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Praxistag Fundraising Hansjörg Federmann berichtete beim Fundraisingtag aus der Praxis des Kirchenkreises Hattingen-Witten.

Praxistag in Düsseldorf

Fundraising lebt von aktiver Ansprache

Fundraising kann nur gelingen, wenn eine Kirchengemeinde ihre Finanzsituation transparent macht. Diese Erfahrung brachte Referent Hansjörg Federmann mit zum jüngsten Praxistag Fundraising der rheinischen, westfälischen und lippischen Landeskirche.

Federmann, Fundraisingreferent des Kirchenkreises Hattingen-Witten, warb am Donnerstag vor mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Düsseldorfer Landeskirchenamt für eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit in Finanzfragen. Dazu gehören für ihn auch ehrliche Informationen über die Finanzlage der Kirche. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen uns auch verstehen“, sagte er. Zugleich sollte eine Kirchengemeinde offensiv auf ihre Gemeindemitglieder zugehen. Bei der Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer sei das versäumt worden.

„Wir haben unsere Finanzpläne zu den Leuten zu tragen und können uns nicht damit begnügen, sie im Gemeindeamt auszulegen“, sagte Federmann, der neben seiner kreiskirchlichen Arbeit als Fundraisingreferent im Umfang einer halben Stellen als Gemeindepfarrer tätig ist.

Zulauf für Benefizveranstaltungen rund ums Essen

Die Kirchengemeinden seines Kirchenkreises Hattingen-Witten hatten im Jahr 2013 rund 1,2 Millionen Euro durch Fundraising eingeworben. Verantwortlich dafür ist auch eine intensive Fundraisingarbeit in den Kirchengemeinden, die die Kreissynode vor neun Jahren angestoßen hatte. Jede der 17 Kirchengemeinden hatte in Folge ein Fundraisingkonzept zu erstellen. Im Zentrum stehen Teams, in denen Mitglieder der Gemeindeleitung sowie fachlich kompetente Gemeindeglieder mitarbeiten und die zudem in enger Verzahnung mit dem Gemeindebüro agieren.

„Fundraising lebt von der aktiven Ansprache“, sagte Federmann weiter. Und auch von besonderen Projekten. Benefizveranstaltungen rund ums Essen haben derzeit besonderen Zulauf. Das Prinzip: Es wird gemeinsam ein hochwertiges Mehr-Gänge-Menü zubereitet und dafür eine Spende erbeten, die sich durchaus auf dem Niveau bewegen darf, die ein derartiges Essen in einem guten Restaurant kosten würde. „Die Bratwurst beim Gemeindefest wird ein Rückgrat des Fundraisings bleiben, aber es geht mehr“, sagte Federmann mit einem humorvollen Unterton.

EU-Fördermittel für aktive Gemeinden

Auch um EU-Fördermittel könnten Gemeinden sich bemühen. In Frage komme diese Form der Finanzierung beispielsweise bei Veränderungen in einem Stadtteil. Allerdings müsse die Kirchengemeinde dazu bereits im Quartier aktiv sein, etwa mit einer öffentlichen Bücherei oder einem Mittagstisch, sagte Federmann. Nur so könne sie sich als verlässliche Partnerin der Kommune empfehlen, die in solchen Fällen die Förderung bei der EU beantragt. Wie Kirchengemeinden selbst EU-Fördermittel für ihre Zwecke einwerben können, wie Förderanträge aussehen und wer dabei helfen kann, dass wurde beim Praxistag in mehreren Workshops durchgespielt.

Ein weiterer Workshop ging der Frage nach, wie eine Kirchengemeinde erfolgreich ehrenamtlich Mitarbeitende gewinnt. Dazu müsse sie sich über klare Abläufe sowie auch über Inhalte und Ziele verständigen, sagte Karen Sommer-Loeffen, Referentin der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Ehrenamtsarbeit sei Beziehungsarbeit, und die sei nur erfolgreich, wenn sie mit System geschehe.

Nächster Fundraisingtag in Dortmund

Dazu gehört für Sommer-Loeffen auch ein intensives Erstgespräch, in dem Erwartungen, Fähigkeiten, aber auch Grenzen zur Sprache kommen. Jemandem nur zu sagen: „Mach mal“, genüge nicht. Damit ein solches Gespräch zum Ziel führe, müsse sich eine Kirchengemeinde auch klar darüber sein, was sie wolle, welche Botschaft sie habe und was sie Menschen bieten könne. Eine der zentralen Fragen dabei: „Was benötigen Gemeindemitglieder oder andere, um sich wohl zu fühlen? Und welche Ideen bringen Menschen dazu ein?

Der nächste rheinisch-westfälisch-lippische Fundraisingtag findet in Zusammenarbeit mit der KD-Bank am 3. September in Dortmund statt. Dann geht es um die Möglichkeiten, die sich einer Kirchengemeinde als Partnerin etwa eines kommunalen Projektes bieten.

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ekir.de / wb / Foto: Michél Schier / 13.02.2015



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