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Fußballfans Die Fußballfans Jan Janssen und Manfred Rekowski

Religion als Streitobjekt

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Für beide war die zurückliegende Saison nicht einfach. In der Hinrunde drohte der Abstieg des Lieblingsvereins und erst starke Rundrunden führten die einen ins sichere Mittelfeld, die anderen nahe an die Plätze für europäische Wettbewerbe.

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Jan Janssen, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, sind Fans. Während das Herz des einen für schwarz-gelb schlägt, favorisiert der andere grün-weiß. Manfred Rekowski ist Fan von Borussia Dortmund, Jan Janssen von Werder Bremen. „Wir haben in dieser Saison gemeinsam gebettelt, den letzten Platz verlassen zu dürfen“, sagte Rekowski am Donnerstagnachmittag auf der Bühne des Kirchentag am Marktplatz in Stuttgart.

Die Liebe zum Verein

Die beiden leitenden Theologen zeigten einander, was die Liebe zum Verein bedeutet. „Lebenslang Grün-Weiß“, die Hymne der Bremer, führte Janssen an, und Rekowski konterte mit dem Lied „Borussia“. Die Ostkurve grüßt die Westkurve im Weserstadion, während in Dortmund die Südkurve für Stimmung sorgt.

Der Kampf der Fans war Einleitung zu einem Streit, der auch in Deutschland über die Jahrhunderte weit dramatischer verlief und dem viele Menschen zum Opfer fielen. Es ging um die Reformation, die Religion als Streitobjekt und um Fragen wie: Was ist wirklich wichtig im Leben? Wie leben wir mit unseren Überzeugungen.

Moderatorinnen waren die Professorinnen Dr. Dagmar Freist und Dr. Andrea Strübind von der Universität Oldenburg. In einem Kooperationsprojekt von Universität, Kultur, Wissenschaft, Kirchen und Gesellschaft widmen sie sich in Nordwestdeutschland dem „Freiheitsraum Reformation“.

Die Folgen der Reformation in Europa

Das Projekt untersucht, welche Folgen die Reformation hatte. Aus der einheitlichen Kirche des Mittelalters seien Konfessionen entstanden: Lutheraner, Calvinisten, Mennoniten, Puritaner und viele andere hätten neue Antworten auf zentrale Fragen des menschlichen Lebens gefunden, wie die Frage nach dem Lebenssinn, nach dem Jenseits, nach der Rolle von Klerus und Laien oder dem Verhältnis zwischen Mann und Frau.

Mit der religiösen Pluralisierung traten jedoch neue Probleme auf, die die damaligen wie auch die heutigen Gesellschaften immer wieder vor große Herausforderungen stellen: „Wie geht man mit den Mitgliedern anderer Religionen um? Wie weit reicht religiöse Toleranz? Gibt es Glaubensfreiheit, und wie weit darf oder muss sie gehen? Wie viel Einfluss darf der frühneuzeitliche Herrscher oder unser moderner Staat auf die Religionsausübung nehmen? Wie geht man mit Krieg und Gewalt im Namen einer Konfession um?“

 

 

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ekir.de / rtm / 05.06.2015



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