EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr
Bildung

Religionsunterricht: Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung

Die evangelischen Träger der kirchlichen Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung (KLFB) sind staatlich anerkannt.

Aufgrund von Staatskirchenverträgen sind die Fortbildungsträger der Evangelischen Kirche im Rheinland zuständig für die Fort- und Weiterbildung im Fach Evangelische Religionslehre. Dieser Auftrag umfasst sowohl religionspädagogische Fortbildungen für alle Schulformen, als auch Qualifizierungsmaßnahmen zum Erweb einer Unterrichtserlaubnis.

Darüber hinaus ist die KLFB in allen Bereichen der allgemeinen Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung tätig. An der Qualitätsentwicklung von Unterricht und Schule orientiert, umfasst ihr Profil sowohl fachliche und persönlichkeitsfördernde als auch auf das System Schule bezogene Angebote. In diesem umfassenden Auftrag ist die KLFB unmittelbarer und gleichberechtigter Partner der staatlichen Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung.

Für dieses Aufgabengebiet wird in der Evangelischen Kirche im Rheinland ein differenziertes Netzwerk von Fortbildungsträgern vorgehalten: 

Kirchliche Lehrerfortbildung in Nordrhein-Westfalen

Nach dem am 29. März 1984 zwischen den Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und dem Land Nordrhein-Westfalen geschlossenen Staatsvertrag sowie nach dem völkerrechtlichen Vertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Heiligen Stuhl nebst Schlussprotokoll vom 26. März 1984 betreiben die Evangelischen Kirchen und die Katholische Kirche kirchliche Lehrerfort- und -weiterbildung über eigene und beauftragte Einrichtungen.

In der Vereinbarung über kirchliche Lehrerfort- und -weiterbildung mit den Evangelischen Landeskirchen vom 22. Januar 1985 (abgedruckt: BASS 20-52 Nr. 4; GABl. NW. S. 205) sowie in der Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Erzbistum Köln, dem Erzbistum Paderborn, dem Bistum Aachen, dem Bistum Essen und dem Bistum Münster über kirchliche Lehrerfort- und -weiterbildung vom 22. Januar 1985 (abgedruckt: BASS 20-53 Nr. 5; GABl. NW. S. 205) sind die Voraussetzungen im Einzelnen geregelt.

Der Runderlass Fort- und Weiterbildung; Angebote weiterer Träger vom 19. Juli 1996 (abgedruckt: BASS 20 - 23 Nr. 3; GABl. NW. S. 155) ist gemäß Sätze 2 und 3 des Runderlasses nicht auf die evangelischen und katholischen Fortbildungsträger anwendbar.

Mit der Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen der Lehrerfort- und -weiterbildung können die Lehrkräfte ihrer dienstlichen Verpflichtung zur Fortbildung (vgl. § 9 Abs. 4 ADO: abgedruckt BASS 21-02 Nr. 4) nachkommen.

Den Lehrkräften, die an kirchlichen Lehrerfort- und -weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen wollen, wird gemäß § 3 der Vereinbarungen über die kirchliche Lehrerfort- und -weiterbildung vom 22. Januar 1985 die Teilnahme durch die Gewährung von Sonderurlaub nach der Verordnung über den Sonderurlaub der Beamtinnen und Beamten und Richterinnen und Richter des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

Aufgrund der Vereinbarungen über kirchliche Lehrerfortbildung vom 22. Januar 1985 sind alle Veranstaltungen folgender kirchlichen Institute und beauftragter Einrichtungen als geeignete Maßnahmen der Lehrerfort- und -weiterbildung anerkannt:

Für die katholischen (Erz)Bistümer: 

  • die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Bildung F.W.B. GmbH (Institut für Lehrerfortbildung in Mülheim an der Ruhr) und diözesane Einrichtungen gemäß § 1 Abs. 2 der Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Erzbistum Köln, dem Erzbistum Paderborn, dem Bistum Aachen, dem Bistum Essen und dem Bistum Münster über kirchliche Lehrerfort- und -weiterbildung vom 22. Januar 1985; 
  • Schulreferate/Bezirksbeauftragte der Katholischen Dekanate.

Für die evangelischen Landeskirchen gemäß § 1 Abs. 2 der Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den Evangelischen Landeskirchen als eigene und beauftragte Einrichtungen: 

  • die Pädagogische Akademie der Gemeinschaft Evangelischer Erzieher e.V. (GEE) in Duisburg 
  • das Pädagogisch-Theologisches Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland im Haus der Begegnung in Bonn-Bad Godesberg 
  • das Pädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen in Haus Villigst in Schwerte 
  • Schulreferate/Bezirksbeauftragte der Evangelischen Kirchenkreise 
  • Schulreferat der Lippischen Landeskirche (Pädagogisch-theologische Arbeitsstelle).

Einer zusätzlichen Anerkennung einzelner Veranstaltungen durch die zuständige Schulaufsichtsbehörde bedarf es nicht (vgl. Runderlass des Kultusministers vom 28. Juli 1987; GABl. NW S. 495).

Für die Fortbildung von Seminarfachleitern im Fach Religionslehre und für den Erwerb einer Fakultas im Fach Evangelische oder Katholische Religionslehre (Vocatio oder Missio canonica) gelten besondere Regelungen.

Für kirchliche Fortbildungsveranstaltungen für Seminarfachleitungen im Fach Evangelische und Katholische Religionslehre wird hinsichtlich der Fortbildungsangebote an Fachleiterinnen und Fachleiter für Evangelische bzw. Katholische Religionslehre auf das besondere Verfahren gemäß Runderlass vom 20. Juli 1986 (GABl. NRW. S. 495) - geändert durch Runderlass vom 19. Mai 1987 (GABl. NW. S. 324; BASS 20-51 Nr. 2) hingewiesen. Hier gilt, dass kein Sonderurlaub zu beantragen ist. Nach 4. dieses Runderlasses wird die Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen auf Antrag durch dienstliche Entsendung ermöglicht, sofern nicht im Einzelfall zwingende dienstliche Gründe dem entgegenstehen.

Für den Erwerb der Fakultas im Fach Evangelische Religionslehre bzw. der Fakultas im Fach Katholische Religionslehre kann gemäß § 3 Abs. 3 der Vereinbarungen über kirchliche Lehrerfortbildung vom 22. Januar 1985 Sonderurlaub unter Belassung der Dienstbezüge bis zu vier Wochen im Urlaubsjahr erteilt werden.

Die Veranstaltungen der kirchlichen Lehrerfort- und -weiterbildung können gemäß § 1 Abs. 3 der Vereinbarungen über kirchliche Lehrerfortbildung vom 22. Januar 1985 halb-, ein-, mehrtätig oder mehrwöchig sein und können in die Unterrichtszeit fallen (vgl. § 1 Abs. 4 der o.g. Vereinbarung).

Genehmigung der Beurlaubung von Lehrkräften

Die Genehmigung über die Beurlaubung zur Teilnahme an kirchlichen Lehrerfortbildungsveranstaltungen ist auf Grund der kirchlichen Vereinbarungen zur Lehrerfortbildung nach den gleichen Maßstäben zu treffen, die auch für die Entscheidung über die Teilnahme an Veranstaltungen staatlicher Träger gelten (vgl. § 3 der Vereinbarungen über kirchliche Lehrerfortbildungen abgedruckt: BASS 20-52 Nr. 4 , 20-52 Nr. 5; Runderlass des Kultusministers vom 28. Juni 1988; abgedruckt: BASS 21-05 Nr. 11).

Bei Überprüfung des Antrags auf Sonderurlaub sind nicht nur dienstliche Gründe zu berücksichtigen, sondern auch die dienstrechtliche Verpflichtung der Lehrkraft zur Fortbildung in Betracht zu ziehen. Die Genehmigung kann nicht mit dem Hinweis auf drohenden Unterrichtsausfall abgelehnt werden. (vgl. Nr. 1.3 des Runderlasses des Kultusministers vom 28. Juni 1988; abgedruckt: BASS 21-05 Nr. 11).

Bei der Ermessensentscheidung sind auch die Art und Bedeutung der Veranstaltung z.B. für die fachliche Fortbildung oder für die Schulentwicklung zu berücksichtigen. Die Verpflichtung zum Nachholen des Unterrichtes darf keine Bedingung für die Genehmigung des Sonderurlaubes sein. Dies entspricht nicht dem Wesen des Sonderurlaubes. Sie kann nur in begründeten Ausnahmefällen zur Auflage gemacht werden. (Vgl. Nr. 1.4 des Runderlasses des Kultusministers vom 28. Juni 1988, abgedruckt: BASS 21-05 Nr. 11).

Kirchliche Lehrerfortbildung in Rheinland-Pfalz

Veranstaltungen der Lehrerfort- und -weiterbildung zum Erwerb von Qualifikationen sind in den Verwaltungsvorschriften des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend vom 16. Mai 2003 (Az: 9412A - 51540/60 (3)) geregelt. Unter Nr. 4.5. heißt es: "Im Einzelfall werden bestimmte Veranstaltungen vom fachlich zuständigen Ministerium zum Dienst erklärt... Eine Beurlaubung nach § 26 UrlVO ist nicht erforderlich, es erfolgt eine Freistellung vom Unterricht für die Dauer der Veranstaltung. Für die Freistellung hat die Schulleitung zu prüfen, ob die Teilnahme der jeweiligen Lehrkraft an der Veranstaltung von dienstlichem Nutzen ist und dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. Hierbei sind von der Schule insbesondere die jeweiligen
schulinternen Fortbildungsplanungen (mittelfristige Fortbildungspläne) zur Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte an der Schule zu berücksichtigen."

Die Teilnehmenden stellen einen Antrag auf Zulassung beim MBWJK, welche gesammelt vom EFWI an das MBWJK mit dem Antrag, die Teilnahme zum Dienst zu erklären, weiter geleitet werden.

Es besteht eine Vereinbarung über das Erziehungswissenschaftliche Fort- und Weiterbildungsinstitut der Evangelischen Kirchen im Land Rheinland-Pfalz zwischen dem Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch den Kultusminister, sowie der Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz (Pfälzische
Landeskirche), vertreten durch den Protestantischen Landeskirchenrat der Pfalz vom 19./20.12. 1972 - III 7 Az.: B 667-4.

Im Zusatzprotokoll vom 31. August 1973 wird ergänzt, dass noch andere kirchliche Träger durch das EFWI mit der Durchführung von Lehrerfort- und -weiterbildungsveranstaltungen beauftragt werden können und diese entsprechend der Anzahl der teilnehmenden und in Rheinland-Pfalz unterrichtenden Lehrkräfte finanziert werden, darunter auch die Evangelische Kirche im Rheinland (GEE, PTI, Schulreferate).

Im Zusatzprotokoll vom 27. August 1973 wird die Finanzhilfe geregelt: Personalkostenbeiträge für hauptamtliche pädagogische Mitarbeitende, Zuschlag zur Alters- und Hinterbliebenenversorgung bis zu einem Anteil von 25 %, Sachkostenzuschuss in Höhe von 10 % der Personalkosten, Zuschuss für Aufwendungen bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie deren Ersteinrichtung bis zu 50 %, Reisekosten für Lehrende nach den entsprechenden Vorschriften des Landes Rheinland-Pfalz (Landesreisekostengesetz), Honorarkosten nach der Honorarordnung des Landes und Reisekosten nach den für die Lehrerfort- und -weiterbildung entsprechenden Vorschriften des Landes für Dozierende und Lehrgangsleiterinnen und -leiter. Ein entsprechender Verwendungsnachweis ist zu erstellen.

 

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / 06.07.2010



© 2016, Evangelische Kirche im Rheinland – EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung