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Polizeiseelsorge

Orientierung und offene Ohren

NRW-Innenminister Ralf Jäger hat die Polizeiseelsorge gewürdigt: Sie gebe Orientierung bei ethischen Fragestellungen, die durch den Dienst aufgeworfen werden. "Sie hören zu, sie richten auf."

Tue Gutes und rede darüber: NRW-Innenminister Ralf Jäger (v.l.), Kriminalkommissarin Juliane Schild und Präses Nikolaus Schneider bei der Landespressekonferenz zum 50-jährigen Bestehen der Polizeiseelsorge NRW. Tue Gutes und rede darüber: NRW-Innenminister Ralf Jäger (v.l.), Kriminalkommissarin Juliane Schild und Präses Nikolaus Schneider bei der Landespressekonferenz zum 50-jährigen Bestehen der Polizeiseelsorge NRW.

"Sie finden da tröstende Worte, wo die polizeiliche Struktur Professionalität verlangt. Sie haben stets ein offenes Ohr für den Menschen in Uniform ebenso wie für seine Angehörigen“, sagte der Minister vor Journalistinnen und Journalisten in Düsseldorf. Auf den Tag genau vor 50 Jahren hatte das Land Nordrhein-Westfalen mit den katholischen (Erz-)Bistümern und den evangelischen Landeskirchen eine Vereinbarung über die Polizeiseelsorge geschlossen. Heute sind landesweit 24 hauptamliche Seelsorgerinnen und Seelsorger bei den Polizeipräsidien und Kreispolizeibehörden im Dienst. Polizeiseelsorgerinnen und -seelsorger seien im partnerschaftlichen Miteinander von Staat und Kirche nicht wegzudenken. Für ihre Arbeit dankte der Minister ihnen.

„Wichtig ist es für uns Polizeibeamte, zu wissen, dass wir unsere Last nicht allein tragen müssen“, unterstrich Kriminalkommissarin Juliane Schild. „Denn nur so können wir gesund an Leib und Seele bleiben und damit auch unseren Dienst für die Bürger dieses Landes versehen.“ Reden helfe, sagte die Polizistin - und griff damit das Motto der Plakat- und Postkartenkampagne zum Jubiläum der Polizeiseelsorge in NRW auf. Das Motto der Kampagne: "Reden hilft!"

Sie wisse, dass sie bei größeren Schadenslagen im Unterabschnitt „Leichenidentifizierung“ eingesetzt werde, so Juliane Schild: „Ich werde mich im Falle eines Einsatzes darauf verlassen, dass ich damit im Nachhinein nicht allein gelassen werde. Das wird mir, so hoffe ich, helfen, auch diese Arbeit, im Interesse von Opfern und Angehörigen, so gut wie möglich zu leisten.“

Überzeugende Ökumene

Weihbischof em. Franz Grave machte als Vertreter der katholischen (Erz-)Bischöfe Nordrhein-Westfalens deutlich, warum sich Kirche in der Polizeiseelsorge engagiere, sie müsse "mitten in der Welt" bei den Menschen sein. Und so darf aus Graves Sicht die Polizeiseelsorge "nicht vom Tisch verschwinden". Dass die Kirchen in der Polizeiseelsorge eng zusammen arbeiten, nannte er ein Beispiel "überzeugender Ökumene".

Die Mitarbeitenden der Polizeiseelsorge wissen um die speziellen Belastungen des Polizeiberufes, sind als Mitarbeitende der Kirchen jedoch nicht in hierarchische Strukturen eingebunden, machte Präses Nikolaus Schneider als Vertreter der NRW-Landeskirchen deutlich: „Das macht sie frei in der Ausübung ihres Dienstes und gibt ihnen zugleich die Freiheit, der Polizei als Organisation mit einer Haltung der kritischen Solidarität zu begegnen.“

Die katholische und die evangelische Kirche seien froh, „dass uns diese Arbeit durch das Land ermöglicht und durch die Polizei tatkräftig unterstützt wird. Das ist nicht selbstverständlich. Wir freuen uns ebenso über die Wertschätzung, die unseren Seelsorgerinnen und Seelsorgern seitens der Polizei entgegengebracht wird und möchten uns für die partnerschaftliche Zusammenarbeit an der sensiblen Schnittstelle zwischen Kirche und Staat bedanken.“

Jubiläum mit Ökumenischem Gottesdienst

Gefeiert wird das 50-jährige Bestehen der Polizeiseelsorge in Nordrhein-Westfalen mit einem Ökumenischen Festgottesdienst. Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff (Aachen) als Vertreter der katholischen (Erz-) Bischöfe und Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), als Vertreter der evangelischen Kirchen leiten den Gottesdienst in der St.-Maximilian-Kirche in Düsseldorf. An diesem Gottesdienst wird auch Innenminister Jäger teilnehmen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 2. Juli 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 2. Juli 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / jpi, neu / 02.07.2012



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