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Präses Rekowski predigte im Entwidmungsgottesdienst der Kreuzkapelle Köln

Rheinische Kirche wendet sich konsequent gegen jede Form von Antisemitismus

Pressemitteilung Nr. 44/2016 

Köln. Präses Manfred Rekowski hat im Entwidmungsgottesdienst der Kreuzkapelle in Köln-Riehl am Sonntag, 21. Februar, an die bleibende Erwählung Israels erinnert und sich gegen eine Mission unter Jüdinnen und Juden ausgesprochen. Gott habe seine Verheißungen für sein Volk niemals zurückgenommen, sagte der Leitende Geistliche der rheinischen Kirche in dem Gebäude, das künftig als Synagoge genutzt wird. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Riehl wird die Kapelle nach der Entwidmung der Liberalen Jüdischen Gemeinde „Gescher LaMassoret“ überlassen. Sie unterhält bereits seit 2001 einen Synagogenraum in der Kreuzkapelle.

„Diese Umwidmung von einer Kirche in eine Synagoge ist für uns als rheinische Kirche ebenso wie der Bau der Synagoge in Barmen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gemarker Kirche ein wichtiger Schritt in unserem Prozess der ,Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden’“, sagte Rekowski in einer Predigt über einen Text aus dem 13. Kapitel des Evangelisten Johannes, in dem Jesus die Füße seiner jüdischen Geschwister wäscht. Auch der Kirche stünde es gut an, dienend und sorgsam für Jüdinnen und Juden zu sein, anstatt hochmütig auf sie herabzublicken, wie es Kirche über fast zweitausend Jahre hinweg gemacht hat.

Die Kirche habe keinen Missionsruf, den sie Jüdinnen und Juden zu verkündigen hätte, so der Präses weiter. Es gehe auch nicht um theologische Botschaften. „Wir haben vielmehr gut zuzuhören und zu lernen, was für ein liebender und treuer Gott der Gott Israels und Vater Jesu Christi ist.“ In Konsequenz gehe es um konkrete, gelebte Solidarität. „Es geht genau um das, was Kirche den getauften und ungetauften Juden gegenüber in der Zeit der Shoa so schrecklich selten geboten und so häufig verweigert hat“, sagte Rekowski und spielte damit auch auf die Geschichte der Kreuzkapelle an, die zwischen 1938 und 1940 „Kirchliche Hilfsstelle für evangelische Nichtarier“ war.

Konkretes Zeichen einer kirchlichen Fußwaschung heute sieht Präses Rekowski in einem „weiterhin konsequenten Eintreten gegen Antisemitismus“, auch in der Flüchtlingsarbeit: „Ich sehe das darin, dass wir auch die Flüchtlinge, die zu uns kommen, mitnehmen auf unseren Lernweg, möglicherweise vorhandene Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden zu überwinden.“ Rekowskis Fazit lautete: „Unser Platz ist an der Seite des Judentums.“

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Köln / EKiR-Pressestelle / 21.02.2016



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