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Mutterhaus Kreuznacher Diakonie Das Mutterhaus der Kreuznacher Diakonie entworfen vom Architekten Friedrich Langenbach

Reformation und Architektur

Die diakonische Anstalt als Gottesstadt

Nach der Wechselwirkung von reformatorischem Gedankengut und dem Bauen fragt eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. In der Kreuznacher Diakonie geht es am Samstag, 25. Oktober, um Gebäude für kranke Menschen.

„Die Reformation nimmt Abschied von der mittelalterlichen Fixierung auf das Jenseits als einzigen Ort der Gerechten“, erklärt der Mainzer Theologieprofessor Dr. Stephan Weyer-Menkhoff zur vierteiligen Reihe „Reformation und Architektur“. Wo das Diesseits nicht mehr nur Jammertal sei, habe man sich um seine Verbesserung zu kümmern. Bereits im 16. Jahrhundert bekämen das Wohn- und Wirtschaftshaus der Großfamilie, das Pfarrhaus und die Schule Bedeutung über rein praktische Zwecke hinaus.

Im 19. Jahrhundert führte das evangelische Lebensgefühl des heilen Raumes laut Weyer-Menkhoff zur Bewegung der Inneren Mission. Es entstünden „Rettungs-Häuser“. Sie wollten als Idealstädte Waisen und verwahrlosten Jugendlichen, Kranken und Behinderten physisch und spirituell einen heilen, heilenden Raum geben.

Architektur und Genesungsprozesse

In zwei Vorträgen geht es am Samstag in Bad Kreuznach zunächst um die Geschichte des diakonischen Gedankens. Ausgehend von der Theologie zum Heil des Menschen entwickelt die Gießener Kirchenhistorikerin Professorin Dr. Athina Lexutt die protestantische Sicht auf „Raum und Heilung“. Dr. Ulrike Winkler, Politikwissenschaftlerin und Historikerin aus Trier, untersucht unter dem Titel "Heil und Heilung" das Verständnis einer diakonischen Anstalt als Gottesstadt.

Der Düsseldorfer Kunsthistoriker Professor Dr. Jürgen Wiener stellt die Wohlfahrtsstadt Ludwig Hilbersheimers aus den 20er Jahren ins Zentrum seines Vortrags. Das Modell der Wohlfahrtsstadt wurde 1926 in einer großen Ausstellung für „Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“ in Düsseldorf vorgestellt.

Die Architektin Tanja Eichenauer präsentiert Forschungsergebnisse zur Wirkung und Wechselwirkung von Architektur und Gestaltung auf Genesungsprozesse. Sie forschte am Fachgebiet Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens an der Technischen Universität Berlin und organisierte Symposien zum Thema heilende Architektur.

Führungen in der Kreuznacher Diakonie

Die praktische Umsetzung des diakonischen Gedankens in der Kreuznacher Diakonie können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung in zwei Führungen erleben: Die Landschaftsarchitektin Ute Wünsch erläutert ihre Freiraumplanungen und parallel wird die Kreuznacher Diakonie als Ganzes besichtigt.

Anlass für die Reihe „Reformation und Architektur“ liefert das kommende 500. Reformationsjubiläum 2017. Eine erste Veranstaltung widmete sich bereits in Mainz dem Thema „Wort und Raum“. Die Veranstaltungsreihe wird am 21. März 2015 mit dem Thema "Bildender Raum" fortgesetzt. Im Oktober 2015 folgt zum Abschluss die Tagung "Öffentlicher Raum". Anschließend soll die Reihe dokumentiert werden.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 23. Oktober 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 24. Oktober 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Foto: © Bilderwelt Stiftung Kreuznacher Diakonie / 23.10.2014



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