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Repair-Café Völklingen Ob Nähmaschine oder andere Geräte: Im Repair-Café in Völklingen gibt es viele Expertinnen und Experten für eine Reparatur.

Repair-Cafés

Geräte zum Nutzen der Umwelt kostengünstig reparieren

Eine kaputte Nähmaschine oder eine defekte Kaffeemaschine? Professionelle Hilfe ist meist nur schwer zu finden und zum Wegwerfen sind die Geräte oft zu schade. Sogenannte Repair-Cafés bieten seit Kurzem eine Alternative und auch im Rheinland wächst ihre Zahl stetig.

„Es läuft sehr gut“, sagt Günter Wagner vom Café Valz im Diakonischen Zentrum in Völklingen. Seit Ende März ist dort an jedem letzten Samstag im Monat von 11 bis 15 Uhr ein Repair-Café geöffnet. Die Besucherinnen und Besucher können ihre kaputten Gegenstände selbst oder mit Hilfe anderer reparieren. Werkzeug und Material werden bereitgestellt. 22 ehrenamtlich Mitarbeitende stellen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Verfügung.

Die Mischung der Experten ist bunt: Tischler, Fahrradmechaniker, Elektrotechniker und Näherinnen sind dabei. Das Interesse ist rege. „Rund zwanzig Besucher sind die ersten drei Male jeweils gekommen“, berichtet Wagner, der Ansprechpartner der Freiwilligenagentur im Diakonischen Zentrum ist. Zweidrittel der Hilfesuchenden habe man die Geräte oder andere Dinge sofort reparieren können. Der Rest sei jeweils auf einen anderen Termin vertröstet worden.

Ende Mai ist am Ambrosius-Vaßbender-Platz in Remscheid ein neues Repair-Café gestartet. An jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat soll es künftig von 11 bis 13 Uhr geöffnet haben. Fünfzehn ehrenamtliche Expertinnen und Experten helfen dort. „Bei der Gründung des Cafés spielten für uns soziale Kontakte und mögliche Begegnungen eine Hauptrolle“, sagt Florian Schäfer vom Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises Lennep.

Das erste Repair-Café startete in Amsterdam

Die Niederländerin Martine Postma organisierte 2009 in Amsterdam das erste Repair-Café. Wenig später gründete sie eine Stiftung, die die Cafés in aller Welt unterstützt. Ob Aachen, Köln, Düsseldorf, Siegburg oder Waldbröl – auch im Rheinland hat sich die Idee inzwischen vielfach verbreitet.

Für Richard Brand, Referent für Umwelt, Klima, Energie im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, gibt es zwei Faktoren, die den Trend zu Repair-Cafés erklären. „Viele sind unzufrieden mit den bestehenden Verhältnissen“, so Brand. Elektrische Geräte seien immer schneller veraltet und würden dann weggeworfen. Das sei nicht ressourcenschonend und die Ressourcen seien endlich. „Repair-Cafés sind eine konkrete Maßnahme, um Dinge länger nutzen zu können“, so der Umweltreferent.

Auch Grundsätzliches muss sich ändern

Außerdem sei es einfach ein gutes Angebot, bei dem jeder seine unterschiedlichen Fähigkeiten einbringen könne. Brand: „Die Beteiligten lösen ein Problem gemeinsam und man lernt etwas dabei.“ Einfach und kostengünstig würden Geräte wieder gebrauchsfähig gemacht, auch wenn die Reparatur durch eine Firma sich nicht lohnt oder auch nicht möglich ist.

„Für Gemeinden sind Repair-Cafés eine interessante Initiative“, erklärt Brand. „Sie sind gelebte Bewahrung der Schöpfung praktisch.“ Gemeinden könnten sich damit dort, wo es keine Repair-Cafés gibt, anderen Menschen im Stadtteil öffnen.

Nach Ansicht des Umweltreferenten muss sich aber auch grundsätzlich etwas ändern, denn die gegenwärtige Produktion sei nicht nachhaltig. Geräte sollten so gebaut werden, dass sie grundsätzlich länger halten. Dafür seien auch gesetzliche Regelungen nötig.

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ekir.de / rtm / Foto: G. Wagner / 01.06.2015



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