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Podiumsdiskussion in Aula der Saar-Uni mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann (li) und dem rheinischen Präses Manfred Rekowski (re). Moderiert hat Christian Otterbach vom Saarländischen Rundfunk (mitte). Podiumsdiskussion in Aula der Saar-Uni mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann (li) und dem rheinischen Präses Manfred Rekowski (re). Moderiert hat Christian Otterbach vom Saarländischen Rundfunk (mitte).

Podiumsdiskussion

Hoffnungs- statt Haftungsgemeinschaft

Über die aktuelle  Bedeutung der Reformation in ihren Kirchen haben der rheinische Präses Manfred Rekowski und der Trierer Bischof Stephan Ackermann bei einer Podiumsdiskussion in Saarbrücken gesprochen. Neben der verstärkten ökumenischen Zusammenarbeit müssten auch konkrete offene Fragen geklärt werden.

Die katholische und evangelische Kirche sind nach Ansicht des rheinischen Präses Manfred Rekowski in der Öffentlichkeit in einer Art „Haftungsgemeinschaft“: „Wenn wir was versemmeln, hat die katholische Kirche auch was davon." Er wünsche sich vielmehr eine „Hoffnungsgemeinschaft“, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland auf einer Podiumsdiskussion mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann zur aktuellen Bedeutung der Reformation in Kirche und Gesellschaft.

Die Veranstaltung markierte den Abschluss einer Ringvorlesung zum Reformationsjubiläum, initiiert vom Zentrum für historische Europastudien im Saarland (ZHEUS) in Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der Saar-Universität und den beiden Landeskirchen im Saarland.

Was die Ökumene betrifft, warb Rekowski für eine Doppelstrategie. Im „konkreten Lebensvollzug“, in der Gemeindearbeit oder im Religionsunterricht könne man so viel wie möglich gemeinsam arbeiten. „Gemeindezentren unter einem Dach müssten wir hinkriegen“, betonte der Präses. „Das wäre gut für die Menschen.“ Und nach dem 500. Reformationsjubiläum müsse es dann um die konkreten offenen Fragen zwischen den Kirchen gehen.

"Wir brauchen ökumenische Ungeduld vor Ort"

Dem stimmte der Trierer Bischof Stephan Ackermann zu. Es gehe um ein „filigranes Wechselspiel“ zwischen christlichem Lebensvollzug und der Theologie. „Das Reformationsjubiläum bringt wirklich auch eine ökumenische Dynamik rein“, betonte Ackermann. Das Jubiläumsjahr sei viel ökumenischer, als er ursprünglich erwartet habe. „Wir brauchen aber auch die ökumenische Ungeduld vor Ort“, sagte der Bischof. Gleichzeitig warnte er davor, Dinge nur aus Furcht vor Marginalisierung voranzutreiben. Die Angst, nachher nichts mehr zu melden zu haben, sei kein guter Ratgeber.

Es gehe auch um die Frage, ob „versöhnte Verschiedenheit“ bedeute, dass man den Status quo anerkenne und nichts mehr ändere, oder ob man mehr auf ein Konzept der Einheit setze und mit dem Bisherigen noch nicht zufrieden sei. „Wie viel Einheit muss es denn geben? Wir müssen sagen, was wir uns vorstellen“, sagte Ackermann. „Wir sind von katholischer Seite was schuldig.“ Das Modell könne nicht sein, dass die katholische von der evangelischen Seite erwarte, alles zu akzeptieren.

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ekir.de / epd, Foto: Helmut Paulus / 06.07.2017



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