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Präses Rekowski predigt Heiligabend in der Düsseldorfer Johanneskirche

Menschen, die sich von Gott geschätzt wissen, können anders leben

Pressemitteilung Nr. 203/2014

Der wenig feierliche Beginn der Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium ist Thema der Predigt, die der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski an Heiligabend in der Düsseldorfer Johanneskirche hält. Die römische Besatzungsmacht rief zu einer Schätzung für die Steuerlisten – dabei ging es um Wertschöpfung für die Mächtigen, nicht etwa um Wertschätzung. Ähnlichkeit mit unserer Welt dränge sich auf, sagt Präses Rekowski. Auch in den vergangenen Wochen seien die Nachrichten voll gewesen mit Meldungen zu Bankenrettung und Steuergerechtigkeit. „Der Evangelist Lukas hat seine Weihnachtsgeschichte mit Absicht als Gegengeschichte zur Weltgeschichte erzählt“, so Rekowski, „Und das bewirkt die Weihnachtsgeschichte bis heute: Sie wirft ein kritisches Licht auf unsere Welt, wie sie ist.“

Die Folge des Gebotes zur Steuerschätzung sei eine unfreiwillige Wanderungsbewegung gewesen, sagt Rekowski weiter. Auch die Flüchtlinge, die es heute nach Europa schafften, werden sofort abgeschätzt und bewertet: „Der zählt, der Zählbares bewirkt. Aber auch und gerade Menschen auf der Flucht haben bei Gott einen unzerstörbaren Wert, haben Würde, lange bevor sie auch nur einen Cent zur Steigerung des Bruttosozialproduktes beigetragen haben.“

Um uns seine Wertschätzung für die Menschen zu überbringen, sei Gott in Jesus Mensch geworden, sagt Präses Rekowski. Die Weihnachtsgeschichte unterbricht uns, Lukas erzähle sie als eine wohltuende, befreiende Gegenwelt zu den Geschichten unserer Schätzungen. Alle Welt wird geschätzt – aber anders, als wir denken. „Das sind keine leeren Worte, sondern Lebensmöglichkeit und Lebenswirklichkeit für wirkliche Menschen im wirklichen Leben“, so der Präses. „Wer sich so geschätzt weiß, gewinnt Lebensmut und bekommt einen neuen Blick auf sein Leben. Er weiß sich anders zu verhalten und wagt es sich zu ändern. Dazu hilft Gottes Wohlgefallen, das ihnen von Jesus überbracht wird und zu Herzen geht und sie verändert.“

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 24.12.2014



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