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Vizepräses: Luthers Freiheitsschrift gibt Orientierung in der Flüchtlingskrise

Gottes Liebe gilt nicht nur für bestimmte Nationen und macht vor Grenzen nicht halt

Pressemitteilung Nr. 89/2016 

Düsseldorf/Mettmann. Auf die bleibende Bedeutung von Martin Luthers Freiheitsverständnis hat Vizepräses Christoph Pistorius beim Ökumenischen Jahresempfang Mettmann am heutigen 3. Juni 2016 hingewiesen. „Die Freiheit bedeutet einem Christenmenschen innere Souveränität und Gelassenheit gegenüber allem, was ihn in der äußeren Welt umgibt“, sagte das Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland in einem Impulsreferat. Der christliche Glaube im Sinne Luthers sei „eine Lebenskraft, die einem Christen eine Unabhängigkeit gegenüber den Willfährigkeiten des äußeren Lebens schenkt“, so Pistorius weiter. Im Zuge der Flüchtlingskrise mache sich Angst vor Fremdlingen breit, manche äußerten auch Verlustangst bezüglich ihres Wohlstands und den Verfall des Wertesystems. Teilweise würden Ängste auch bewusst geschürt. Demgegenüber lasse sich aus Luthers Verständnis der christlichen Freiheit eine innere Souveränität ablesen, die Christinnen und Christen nicht aus der Ruhe bringe, so Pistorius weiter. Diese Freiheit, von der Luther spreche, begründe sich in der Gnade und Barmherzigkeit Gottes. „Sie ist ein Glaubensgeschenk“, sagte der Vizepräsident.

Pistorius bezog sich in seinem Impulsvortrag auf Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Auch wenn Luther darin noch keinen modernen Freiheitsbegriff im Blick gehabt habe, seien Folgerungen für aktuelle Herausforderungen, wie sie sich durch die Flüchtlingskrise ergeben, zu ziehen: „Ähnlich dem Gedanken, dass jedem Menschen eine Gottesebenbildlichkeit zukommt, kann man auch hier sagen: Gottes Liebe macht nicht halt vor Grenzen, sie beschränkt sich nicht auf Kontingente, sie gilt nicht nur bestimmten Nationen, Gottes Liebe ignoriert menschliche Grenzen. Von Gott geschenkte Freiheit ist eine Freiheit der Gleichheit aller Menschen“, sagte der rheinische Vizepräses in seinem Impulsvortrag. „Ich glaube zudem, dass es unsere Aufgabe ist, unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche so zu gestalten, dass alle Mitglieder in Sicherheit und in Freiheit verantwortlich leben können. Die hier bestmögliche Lösung ist immer anzustreben. Und das ist ja selbstverständlich für viele Christen: Die Grundhaltung und unverzichtbare Tugend eines Christenmenschen ist die Nächstenliebe gegenüber jedermann. Dies schien mir in mancher Äußerung bei der Diskussion um Asyl und Integration manchmal in Vergessenheit geraten.“

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Düsseldorf/Mettmann / EKiR-Pressestelle / 03.06.2016



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