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Pläne für das Reformationsjubiläum

Vergnügt, erlöst, befreit und ökumenisch

Das bevorstehende Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation wird ein Christusfest, die Feiern erhalten ein "ökumenisches Vorzeichen". Das hat Präses Manfred Rekowski vor Journalistinnen und Journalisten bei der Vorstellung der Pläne zum Reformationsjubiläum deutlich gemacht. 

Pfarrer Martin Engels, der Projektleiter der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Reformationsjubiläum, sagte verheißungsvoll: "Wir haben viel zu erwarten." Symbolträchtige 500 kleine und große Veranstaltungen seien in den rheinischen Gemeinden in Vorbereitung. Hinzu kommen landeskirchliche Vorhaben wie die - passend zu Martin Luthers 95 Thesen, die die Reformation 1517 in Gang brachten - 95 Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, wie das Kunstprojekt "reFORMation transFORMation", wie das Magazinprojekt "500 Jahre Reformation - und jetzt?!"

Im Blick auf die ökumenische Ausrichtung knüpften die Kirchen an gewachsenes Vertrauen an, unterstrich Präses Rekowski. Dazu nannte er gemeinsame Erklärungen und die "florierende Nachbarschaftsökumene" in den Gemeinden. Ohne konfessionelle Spaltungen und Konflikte zu verheimlichen - der Perspektivwechsel hin zu Christus stehe im Zentrum der Reformation. "Den gemeinsamen Blick auf Christus teilen heute alle christlichen Konfessionen." Und beispielsweise in der Flüchtlingsarbeit zeige sich, "wie ausgesprochen gut" die Kirchen zusammenarbeiten.

Ökumenische Andacht mit dem Kölner Kardinal

Präses Rekowski wird am entscheidenden Datum, dem 31. Oktober 2017, abends im Altenberger Dom mit dem Kölner Erzbischof Rainer Kardinal Woelki gemeinsam eine Ökumenische Abendandacht halten - "das finde ich besonders schön". Für das Reformationsjahr, das mit den Reformationsfeiern am 31. Oktober beginnt, als Christusjahr sieht der leitende Theologe drei Chancen: Ernte einfahren - die ökumenischen Beziehungen bekräftigen und vertiefen. Wunden heilen - gegenseitige Verletzungen aufarbeiten. Und Zukunft gestalten: Formen von kooperativer, arbeitsteiliger und stellvertretender Ökumene fortentwickeln.

Glaube trifft mitten ins Leben und ins Herz: Projektleiter Martin Engels. Glaube trifft mitten ins Leben und ins Herz: Projektleiter Martin Engels.

Auf Dialog angelegt

Projektleiter Martin Engels formulierte so: Das Jubiläum sei kein Betriebsjubiläumsfest, sondern auf Dialog angelegt. Das zeige sich schon darin, dass verschiedene Partner beteiligt sind, neben den ökumenischen auch zivilgesellschaftliche, besonders kulturelle. Das landeskirchliche Motto "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit", einem Psalmtext von Hanns Dieter Hüsch entnommen, verbinde die rheinischen Aktivitäten und folge dem Anspruch der Reformatoren, die Orientierung an Gottes Wort neu ins Gespräch zu bringen.

Bei den 95 Gottesdiensten an ungewöhnlichen Orten gehe es keinesfalls um den reinen Export des klassischen Sonntagsgottesdienstes an einen anderen Ort, sondern: "Der Glaube gehört in den Alltag." Zum Beispiel: Ein Gottesdienst wird im sog. Kronleuchtersaal gefeiert werden, einem unterirdischen Backsteingewölbe am Kölner Ebertplatz, einem Teil der Abwasserkanalsysteme. Andere besondere Orte werden ein Puppenmuseum sein, eine Tankstelle, ein Hügel, eine Einkaufspassage.

Auf der Suche nach Veränderungsimpulsen

Und weil es keine eigene Nabelschau geben soll, stellt sich die Kirche auch dem Gespräch mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern, hat das Kunstprojekt "reFORMation transFORMation" auf den Weg gebracht. Die Werke von elf Künstlerinnen und Künstlern werden in der Vernissage im März 2017 in Düsseldorf erstmals präsentiert und wandern dann durch weitere fünf zentrale Kirchen.

Um Veränderungsimpulse geht es auch beim Magazinprojekt "500 Jahre Reformaion - und jetzt!?", zu dem Studierende und Young Professionels aus Publizistik, Theologie, Grafikdesign, Fotografie sowie Druck- und Medientechnologie eingeladen sind. Zu den weiteren Vorhaben gehört eine Staffel mit 13 großen Konzerten.

Urlesung als Vorgeschmack auf die Uraufführung: Laura Remmler und Gregor Höppner lesen Ausschnitte aus Urlesung als Vorgeschmack auf die Uraufführung: Laura Remmler und Gregor Höppner lesen Ausschnitte aus "Ich fürchte nichts...".

Echte Urlesung

"Sie erleben eine Urlesung." Mit diesem Wort leitete Gregor Höppner vom N.N. Theater (Köln) eine Art Uraufführung ein: Zusammen mit seiner Schauspielkollegin Laura Remmler las er Szenenausschnitte aus dem Stück "Ich fürchte nichts....", dem Luther-Stück, das im Februar uraufgeführt werden wird, genauer gesagt an einem ausgetüftelt sinnfälligen Datum: 17-02-2017. "Du warst eine gute Ehefrau", dankt da der sterbende Martin Luther seiner Frau Katharina von Bora. Sie erwidert den Dank, ergänzt: "Die Wasser der Elbe waren nicht immer ruhig."

Vier Schauspieler bzw. Schauspielerinnen werden 38 Rollen übernehmen, skizzierte Höppner das Stück, das von mehr als 60 Kirchengemeinden gebucht wurde; weitere Buchungen möglich. Die Proben beginnen im November, ein Drittel der Gemeinden werden einen Chor dabei haben. Gregor Höppner ist sich sicher: "Das wird sehr sehr aufregend." Und Pfarrer Engels ist gespannt auf diesen "Seitenblick" und das "gewagte Unternehmen - aber ohne Wagemut gab es auch keine Reformation".

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ekir.de / neu / 24.10.2016



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