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Präses Rekowski sprach vor der Synode der Waldenserkirche in Italien

„Was wir jetzt konkret brauchen, ist eine neue europäische Flüchtlingspolitik“

Pressemitteilung Nr. 115/2016 

Torre Pellice. Auf die Verantwortung der Kirchen für ein friedliches und humanes Europa hat Präses Manfred Rekowski bei einem Besuch der rheinischen Partnerkirche der Waldenser in Italien hingewiesen. „Das Friedensprojekt Europa steht auf dem Spiel. Als Kirchen sind wir auch hier gefordert“, sagte er gestern Abend in einem Grußwort bei der Synode der Methodisten- und Waldenserkirchen im piemontesischen Torre Pellice nahe Turin. „Was wir jetzt konkret brauchen, ist eine neue europäische Flüchtlingspolitik: ein gemeinsames Handeln, das bei den Fluchtursachen einsetzt, eine zivile europäische Seenotrettung, ein solidarisches Verteilsystem und faire rechtsstaatliche Verfahren für Geflüchtete“, sagte Rekowski weiter.

Das Hilfsprojekt Mediterranien Hope der Evangelischen Föderation in Italien, Resettlement-Programme, humanitäre Visa und Familienzusammenführungen sind für den rheinischen Präses wichtige Bausteine in der Flüchtlingsarbeit. „Unsere Sorge gilt auch den besonderen Schutzbedürftigen: minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, Schwangeren und Kranken.“ Rekowski appellierte an den deutschen Staat, seine hoheitlichen Aufgaben stärker als bisher wahrzunehmen und humanitäre Aufnahmeprogramme auszubauen.

Kirche habe in der Diskussion um eine humane Flüchtlingspolitik den Blickwinkel der Flüchtenden einzunehmen. „ Die Option unserer Synode ist es, von den Flüchtlingen her zu denken und zu handeln. Wir folgen Jesus Christus, der sagt: ,Was ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Geschwister, das habt ihr mir getan’ (Matthäus 25,20)“, sagte Rekowski. Viele rheinische Kirchengemeinden engagierten sich in der Flüchtlingshilfe, das sei auch ein Grund gewesen, warum Deutschland vor einem Jahr so viele Flüchtlinge willkommen geheißen habe.

Die rheinische Kirche sei allerdings zunehmend besorgt, dass der Rechtspopulismus in Deutschland sich breit mache und Gewalt an Flüchtlingen wachse, sagte der Präses weiter: „In dieser Situation ist die Solidarität aller Christinnen und Christen gefragt.“ Sie dürften die Augen vor Bedrohung und Gefahr nicht verschließen, sondern sollten genau hinsehen und handeln. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Aktion „Wir sind Mitmenschen“ (www.wirsindmitmenschen.de) seiner Kirche, die im Wortsinn Gesicht zeigt gegen Fremdenfeindlichkeit.

Präses Rekowski erinnerte in seinem Grußwort auch an die Fluchterfahrung der beiden Kirchen früherer Jahrhunderte. „Unterdrückung und Flucht haben sich in das Gedächtnis unserer Kirchen eingegraben“, sagte der rheinische Präses. Die Bibel sei dabei beiden die einzige Autorität gewesen. „Daraus leiten sich Werte ab, die bis heute maßgeblich sind: die persönliche Verantwortung für die Gemeinschaft, die Religionsfreiheit, der Wille zum Dialog zwischen Konfessionen und Religionen“.

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Torre Pellice / EKiR-Pressestelle / 23.08.2016



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