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Foto: Regina Hark Auf Transparenten klagten Pilger aus Jülich in Berlin die EU-Flüchtlingspolitik an.

Pilgerreise nach Berlin

EU-Politik gegen Flüchtlinge angeklagt

Die Missachtung der Menschenrechte, Flüchtlingselend und europäische Abschottungspolitik klagte eine Pilgergruppe aus Jülich an verschiedenen Orten in Berlin an. Die ökumenische Pilgerreise beschäftigte besonders die Situation der Flüchtlinge aus Afrika.

Unter dem Motto „Flucht ist kein Verbrechen, Flucht ist ein Menschenrecht“ haben 30 Christinnen und Christen auf Einladung des Evangelischen Kirchenkreises Jülich am vergangenen Donnerstag und Freitag, 18. und 19. September, an einer Pilgerfahrt nach Berlin teilgenommen. Die Gruppe nahm Bezug auf die 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2013 in Busan in Südkorea. Die Tagung rief damals Christinnen und Christen in der ganzen Welt auf, sich der Pilgerreise für Gerechtigkeit und Frieden anzuschließen.

Andachten, Gebete, Lieder und Transparente

Die Pilgerinnen und Pilger aus Jülich machten vor dem Gebäude der Firma „European Security Fencing“, der Vertretung der Europäischen Kommission und der Botschaft Spaniens auf die Situation der Flüchtlinge an den Außengrenzen der Europäischen Union (EU) aufmerksam. Ihr besonderes Augenmerk galt der Situation der Flüchtlinge, die über Marokko nach Europa gelangen wollen. In Andachten, Gebeten, Liedern und auf Transparenten klagten sie schwere Menschenrechtsverletzungen an.

In einer Andacht hieß es: „Menschen, die unter politischer, rassistischer und religiöser Verfolgung leiden, die vor der vom Westen verursachten Klimakatastrophe fliehen oder unter den Folgen der ungerechten Ausbeutung der Rohstoffe Afrikas, die unter Hunger und unvorstellbaren Entbehrungen leiden, sollen mit allen Mitteln gehindert werden, nach Europa zu gelangen.“ Jedes Jahr fordere die EU-Außengrenze mehr Todesopfer als die frühere deutsch-deutsche Grenze, ganz zu schweigen von den Tausenden, die sich massiv verletzten.

Pilger: EU hat Friedensnobelpreis nicht verdient

Der Firma „European Security Fencing“ warfen die Pilger vor, dass sie den „messerscharfen Draht“ für die Grenzbefestigung herstellten. Vor der Vertretung der Europäischen Kommission am Brandenburger Tor machten sie die Kommission und die Mitgliedsländer der EU für die „gnadenlose Abschottung Europas und damit für den Tod von Zehntausenden von Flüchtlingen“ verantwortlich. Die EU habe wegen der menschenverachtenden Flüchtlingspolitik an den Außengrenzen den Friedensnobelpreis 2012 nicht verdient. Statt Millionen Euro für die EU-Grenzschutzagentur Frontex auszugeben, solle man besser in Projekte der Menschlichkeit, der Bildung und Ausbildung investieren.

Auch Spanien warfen die Pilger massive Menschenrechtsverletzungen vor. Weiter würden mit Gewalt Flüchtlinge von Spanien nach Marokko zurückgebracht, ohne ihnen die Möglichkeit zu einem Asylantrag zu geben. Dabei müsse gerade Spanien das restliche Europa davon überzeugen, dass die bisherige Flüchtlingspolitik gescheitert sei und den Menschenrechten widerspreche, so die Gruppe.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 25. September 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 25. September 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Foto: Regina Hark / 25.09.2014



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