Kirche nachzudenken. Reformation sei kein Zustand, sondern eine Bewegung, die sich nicht nur auf die Kirchen der Reformation beschränke. „Wir hoffen auf eine ,Befreiende Reformation’“, sagte Rekowski.

Das Pfingstfest „beGeistert 2016 – Weite wirkt“ am 15. Mai 2016 beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst, es predigt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Anschließend gibt es Konzerte auf zwei Bühnen direkt an der Ruhr, Floßfahrten, Spiel- und Kreativaktionen für Groß und Klein. Ein Weltcafé und ein Markt der Möglichkeiten haben geöffnet. Musikalischer Höhe- und Schlusspunkt wird auf der Hauptbühne ab 18 Uhr der Auftritt von Judy Bailey und Band sein. 

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ekir.de / wb, Fotos: Andreas Köhring / 15.04.2016



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