EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Mitten im Leben: Auch der Satz 'Meine Zeit steht in deinen Händen', angebracht in der Kölner Kartause, stammt aus den biblischen Psalmen. Mitten im Leben: Auch der Satz "Meine Zeit steht in deinen Händen", angebracht in der Kölner Kartause, stammt aus den biblischen Psalmen.

Reformationsjubiläum

Lust auf Psalmen

„Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!“ Im Alten Testament finden sich die Psalmen. Es sind Bitten, wie dieses Flehen gegenüber Gott. Es sind Klagen, Flüche, Dank. Die 150 Psalmen sind ein Schatz für das Leben und den Glauben, den Gottesdienst und das Gebet. 

Deshalb sind die Psalmen das Thema der ersten großflächig angelegten ökumenischen Aktion zum Reformationsjubiläum 2017 in Köln. Getragen wird sie von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln.

„Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen“, heißt es in Psalm 31. Die Psalmen sind Worte und Bilder voller Kraft und Leben. In diesen biblischen Texten ist Gott weder fern, noch oben, noch draußen, sondern mitten im Lieben, Leiden, Leben. „Mit Psalmen Brücken bauen“, so lautet der Titel der Mitmachprojekts, das genau jetzt startet: „Lust auf Psalmen“ heißt der Auftakt-Workshop am 29. August in Köln.

Im Neujahrsgottesdienst am 24. Januar 2016 in der Kölner Kartäuserkirche folgt die Eröffnung des Projekts, das über mehrere – auch lokale – Stationen in ein gemeinsames Ziel mündet: einen Ökumenischen Brückenweg am Pfingstmontag 2017.

Ökumenisch? Die Reformation, die sich 2017 zum 500. Mal jährt, hat ja tatsächlich die Einheit der Kirche zerbrochen. Christinnen und Christen leben und glauben getrennt, soweit nicht von ökumenischem Engagement zusammengeführt.

Gemeinsames Projekt: Monsignore Rainer Fischer (r.) und Pfarrer Dr. Martin Bock. Gemeinsames Projekt: Monsignore Rainer Fischer (r.) und Pfarrer Dr. Martin Bock.

Ökumenisch! „Luther gehört nicht mehr allein den Protestanten“, sagt Dr. Martin Bock, der Pfarrer ist Leiter der Melanchthon-Akademie Köln und Vorstandsmitglied der ACK Köln. Für ihn ist klar: Das Jubiläum soll „keine Lobhudelei“ auf den Reformator Martin Luther werden. Und: Protestantinnen und Protestanten werden „nicht für sich in abgeschlossenen Räumen“ feiern.

Hören, lesen, malen, singen, dichten, denken, beten, pilgern. Gemeinden können und sollen sich vielfältig an der Aktion beteiligen, auch je eigene Weise auf den (Brücken-) Weg machen. Schon jetzt steht fest: die Ausstellung „Lebensraum Psalmen“, das jüdisch-christliche Musikprojekt „Tehillim“ und eine ökumenische Mitmachausstellung für Jugendliche.

Eine Arbeitshilfe soll Gruppen beim Mitmachen anregen. Monsignore Rainer Fischer, der katholische Pfarrer ist der Kölner ACK-Vorsitzende, sagt: „Wir sind heutzutage viel zu verkopft in der religiösen Diskussion.“ Seine Hoffnung: dass die Psalmen die Menschen auf einfache Weise ins Gespräch bringen.

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, heißt es in Psalm 23. „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.“

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / Anne Siebertz, Anna Neumann / 28.08.2015



© 2015, Evangelische Kirche im Rheinland – EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung