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Foto: Martina Schönhals In der "Protsburger Puppenkiste" wurde Kasperl Finanzminister.

Protestantischer Karneval

„Kölner Blauköpfe statt Düsseldorfer Grauköpfe“

„Die Evangelische Kirche im Rheinland retten“ – das war das Bestreben der wahrhaftig „außerordentlichen Sitzung“, die in Köln eine umjubelte Premiere feierte: Bunt kostümierte „Gemeindedelegierte“ berieten über nichts weniger als „die Zukunft der Kirche“.

Unter straffer Führung des dreiköpfigen Präsidiums - bestehend aus Pfarrer Alfons Böckelmann alias Detlev Prößdorf, Schatzmeister Dr. Bernward Geldner alias Heribert Rösner und dem ehrenamtlichen Allround-Talent Ester Schmitz alias Dorothee Schaper - wurde am Samstag eine lange Liste von Tagesordnungspunkten abgehandelt. Das Themenspektrum reichte von der Bewerbung der Kirche als „immaterielles Kulturerbe“, über zu lockeren Konfirmandenunterricht bis zum „missionarischem Aufbruch am Ballermann“.

„Totgesagte leben länger“ – neues Ensemble an neuem Ort

Nach einem Jahr kreativer Schaffenspause hieß es wieder „lustig mit Anspruch“: Mit verändertem Ensemble und in neuen Räumen ging eine Neuauflage der weit über Köln hinaus bekannten „Prot´s“-Sitzung an den Start. Das Gemeindezentrum in Bocklemünd im Kölner Norden war zu eng geworden. Dort hatten die „Blauköpp“, so benannt nach den blauen Uniformen preußischer Soldaten, seit 1997 alle zwei Jahre getagt. Das neue Domizil im Kölner Süden, im Berufsförderungswerk Michaelshoven, bietet jetzt mehr Platz, angemessene Fluchtwege und Parkplätze gleich vor der Tür. Nicht fehlen durfte auch hier das Motto-Lied „Ich bin ´ne Prot´s-Löffel – halleluja!“ ebenso wenig wie die die Hausband „Vogelsang noise connection (VNC)“ und der wandelbare Südstadtchor unter der Leitung von Thomas Frerichs. Zu den Klängen von „Thriller“ zog er zu Beginn der Sitzung in Zombiegestalt auf die Bühne, frei nach dem Motto „Totgesagte leben länger“

„Humor ist eine Gottesgabe, Rechnungswesen aber nicht“

Erster Tagesordnungspunkt waren „Grußworte“, die das Präsidium vom Blatt ablas. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ließ ausrichten: „Humor ist eine Gottesgabe, Rechnungswesen aber nicht“. Und „Mister President“ Barack Obama bat darum, auf allen Kirchtürmen Abhöranlagen installieren zu dürfen. Weitere Seitenhiebe waren vor allem kirchenpolitisch. Echte Schläge gab es von der VNC-Band: Als gewaltbereite Demonstranten lauerten sie der Kirchenleitung vor dem Hildener Schulzentrum auf. Mit ihren Schlagrohren erzeugten sie die Melodie „Danke“ als ironische Antwort auf die einschneidenden Sparmaßnahmen.

Schlafen „wie im Finanzausschuss“

Schlag auf Schlag ging es unter der Regie von Lutz Weber weiter: In der „Protsburger Puppenkiste“ musste der Ehrenamtler, das „Depperl“, alle wichtigen Aufgaben wahrnehmen und unter anderem die Prinzessin aus den Klauen des Krokodils befreien, während der Kasperl eigentlich aufpassen sollte, die wichtigsten Dinge aber „wie im Finanzausschuss“ verschlief. Am Ende wurde der Kasperl trotzdem Finanzminister und durfte sogar die Prinzessin heiraten.

Zwei Konfirmanden beschwerten sich über „grauenhaften Unterricht – wie in den 70ern“. Statt dauernd Billard und Kicker zu spielen wollten sie viel lieber über historische Bibelquellen diskutieren und auch mal wieder eine „anständige Orgel“ hören als immer nur den Gitarre spielenden Pfarrer. Das Ensemble „Dünnpfiff“ überzeugte mit Gesang auf dem Kölner Dom und mit Fäkalanspielungen auf Kölner Plätzen. Mit der Aktion „Bibel am Ballermann“ sollten neue Kirchensteuerzahler im sonnigen Süden gewonnen werden. Und der Engel der himmlischen Telefonseelsorge war genervt, weil er Margot helfen sollte, einen Titel für ihr neues Buch zu finden.

Bunte Beffchen-Modenschau

Die Anwesenheitskontrolle ergab, dass Menschen aus allen vier Kölner Kirchenkreisen angereist waren, ebenso aus Düsseldorf, Paderborn und Zürich. Die Beschlussfähigkeit wurde mit donnerndem Alaaf festgestellt. Nach einer bunten Beffchen-Modenschau - mit einem fairen Jute-Modell, inklusiven Beffchen für Große und Kleine und einem überdimensionalen silbernen mit dem Namen „Dorf-Chic de luxe“ für Düsseldorfer - kam es auch noch zu einem Beschluss für „eine buntere Beffchenkultur“, weil „die weißen den Pfarrern zum Hals raushängen“.

Zur Ausgangsfrage „Wie geht es weiter mit der Evangelischen Kirche im Rheinland?“ zog das Präsidium unter großem Applaus zum Abschluss folgendes Fazit: „Mehr Prot´s für Protestanten! Kölner Blauköpfe statt Düsseldorfer Grauköpfe!“

Für die Aufführungen am 21., 22. und 23. Februar gibt es noch Restkarten zum Preis von 20 Euro , ermäßigt 15 Euro, in der Evangelischen Informationsstelle im CityPavillon neben der Antoniterkirche, Schildergasse 57, montags bis freitags 12 bis 16 Uhr, oder an der Abendkasse. Der Erlös ist für Kölner Jugendprojekte bestimmt.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 17. Februar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 17. Februar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Text und Foto: Martina Schönhals / 17.02.2014



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