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Flüchtlinge und Migranten bleiben in europäischen Medien oft „unsichtbar“

Medienstudie Refugees Reporting heute in Brüssel vorgestellt

Pressemitteilung Nr. 197/2017

Brüssel/Düsseldorf. Unter dem Titel „Verändern der Sichtweise: Mediendarstellung von Flüchtlingen, Migranten und Migrantinnen in Europa“ stellt eine heute in Brüssel veröffentlichte Studie Ergebnisse des zwölfmonatigen Projekts „Refugee Reporting – Flüchtlingsberichterstattung“ vor. Basierend auf einer Medienbeobachtung und -analyse in sieben europäischen Ländern, darunter Ankunftsländer, Transitländer und Bleibeländer, zeigt die Studie ein Muster der Unsichtbarkeit von Flüchtlingen in europäischen Medien auf.

Beispielsweise beziehen sich nur 21 Prozent aller Meldungen über Asylfragen und Migration in den untersuchten europäischen Medien auf konkret von Flucht oder Migration betroffene Personen. Weniger als die Hälfte dieser Meldungen zitiert Flüchtlinge direkt, Frauen kommen dabei fast gar nicht vor. In der Berichterstattung werden Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten meist nur durch ihre „Flucht“ identifiziert, so dass „Flüchtling“ fast wie ein Beruf erscheint und Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten nicht individuell mit ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Biografien wahrgenommen werden.

„In unserer Kirche engagieren sich viele Menschen in der Flüchtlingshilfe, viele Kirchengemeinden leisten hier vorbildliche Arbeit. Einzutreten für Flüchtlinge und Hilfe zu leisten, folgt unmittelbar aus dem Evangelium. Glauben und Handeln kommen so zusammen“, begründet Präses Manfred Rekowski kirchliches Engagement in der Flüchtlingshilfe. Dabei sei es wichtig, so der rheinische Präses in einem Video-Statement bei der Vorstellung der Studie, auch für die Sichtbarkeit von Flüchtlingen in den Medien einzutreten, denn „für Flüchtlinge einzutreten heißt für uns auch, sich für ihre Kommunikationsrechte einzusetzen, dass sie nicht nur Objekt der Berichterstattung sind, sondern in den Medien selber zu Gehör kommen“.

Die Studie schließt mit Empfehlungen jeweils für Journalistinnen und Journalisten, für Vertreterinnen und Vertreter von Flüchtlingsnetzwerken sowie für Mitarbeitende in der Flüchtlingsarbeit. Da Medien die öffentliche Meinung prägen, sei eine verantwortliche Zusammenarbeit aller Beteiligten, von Medienschaffenden, von Flüchtlingen und von Mitarbeitenden in der Flüchtlingshilfe wichtig. „Denn“, so Präses Rekowski, „wir haben keine Flüchtlingskrise, sondern Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die wir aufnehmen. Damit dies in unserer Gesellschaft gelingen kann, müssen wir gegen die Bilder einer Krise und Bedrohung die Bilder von Chancen setzen.“

Eine Zusammenfassung der Studie in deutscher Sprache und der englische Text der Studie sind abrufbar unter: http://www.refugeesreporting.eu/report/

Zum Hintergrund

Das Projekt Refugee Reporting wurde durch die finanzielle Unterstützung des Otto per Mille-Fonds (OPM) der Evangelischen Waldenserkirche in Italien möglich gemacht. Zusätzliche finanzielle Unterstützung kam von der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und der CCME in Zusammenarbeit mit der Konferenz Europäischer Kirchen und WACC Global. Die Weltvereinigung für Christliche Kommunikation – Europa (WACC Europa) und die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) haben das Projekt durchgeführt.

WACC Europa ist die regionale europäische Stelle der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (www.waccglobal.org), die sich für Rechte auf Kommunikation einsetzt, um soziale Gerechtigkeit zu fördern; sie unterstützt weltweit Menschen aus allen Glaubensrichtungen, Ethnien und Kulturen. Die Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (www.ccme.be) ist die ökumenische Organisation zu Migration und Integration, Flucht und Asyl und gegen Rassismus und Diskriminierung in Europa. Mitglieder sind anglikanische, orthodoxe und protestantische Kirchen und Kirchenräte sowie kirchliche Dienste und Werke in 18 europäischen Ländern.

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Brüssel/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 16.11.2017



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