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Evangelische Kirchen in NRW zum Holocaust-Gedenktag

„Antisemitismus richtet sich auch gegen das Fundament der Christen“

Pressemitteilung Nr. 37/2015

Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar haben die leitenden Vertreter der evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen vor Antisemitismus gewarnt. „Antisemitismus richtet sich gegen das Fundament, auf dem wir auch als Christen stehen“, erklären der rheinische Präses Manfred Rekowski, die westfälische Präses Annette Kurschus und der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends gemeinsam.

Das gelte nicht nur für die Nazizeit, sondern auch für die Gegenwart. „Es erschreckt, wie weit judenfeindliches Denken bei uns verbreitet ist und in Angriffen auf jüdische Menschen und Gebäude wieder stärker an die Oberfläche kommt“, so die leitenden Theologen der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche. Mit Blick auf die eigene Geschichte räumen sie ein, in der Kirche habe man oft viel zu spät erkannt, dass die versuchte Vernichtung der Juden „ein Angriff auf den Gott ist, den wir als Christinnen und Christen anbeten“. Nur ein wahrhaftiger Umgang mit der eigenen Vergangenheit könne für die Gegenwart Orientierung geben. Deshalb nehmen die evangelischen Kirchenleiter den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum Anlass, aller Menschen zu gedenken, die auf Grund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder anderer Einstellungen zum Leben ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden.

Die Erklärung im Wortlaut:

Zum Gedenktag der 70-jähigen Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
Erklärung der Leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 ist der 27. Januar nationaler Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland, seit 2005 ist er offizieller Holocaust-Gedenktag der Uno.

In der Kirche haben wir oft erst viel zu spät erkannt, dass die versuchte Vernichtung der Juden ein Angriff auf den Gott ist, den wir als Christinnen und Christen anbeten. Unsere Kirchen bekennen sich zu diesem Gott, der sein Volk Israel erwählt hat und ihm die Treue hält.

Antisemitismus richtet sich gegen das Fundament, auf dem wir auch als Christen stehen. Das galt nicht nur für die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, sondern es gilt auch für die Gegenwart. Es erschreckt, wie weit judenfeindliches Denken bei uns verbreitet ist und in Angriffen auf jüdische Menschen und Gebäude wieder stärker an die Oberfläche kommt. Dieser gegenwärtige Antisemitismus hängt möglicherweise mit unverarbeiteter Schuld aus der Zeit des Holocaust zusammen, mischt sich aber auch mit allgemeiner Fremdenfeindlichkeit.

Deshalb gedenken wir heute aller Menschen, die auf Grund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder anderer Einstellungen zum Leben ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden. Wir ehren sie und bezeugen damit ihre Menschenwürde, die durch das Unrecht, das sie erlitten haben, so verletzt wurde.

Lange Jahre haben wir uns schwer getan mit dem ehrlichen Blick auf unsere eigene Geschichte, gerade in der NS-Zeit. Denn es ist in weiten Teilen eine Schuldgeschichte. Das gilt auch da, wo sich in unserer Kirche Menschen zum Widerstand entschlossen haben.

Nur wenn wir wahrhaftig sind in der Begegnung mit unserer Geschichte, kann die Erinnerung an das Vergangene uns heute zur Orientierung werden.

 

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 23.01.2015



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