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Hans-Böckler-Straße 7
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Tel.: 0211 - 4562-373
Fax: 0211 - 4562-490
Mail pressestelle@ekir.de

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Predigten von Präses und Kardinal zum Tag der Deutschen Einheit

„Gott schenkt Kraft, um Schlagbäume zu öffnen und Grenzen zu überschreiten“

Pressemitteilung Nr. 93/2011

Achtung, Sperrfrist: Montag, 3. Oktober 2011, 10.30 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort.

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Metropolit Augoustinos predigen im Ökumenischen Gottesdienst zur zentralen Feier des Tages der Deutschen Einheit am Montag, 3. Oktober 2011, um 10 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche in Bonn. An dem Gottesdienst, der live im ARD-Fernsehen übertragen wird, nehmen auch Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft und Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Nachfolgend finden Sie den Predigtimpuls von Präses Nikolaus Schneider. Der Predigtimpuls von Joachim Kardinal Meisner hängt als pdf-Datei an. Bitte beachten Sie die o.a. Sperrfrist und den Wortlautvorbehalt!

Präses Nikolaus Schneider

Predigt beim Ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit in

der Kreuzkirche Bonn am 3. Oktober 2011

(Dieser Impuls ist eingebettet in liturgische Szenen an einem Schlagbaum.)  

Grenzerfahrungen bestimmen das Leben von Menschen. Immer wieder neu erleben wir die Grenzen des Machbaren. Immer wieder neu stoßen wir auf die Grenzen  unseres Denkens und Verstehens, unserer Freundlichkeit und Geduld und auch unseres Handelns – es lässt sich nicht alles verwirklichen, was wir uns vornehmen. Unsere engen Grenzen liegen auch in uns selbst!   Wir erleben und erleiden, dass Pläne scheitern, dass  Beziehungen zerbrechen. Wir werden mit dem Tod geliebter Menschen und mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert – unsere engen Grenzen werden uns auch gesetzt.   Menschen erleben und erleiden – im Privaten und im Politischen -  das Bruchstückhafte und die Vergänglichkeit alles  menschlichen Planens,  Gestaltens und Wirkens.   Gott, der Schöpfer und Herr des Lebens, hat uns Menschen Grenzen gesetzt. Damit wir Menschen uns nicht verheben und  uns untereinander und gegeneinander nicht als allwissende und allmächtige Abgötter aufspielen. Damit wir Menschen unsere letztgültigen Gewissheiten und Hoffnungen auf Gott setzen. Und nicht auf uns selbst oder andere Menschen. Denn das ist uns verheißen: Gottes lebendiges Wort kann und wird uns von dem Zwang befreien, einander und gegeneinander „Eiserne Vorhänge“, Grenzen der Feindschaft und Abschottung zu setzen.   Solange wir Menschen aber unsere letztgültigen Hoffnungen und Gewissheiten allein in unsere eigene Macht und Herrlichkeit setzen, solange werden wir erleben und erleiden: Menschen errichten  immer wieder neue innere und äußere Schlagbäume. Aus Misstrauen, aus Angst und aus Gier: wollen wir haben und behalten, absichern und beherrschen; wollen wir unsere tradierten Werte bewahren und unsere materiellen Besitztümer nicht aufs Spiel setzen. Wir wollen uns nicht verändern und nicht teilen müssen. Wir sind gefangen und gelähmt in unserer Angst, in eine offene Zukunft zu gehen und  unser Leben zu verlieren. Wir bleiben gefangen und gelähmt in einem krampfhaften Bemühen, das Unsrige und die Unsrigen abzugrenzen und abzusichern.  

„Und wenn morgen die Welt unterginge,

so wollen wir doch heute noch unser Apfelbäumchen pflanzen.“ -,

dieses Freiheitswort wird Martin Luther zugeschrieben. Dieses Wort gibt uns Zeugnis von einer christlichen Lebenszuversicht, die weiter sieht, weiter denkt und weiter glaubt als das Erinnern an menschliche Bemühungen, das Betrauern menschlicher Niederlagen und das Feiern menschlicher Erfolge in unserer Geschichte und Gegenwart. Christenmenschen vertrauen darauf, dass Gottes Himmel für uns durch Jesus Christus geöffnet ist.   In dieser Gewissheit und in der Hoffnung, dass unser Leben und unsere Zukunft in Gottes Reich letztgültig aufgehoben und gesichert sind, können wir mit unseren Ängsten leben und der Begrenztheit und der Vergänglichkeit  alles menschlichen Wirkens realistisch ins Auge sehen. Und müssen dabei nicht in Gleichgültigkeit, Resignation, Zynismus oder selbstsüchtige Lebensgier verfallen. Und müssen uns nicht mehr mit Schlagbäumen abschotten und abfinden. Im Vertrauen auf Gottes Wort und Verheißung können wir Freiheit und Verantwortung leben auch angesichts des Todes. Können wir nachhaltig entscheiden und handeln auch angesichts der Vergänglichkeit. Die Bindung an Gottes lebendiges Wort Jesus Christus schenkt uns Menschen gleichsam immer neue Kraft, um Schlagbäume zu öffnen und Grenzen zu überschreiten.          

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 4. Oktober 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 7. Oktober 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 04.10.2011



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