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Bischof Ackermann und Präses Rekowski unterzeichnen „Wegzeichen“

500 Jahre nach der Reformation: Die Ökumene soll weiter wachsen

Pressemitteilung Nr. 201/2017

Trier. Die Evangelische Kirche im Rheinland und das katholische Bistum Trier vertiefen ihre Zusammenarbeit. Bischof Stephan Ackermann und Präses Manfred Rekowski haben am 22. November im Buß- und Bettagsgottesdienst in Trier eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. In dem „Ökumenischen Wegzeichen“ bekräftigen die beiden Kirchen ihre Absicht, „angesichts großer gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche auf dem Weg einer weiteren Vertiefung der ökumenischen Zusammenarbeit weitergehen zu wollen“.

500 Jahre nach der Reformation betonen die Kirchen die „wiederentdeckte Gemeinsamkeit in der Mitte unseres Glaubens, den Glauben an Jesus Christus und sein heilbringendes Evangelium“. In den letzten Jahrzehnten – und nicht zuletzt mit den gemeinsamen Feiern zum Reformationsjubiläum – habe sich ein selbstverständliches geschwisterliches Miteinander entwickelt. Gemeinsam stehe man vor der Herausforderung, wie in einem zunehmend säkularen und multireligiösen Umfeld kirchliche Arbeit neu ausgerichtet werden könne, heißt es in dem Wegzeichen. Ökumene solle daher nicht als belastende Zusatzaufgabe gesehen, sondern als gemeinsamer Auftrag begriffen werden: „Wir wollen die Herausforderungen gemeinsam bearbeiten, die sich in unseren Kirchen in gleicher Weise stellen.“

Den Kirchengemeinden werden konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung der ökumenischen Zusammenarbeit gegeben. Sie werden aufgefordert, das geistliche Miteinander zu intensivieren und fest im Alltag zu verankern. Wenn es sinnvoll und möglich ist, könnten Kirchen und Gemeindehäuser gemeinsam genutzt werden. Um „wieder neu im Glauben auskunfts- und sprachfähig zu werden“, streben die beiden Kirchen einen verstärkten Austausch an. Sie wollen die ökumenische Bildung auf allen Ebenen sowie die konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht intensivieren. Den christlichen Glauben wollen sie zunehmend gemeinsam öffentlich bezeugen, auch mit den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest.

Bistum und rheinische Kirche verpflichten sich auch, den aktuellen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen – der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, den Flucht- und Migrationsbewegungen sowie neu aufkommendem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Initiativen und Gruppen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, sollen gefördert werden. In der Flüchtlingsarbeit will man eng zusammenarbeiten; Begegnung und Austausch mit dem Judentum sowie der Dialog mit den Muslimen sollen intensiv fortgesetzt werden.

Vor der Unterzeichnung des Wegzeichens hatten Bistum und rheinische Kirche einen ökumenischen Buß- und Bettags-Gottesdienst in der Konstantin-Basilika gefeiert. Er stand unter dem Leitwort „500 Jahre Reformation und jetzt? Ökumenische Zukunftsperspektiven“. Den Buß- und Bettag begehen Bistum Trier und Evangelische Kirche im Rheinland bereits seit 1961 gemeinsam mit einem ökumenischen Gottesdienst. Er findet abwechselnd in der Konstantin-Basilika und im Trierer Dom statt. 

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Trier / EKiR-Pressestelle / 22.11.2017



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