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Das Projekt 'Refugee Reporting' hat in einer Studie die Darstellung von geflüchteten Menschen in den Medien in sieben europäischen Ländern verglichen. Das Projekt "Refugees Reporting" hat in einer Studie die Darstellung von geflüchteten Menschen in den Medien in sieben europäischen Ländern verglichen.

Studie

„Die Menschen sichtbar machen“

„Refugees Reporting“ heißt eine internationale Studie über die Darstellung von Flüchtlingen in den Medien. Ein Ergebnis ist, dass geflüchtete Menschen selbst kaum zu Wort kommen, sagt Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der rheinischen Kirche und Mitglied im Lenkungskreis des Projekts.

Ralf Peter Reimann Ralf Peter Reimann

Worum geht es in der Studie?
Refugees-Reporting ist eine Studie zur Repräsentanz von Flüchtlingen in den Medien. Wir haben in sieben verschiedenen Ländern analysiert, wie dort über Flüchtlinge berichtet wird. Wir haben uns angesehen, was es überhaupt an Berichterstattung gibt und wie Flüchtlinge dargestellt werden: Ob sie selbst zu Wort kommen, in welchen Kontext sie gerückt werden.

Warum ist das wichtig?
Weil das Bild von Flüchtlingen, das in den Medien transportiert wird, die öffentliche Meinung prägt.

Und welches Bild transportieren die Medien?
Besonders auffällig ist, dass Flüchtlinge häufig nur als „Flüchtlinge“ beschrieben werden – fast wie eine Berufsbezeichnung. Das heißt, das einzige, was man über sie erfährt, ist, wo sie herkommen. Wir finden es aber wichtig zu zeigen, dass Flüchtlinge Menschen sind. Und an diesem Punkt können Journalistinnen und Journalisten noch aufmerksamer arbeiten. Vor allem, indem sie Flüchtlinge zu Wort kommen lassen. Es wird sehr viel über Flüchtlinge gesprochen, aber nicht mit ihnen. Und das hoffen wir, mit der Studie zu ändern: Wir wollen dazu ermutigen, die Menschen sichtbar zu machen.

Wem können die Erkenntnisse der Studie nun etwas bringen?
Wir haben in der Studie nicht nur analysiert, sondern auch Empfehlungen formuliert. Diese richten sich zum einen an Journalistinnen und Journalisten, zum anderen aber auch an Flüchtlinge selbst. Oft gibt es kein Verständnis dafür, wie Medien in Europa arbeiten. Wir werben um  Vertrauen und geben Hinweise, wie sie ihre Stimme am besten in den Medien einbringen können.
Auch für Hilfsorganisationen haben wir Empfehlungen, denn wir haben festgestellt, dass sie Flüchtlinge häufig von den Medien abschirmen und vor ihnen beschützen wollen. Das ist auf der einen Seite gut und verständlich, sie sollen ja auch reißerischer Berichterstattung nicht ausgeliefert werden. Auf der anderen Seite haben Flüchtlinge Kommunikationsrechte und sie sollen sich selbst ausdrücken dürfen. Es ist wichtig, dass zu seriösen Journalistinnen und Journalisten Vertrauen aufgebaut werden kann, damit Flüchtlinge ihre eigene Geschichte erzählen können.

„Refugees Reporting“ ist ein Projekt der Kommission der Kirchen für Migrantinnen und Migranten in Europa (CCME) und der europäischen Sektion des Weltverbandes für Christliche Kommunikation (WACC). Unterstützt wird es unter anderem von der italienischen Waldenser-Kirche und der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Studie wird am heute, am 16. November, in Brüssel vorgestellt. Ein Video-Statement vom rheinischen Präses Manfred Rekowski gibt es hier.

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ekir.de / cs, Fotos: Refugees Reporting, Michel Schier / 16.11.2017



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