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Elend der Flüchtlinge ist Thema der Kirche / Gottesdienst am 25. April

Tödliche Flüchtlingskatastrophen: Präses lädt zum Klagegottesdienst ein

 Pressemitteilung Nr. 85/2015

Angesichts der tödlichen Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer vor Nordafrika hält Präses Manfred Rekowski am kommenden Samstag, 25. April 2015, um 11 Uhr in der Citykirche Elberfeld, Kirchplatz/Calvinstraße, 42103 Wuppertal, einen Klagegottesdienst. „Hunderte von Menschen sterben auf der Flucht aus ihren Heimatländern und auf der Suche nach Zuflucht in Europa im Mittelmeer. Es ist zum Gotterbarmen. Angesichts der weitgehenden politischen Tatenlosigkeit ist das ein humanitärer Skandal“, schreibt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland heute an die Kirchengemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer: „Ich möchte Sie deshalb bitten, in Gottesdiensten, Andachten und Gebeten die Situation der Flüchtlinge aufzugreifen und der namenlosen Toten, von deren Schicksal viele Angehörige vermutlich nie sicher erfahren werden, zu gedenken. Auch Klage über eigene Schuld und eigene Ohnmacht werden dabei Raum finden.“ Er selbst werde das im Gottesdienst in Wuppertal thematisieren.


„Die Lage der Flüchtlinge, das tausendfache Elend derer, die angesichts ihrer Not Zuflucht in Europa suchen wollen und an der Festung Europa scheitern, beschäftigt uns als Kirche schon lange und immer wieder“, unterstreicht der oberste Repräsentant der rheinischen Kirche in seinem aktuellen Brief. So habe sich die Landessynode im Januar ausführlich mit der Situation an den EU-Außengrenzen befasst und formuliert, wie die Situation nachhaltig zu verändern ist. Sie fordert u. a. ein ziviles europäisches Seenotrettungsprogramm, das finanziell mindestens so ausgestattet ist wie die ausgelaufene Operation „Mare Nostrum“, eine Veränderung der Dublin-Verordnung, die die legitimen Interessen der Schutzsuchenden zum entscheidenden Zuständigkeitskriterium macht, und ein neues Gesamtkonzept für die Flüchtlingsaufnahme in Europa.


Nach Meinung von Präses Rekowski sind die aktuellen politischen Diskussionsbeiträge um eine verstärkte Bekämpfung der Schleuser und Schlepper angesichts der tatsächlichen humanitären Probleme ebenso wenig zielführend wie die in den letzten Monaten geführten Debatten über das Kirchenasyl. Sie lenkten viel mehr von den eigentlichen Problemen ab. „Nach biblischem Verständnis begegnet uns Christus in fremden und Zuflucht suchenden Menschen. Wer an Christus, den Liebhaber des Lebens, glaubt, kann das Sterben der Flüchtlinge nicht hinnehmen. Wenn Europa sich der christlichen Tradition verpflichtet weiß, müssen menschengerechte Lösungen in der Flüchtlingsfrage gefunden werden“, so Manfred Rekowski abschließend.

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 27.04.2015



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