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Diskutierten wie Ehrenamt gestaltet werden muss: (v.l.) Jürgen Becker, Hamida Steinhaus, Christina Kampmann, Helga Siemens-Weibring und Ayoub Chak. Foto: (c) LSB NRW | Andrea Bowinkelmann Diskutierten wie Ehrenamt gestaltet werden muss: (v.l.) Jürgen Becker, Hamida Steinhaus, Christina Kampmann, Helga Siemens-Weibring und Ayoub Chak. Foto: (c) LSB NRW | Andrea Bowinkelmann

Ehrenamt

Zwischen Freude und dem Erkennen von Grenzen

Rund 30 Millionen Bundesbürgerinnen und -bürger engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge. Viele von ihnen im Rheinland. Was kann und muss für sie noch getan werden? Dies wurde im FFFZ (Film-, Funk- und Fernsehzentrum) Düsseldorf mit rund 100 Teilnehmenden unter dem Titel „Refugees welcome – Ehrenamt am Limit?“ diskutiert.

Organisiert wurden die beiden Diskussionsrunden von der „Plattform zur Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements in Nordrhein Westfalen“, durch den Nachmittag führte Kabarettist Jürgen Becker als Moderator. „Freiwillige sind der Motor der Demokratie“, erklärte Gabriele Schmidt von der Plattform in ihrer Begrüßung.

Auch Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche unterstrich in seinem Grußwort die Wichtigkeit des ehrenamtlichen Engagements: „Die Aufnahme der vielen Flüchtlinge hat die ehrenamtliche Arbeit noch einmal verändert. Es braucht feste Strukturen, eine Kultur der Wertschätzung für das Ehrenamt und eine faire Austarierung zwischen Haupt- und Ehrenamt.“

Ehrenamt darf die Freiwilligen nicht überfordern

In den „Talkrunden“ mit Christina Kampmann, NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, sowie Vertretern aus Vereinsverbänden und sozialen Organisationen wurde schnell der Tenor der Veranstaltung deutlich: Viele Menschen verbringen Teile ihrer Freizeit gerne als Ehrenamtliche, doch gerade in Zeiten der Flüchtlingsströme hat sich diese Tätigkeit verändert und darf die Freiwilligen nicht überfordern. Zudem wünschen sich viele Verbände und Organisationen mehr Wertschätzung für die Ehrenamtlichen – auch und gerade von Seiten der Politik.

„Der Mensch schaut inzwischen genau hin und überlegt sich, was ihn interessiert“, Hamida Steinhaus, Ehrenamtskoordinatorin der GGUA (Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender) Münster. „Um ein passendes Engagement zu finden, vermitteln wir beispielsweise so etwas wie Patenschaften. Heutzutage müssen Hintergrund, Motivation und verfügbare Zeit in Einklang gebracht werden.“

Helga Siemens-Weibring, Beauftragte für Sozialpolitik der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, die zudem Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) ist, hob noch einmal die Bedeutung der Wertschätzung hervor: „Der Einsatz der Menschen muss honoriert werden. Der Wert des ehrenamtlichen Engagements muss weiter in die Gesellschaft getragen werden.“

Das junge Ehrenamt muss in die Diskussion einbezogen werden

Als gutes Beispiel nannte Ministerin Christina Kampmann die Sportvereine, die vor allem bei der Integration von Menschen aus verschiedenen kulturellen Bereichen als Vorbild dienen. „Es gibt viele Hemmnisse“, berichtete Walter Schneeloch, Präsident des Landesportbundes NRW. „In einigen Städten sind Turnhallen noch für die Flüchtlinge reserviert. Aber die Sportvereine haben sich für die Willkommenskultur eingesetzt und sind dabei sehr kreativ.“ Zudem gab die Ministerin zu bedenken, dass auch das junge Ehrenamt noch mehr in die Diskussion einbezogen werden sollte.

Einigkeit herrschte bei Politik, Sozialverbänden und im Plenum darüber, dass hauptamtliche Unterstützung die ehrenamtliche Arbeit an vielen Stellen effektiver machen und die Freiwilligen zudem entlasten würde. Dies und die gewünschte Wertschätzung der Tätigkeit würden dafür sorgen, dass sich auch künftig so viele Menschen ehrenamtlich einbringen und die Freude an dieser Arbeit in Zeiten gestiegener Anforderungen nicht verloren ginge.

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ekir.de / Tobias Kemberg / 03.04.2017



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