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9. / 10. November 1938

Gedenkveranstaltungen erinnern an Pogromnacht

Mit Gottesdiensten, Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen und Kranzniederlegungen erinnern Kirchen, jüdische Gemeinden, Stadtverwaltungen und Gedenkstätten rund um die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag an die Reichspogromnacht der Nationalsozialisten vor nunmehr 77 Jahren.

Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf findet am Mittwoch im Rathaus statt. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, der NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Oded Horowitz, werden sprechen. Zuvor sind eine Schweigeminute und eine Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der Düsseldorfer Synagoge geplant.

Bereits für Dienstag luden die beiden christlichen Kirchen gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zu einem Gedenkgang auf den Spuren der deutsch-jüdischen Familie Neuberger ein. Josef Neuberger, der während des Pogroms 1938 schwer verletzt wurde, konnte mit seiner Familie nach Palästina fliehen. Nach dem Krieg kehrte er nach Düsseldorf zurück. Er war von 1966 bis 1972 NRW-Justizminister.

In Duisburg findet im Rathaus am Burgplatz am Mittwoch ebenfalls ein Festakt zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht statt. Im Anschluss daran führt ein Schweigemarsch zur Gedenkstätte am Rabbiner-Neumark-Weg, wo ein Kranz niedergelegt wird.

Der Kirchenkreis, Dekanat und Altkatholiken Koblenz laden zum Gedenkgottesdienst in die Citykirche, Jesuitenplatz, Beginn ist um 19 Uhr. Der ökumenische Gottesdienst kombiniert Bilder, Musik und literarisch-kommentierende Texte. Der Titel: "Ins rechte Licht gerückt! Koblenzer Orte der Geschichte in Fotos fixiert".

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Synagogen-Gemeinde Köln veranstalten traditionsgemäß eine zentrale Gedenkfeier am 9. November in der Synagoge in der Roonstraße. Schüler der Peter-Petersen-Grundschule und des Stadtgymnasiums tragen das Gedicht "Der Weg nach Theresienstadt" von Ilse Weber vor. Zudem wird die Ausstellung "Bevor die Synagogen brannten - Alte jüdische Postkarten" im Großen Gemeindesaal der Synagoge eröffnet.

Im rheinischen Neuss beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule am selben Tag mit dem Putzen von Stolpersteinen und einer Mahnwache an dem Gedenken an die NS-Opfer der Pogromnacht. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule in Schermbeck laden für Mittwoch zu einer Ausstellung "Kinder und Jugendliche als Opfer des Holocaust" ein. Sie wollen in einem Kurzreferat über die Ereignisse der Pogromnacht und die Jüdische Gemeinde Schermbeck informieren. Anschließend gehen alle Teilnehmer zum Jüdischen Friedhof, um dort Steine und Kerzen niederzulegen.

In Ratingen ist eine Gedenkveranstaltung der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Kulturverein "Schalom Ratingen" mit einer Kranzniederlegung auf dem Jüdischen Friedhof an der Werdener Straße geplant. In Aachen steht das Gedenken am Mittwoch am Synagogenplatz unter dem Titel "Wenn Unrecht zum Gesetz wird - Die Nürnberger Rassegesetze von 1935".

Am 9. November, 18 Uhr, gedenkt die Synagogengemeinde Saar in der Synagoge in Saarbrücken den Opfern der Schoa. Der Vorstandsvorsitzende der Synagogengemeinde Saar, Richard Bermann, wird die Gedenkrede halten.

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epd, neu / 08.11.2016



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