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Studie über evangelischen Religionsunterricht heute in Bonn vorgestellt

Von den konfessionellen Wurzeln her zu mehr Kooperation zwischen Konfessionen

Pressemitteilung Nr. 182/2014

Die Religionslehrerinnen und -lehrer in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) wünschen sich mehr Möglichkeiten für interkonfessionelles und interreligiöses Lernen. Mit ihren katholischen Kollegen stehen sie oft in gutem kommunikativen Austausch. Die Meisten von ihnen suchen Wege engerer Zusammenarbeit. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Online-Befragung unter 1093 evangelischen Religionslehrerinnen und Religionslehrern aus allen Schularten im Bereich der EKiR. Teile der daraus entstehenden Studie wurden heute anlässlich eines Studientags im Pädagogisch-Theologischen Institut in Bonn vorgestellt.

Wie schätzen Religionslehrerinnen und Religionslehrer die gegenwärtige Situation des Religionsunterrichts ein? Welche religionsdidaktischen Ziele verfolgen sie? Wie ist ihre Haltung zu interkonfessionellen und interreligiösen Kooperationen? Wie erträumen sie sich zukunftsfähigen Religionsunterricht? So und ähnlich lauteten die 56 Fragen, die die Evangelische Kirche im Rheinland ihren Lehrkräften stellte. In drei bewusst unterschiedlichen Regionen der Rheinischen Kirche, Duisburg, Gummersbach und Trier, wurden außerdem vertiefende Gruppendiskussionen durchgeführt. Das Datenmaterial wurde an den religionspädagogischen Instituten der Universitäten Wien (Prof. Dr. Martin Rothgangel, Dr. Philipp Klutz) und Wuppertal (Prof. Dr. Christhard Lück) ausgewertet und interpretiert.

Der Umfrage nach orientieren sich die Lehrerinnen und Lehrer stark an ihrem Gewissen und an der Bibel als Basisdokument des christlichen Glaubens. Oft unterrichten sie Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlicher Konfessions- und Religionszugehörigkeiten und – in wachsendem Maße – auch solche ohne Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche. Gleichwohl bejahen die Religionslehrerinnen und Religionslehrer die konfessionellen Wurzeln des evangelischen Religionsunterrichts (= die Ausrichtung des Unterrichtsinhalts nach Maßgabe der jeweiligen Konfession nach Artikel 7 des Grundgesetzes), zugleich zeigen sie sich sehr kooperationsfreudig zum Beispiel beim Austausch von Unterrichtsideen (61,7 %) mit Kollegen der anderen Konfession. 70,8 % votieren für eine Ausweitung des ökumenischen Lernens, 54,8 % für mehr interreligiöses Lernen. Zieldimensionen wie Anleitung zu Toleranz und Empathie oder die Suche der Schülerinnen und Schüler nach Gott im eigenen Leben stellen sie als zentral heraus, um ihr Fach zum pluralen Kontext in Schule und Gesellschaft in Beziehung zu setzen. Dabei ist ihnen besonders wichtig, die Lebensfragen ihrer Schülerinnen und Schüler zu thematisieren. Gefragt nach zukunftstauglichen Modellen für den Religionsunterricht, stimmten 33% einem konfessionell-kooperativen Modell zu, gefolgt von konfessionellem Unterricht (31,1%) oder interreligiösem Unterricht in kooperativer Verantwortung (19,2%).

Eine der möglichen Konsequenzen aus der Studie könnte daher die Entwicklung qualifizierter Modelle eines konfessionell-kooperativen und interreligiösen Lernens sein, sagt Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er wünsche sich, dass die entsprechende Religionsdidaktik etwa durch die religionspädagogischen Institute gefördert würde. „So kann evangelischer Religionsunterricht das sein, was der Untertitel der aktuellen EKD-Denkschrift nahelegt: ein Beitrag zu einer pluralitätsfähigen Schule. Damit hat der Religionsunterricht eine Schlüsselrolle für die Friedensfähigkeit. Die Studie zeigt, dass wir in der Praxis bereits in die richtige Richtung gehen und dass die Lehrerinnen und Lehrer diesen Weg tatsächlich gehen wollen.“

Weiteres zum Hintergrund:

Denkschrift der EKD zum Religionsunterricht vom November 2014
http://www.ekd.de/EKD-Texte/evangelischer_religionsunterricht.html

Vortrag des damaligen EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider bei der Vorstellung der Denkschrift:
http://www.ekd.de/vortraege/2014/20141106_schneider_statement_ev_religionsunterricht.html

 

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Düsseldorf/Bonn / EKiR-Pressestelle / 27.11.2014



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