Landessynode 2017
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Präses Manfred Rekowski mit der Figur der Ilse Härter aus der Reformatorinnen-Ausstellung. Präses Manfred Rekowski mit der Figur der Ilse Härter aus der Reformatorinnen-Ausstellung.

Reformationsjubiläum

Wie Frauen die Kirche reformierten

Die Reformation war keine „Ein-Mann-Show“ Martin Luthers. Bedeutende Frauen der Reformation hat die Evangelische Kirche im Rheinland mit einer Ausstellungseröffnung auf der Landessynode in Bad Neuenahr gewürdigt. Die Ausstellung „Reformatorinnen. Seit 1517“ ist ein Beitrag der rheinischen Kirche zum Reformationsjubiläum.

Die Ausstellung sei ein wichtiger Beitrag zur rheinischen Art, Reformation zu feiern, sagte Präses Manfred Rekowski bei der Eröffnung. Denn sie beschränke sich nicht nur auf eine historische Sicht, sondern richte den Blick auch auf die Gegenwart und in die Zukunft. Den Ausstellungstitel „Reformatorinnen“ bezeichnete Rekowski als „bewusste Provokation, die auch gut ins Rheinland passt“. Frauen, die die Kirche reformierten oder reformieren, „die gab und gibt es“, unterstrich er.

Diese Perspektive passe zur rheinischen Kirche, weil ihr zum einen die Geschlechtergerechtigkeit ein wichtiges Anliegen sei. Zum anderen sei es typisch für die rheinische Kirche, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dies tue die Ausstellung, indem sie anhand von Biographien sichtbar mache, wie viel Mut, Kreativität und Innovationspotenzial nötig waren, um die Kirche zu reformieren.

Mit der Figur der Sibylle von Jülich Kleve Berg: Theologin Irene Diller vor der Reformatorinnen-Ausstellung. Mit der Figur der Sibylle von Jülich Kleve Berg: Theologin Irene Diller vor der Reformatorinnen-Ausstellung.

Die Ausstellung stellt 13 bedeutende Frauen der Reformation vor. Ausgewählt wurden drei Gruppen, erläuterte Irene Diller, Theologin in der Gender- und Gleichstellungsstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland, die das Projekt entwickelt und realisiert hat. Erstens Frauen, die als Schriftstellerinnen theologisch gearbeitet haben, wie Argula von Grumbach. Sie verfasste Flugschriften in hohen Auflagen, „die mit denen von Luther durchaus mithalten können“, so Diller.

Zweitens Herrscherinnen, die beherzt das umsetzten, was sie für wahr und richtig hielten, wie Elisabeth von Calenberg-Göttingen. Die Herzogin habe eine Landeskirchenordnung und die erste protestantische Staatsethik verfasst. Drittens Ehefrauen von Reformatoren, die wie Luthers Frau Katharina von Bora das reformatorische Wirken unterstützten und beförderten.

„Später kamen andere Rollen hinzu, die Frauen wahrnehmen konnten und in denen sie die Kirche weiterhin reformierten“, so Diller. Deshalb gehörten auch Friederike Fliedner, die Mitbegründerin der Kaiserswerther Schwesternschaft, die erste ordinierte Theologin der rheinischen Kirche, Pfarrerin Ilse Härter, und die Theologin Dorothee Sölle in die Ausstellung.

Selfies willkommen

Neun Reformatorinnen können Besucherinnen und Besucher der Landessynode nahe kommen: Als lebensgroße Holzfiguren stehen sie im Dorint Parkhotel, dem Tagungszentrum in Bad Neuenahr, und im angrenzenden Dahliengarten – für ein Selfie oder eine Begegnung auf Augenhöhe. Audio-Angebote ergänzen die Ausstellung, zu erreichen über QR-Codes auf den Figuren und Roll-Ups sowie auf der Internetseite www.reformatorinnen.de.

Die multimediale Ausstellung wurde finanziell gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Sie wird in diesem Jahr noch an rund vierzig Orten zu sehen sein: in vielen Kirchenkreisen im Rheinland, beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin, bei der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg, beim Ökumenischen Christusfest in Koblenz und auf der nordrhein-westfälischen Landesgartenschau in Bad Lippspringe.

Kirchengemeinden können die Wanderausstellung für Termine im Jahr 2018 buchen bei der Gender- und Gleichstellungsstelle der rheinischen Kirche: www.ekir.de/gender. Voraussichtlich im März erscheint zudem ein ausführlicher Ausstellungskatalog.

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ekir.de / uks, Fotos: Hans-Jürgen Vollrath / 10.01.2017



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