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Präses Manfred Rekowski (vorn links) suchte das Gespräch mit den kirchlichen Umweltbeauftragten. Präses Manfred Rekowski (vorn links) suchte das Gespräch mit den kirchlichen Umweltbeauftragten.

Präses besucht Umweltbeauftragte

Sehnsucht nach Meer und Mehr

Präses Manfred Rekowski hat das Frühjahrstreffen der kreiskirchlichen Umweltbeauftragten in Bonn besucht. Er diskutierte mit den Ehrenamtlichen über die Gestaltung der Umweltarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Produktiver Gedankenaustausch Produktiver Gedankenaustausch

Unter den anwesenden Umweltbeauftragten aus 15 Kirchenkreisen und dem Präses entwickelte sich ein anregender und produktiver Gedankenaustausch. Yvonne Göckemeyer aus dem Kirchenkreis Leverkusen benannte in ihrem Eingangsstatement einige der Leitbilder, die für das eigene Engagement tragend sind, formulierte aber auch Erwartungen, was noch besser laufen kann und welche Unterstützung wünschenswert wäre.

Präses Rekowski bedankte sich für die Einladung, die seinem Ansatz des Lernens durch Begegnung entgegenkomme. Er versicherte, dass er das Thema Bewahrung der Schöpfung für ein zentrales kirchliches Handlungsfeld hält. Er verwies darauf, dass die Landessynode in vielen Beschlüssen den Stellenwert immer wieder betont hat. Dies zeigt sich auch in der diesjährigen Synode, die das Thema „Große Transformation“ einen Tag als thematischen Schwerpunkt gewählt hatte. Trotzdem ist es weiterhin wichtig, die Stellschrauben zu finden, mit denen sich etwas bewegen lässt und die sich positiv auf die Entscheidungsgremien auswirken.

Auf eigene Erfahrung zurückblickend, nannte er als einen wichtigen Schritt, dass man die Menschen am besten von etwas zu überzeugen kann, indem man sie für die Sache begeistert. Wenn ich mit Menschen ein Schiff bauen will, dann genügt es nicht allein sich Gedanken zu machen, welche Materialien und Werkzeuge es braucht, sondern es gilt bei den Angesprochenen die Sehnsucht nach dem Meer wecken, lautete seine Metapher, die breite Zustimmung erfuhr.

Auch wenn es immer wieder zu Frustrationen bei der eigenen Arbeit in der Gemeinde, im Kirchenkreis oder anderen Einrichtungen kommt, ist der ökologische Auftrag an die christliche Gemeinde allen Umweltbeauftragten eine Herzensangelegenheit.

Im zweiten Teil des Gesprächs ging es um die Frage nach den Strukturen, um in der rheinischen erfolgreich schöpfungsgerechtes Handeln zu praktizieren – mit anderen Worten ging es um die Baumaterialien und Werkzeuge. Hanno Sparbier-Conradus aus dem Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch führte in das Thema ein.

Wunsch nach Klimaschutzmanagern

Es wurde deutlich, dass die Umweltbeauftragten eine Notwendigkeit sehen, die Unterstützungs- und Beratungsstrukturen zu verbessern, um bei den Klima- und Energiezielen voran zu kommen. Für sie ist klar: Es braucht mehr Schulungen, mehr Beratung und mehr Informationsmaterialien. Die Anwesenden machten sich dafür stark, die derzeit vorbereitete Klimaschutzkonzeption zu beschließen und ab 2017 zwei Klimaschutzmanager zeitlich befristet einzustellen. Andere Landeskirchen und Bistümer hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Außerdem könnten dafür umfangreiche Fördermittel bei der Nationalen Klimaschutzinitiative beantragt werden.

Für die weitere Verstetigung und Stärkung der Umweltarbeit auf allen Ebenen erachten die Umweltbeauftragten die Einrichtung einer Stelle eines landeskirchlichen Umweltbeauftragten als sinnvoll. Die Anwesenden waren sich bewusst, dass dies zusätzliche finanzielle Mittel erfordert, wiesen aber darauf hin, dass die Bedeutung des Handlungsfeldes Bewahrung der Schöpfung allgemein bejaht wird und dass in den letzten 15 Jahren personell immer mehr reduziert worden ist. Ein Trend, der erst durch die Einrichtung der Projektstelle Umwelt, Klima, Energie 2012 gestoppt worden ist, die allerdings zeitlich befristet ist.

Präses Rekowski bot an, mit dem SprecherInnenkreis der Umweltbeauftragten zu der Frage der Stärkung der Umweltarbeit im Gespräch zu bleiben. Er regte an, die Einladung zur geplanten Exkursion im August 2016 auch an die Kirchenleitung zu schicken. Um das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ auf der Landessynode zu stärken, bietet sich nach Ansicht von Präses Rekowski an, dass aus den Reihen der Umweltbeauftragten jemand als berufenes Mitglied zur Landessynode eingeladen werden könnte.

Klimaschutzkonzeption wird der Landessynode 2017 vorgelegt

Zur Frage der personellen Zuständigkeiten gab er zu bedenken, dass in der jetzigen Situation nicht einfach neue zusätzliche Stellen beschlossen werden können. Vielmehr müsse insgesamt über die (Neu)-Gewichtung von Themen nachgedacht werden.

Es war ein gelungener Austausch, lautete die Einschätzung aller. Ein Austausch, der viel Übereinstimmung hinsichtlich der Wichtigkeit des ökologischen Auftrages gezeigt hat. Dass die „Sehnsucht nach dem Meer“ aus der Sicht der Umweltbeauftragten eben auch einen Bedarf eines Mehr an personellen Kapazitäten und Kompetenzen beinhaltet, wurde deutlich.

Der Landessynode 2017 wird die Klimaschutzkonzeption vorgelegt. Ebenso der Bericht der Kirchenleitung auf den Auftrag der diesjährigen Synode, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die Umweltbeauftragung perspektivisch wahrgenommen werden soll.

Umweltbeauftragte auch "beGeistert"

Die kreiskirchlichen Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche im Rheinland treffen sich zweimal im Jahr zu einem Erfahrungsaustausch, zur Diskussion von Fachthemen und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten. Derzeit gibt es in 27 Kirchenkreisen Synodalbeauftragte für Umweltfragen.

Die Umweltbeauftragten beteiligen sich beim Pfingstfest „beGeistert 2016- Weite wirkt“ am 15. Mai 2016 im Rahmen des Themenjahres „Reformation und die Eine Welt“ auf dem Markt der Möglichkeiten mit einem Informationsstand.

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ekir.de / bra, neu, Fotos: Martin Magunia / 18.03.2016



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