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Richtfest der Aachener Genezareth-Kirche. Eröffnet werden soll sie am Pfingstsonntag 2018. Richtfest der Aachener Genezareth-Kirche. Eröffnet werden soll sie am Pfingstsonntag 2018

Richtfest

„Raum für den gehetzten Städter“

Am Rohbau der neuen evangelischen „Genezareth-Kirche“ hat die Evangelische Kirchengemeinde Aachen am Freitag das Richtfest gefeiert. Der Kirchenneubau im Aachener Westen ist derzeit der einzige Neubau einer Kirche im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Beim Richtfest war neben Vertretern von Kirchengemeinde und Kirchenkreis Aachen die Berliner Architektin Gesine Weinmiller anwesend, von der der Entwurf für die Kirche stammt. Auch die Aachener Bürgermeisterin Margrethe Schmeer sprach ein Grußwort.

Die Bauarbeiten für die neue Kirche mit Gemeindezentrum und einer Beratungsstelle der Diakonie hatten im Januar dieses Jahres begonnen. Der Grundstein wurde Anfang April gelegt. In dem Gebäude soll es neben dem Sakralraum unter anderem Räume für die Jugendarbeit, eine Kleinkinderbetreuung, einen Eine-Welt-Laden und einen Café-Bereich geben. Der Eröffnungsgottesdienst ist für den Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, geplant.

Ein Gefäß der geistlichen Erbauung schaffen

„Hätten wir die Wahl, die Hauptverwaltung von Apple, ein neues Theater oder eine Kirche zu bauen, würden wir uns immer für die Kirche entscheiden“, sagte Architektin Gesine Weinmiller, eine der wichtigsten und bekanntesten deutschen Architektinnen. „Die vollkommene Harmonie von Raum und Licht sind hier die einzigen Rahmenbedingungen die zu erfüllen sind. Keine Büroraster oder Trennwandanschlüsse sind zu lösen, sondern es gilt, ein Gefäß der Kontemplation und der geistlichen Erbauung zu schaffen.“

Der Kirchraum solle dem gehetzten Städter den Raum bieten, den er auf seiner Suche zu Gott braucht. Sie habe sich dazu entschieden, alle Elemente der klassischen Kirche zu bauen und diese in Licht zu übersetzen. „Es gibt ein Hauptschiff, den Obergaden, die Seitenschiffe und die Apsis“, erklärte Weinmiller. „Alle diese Bauteile werden jedoch indirekt belichtet, so dass eine sehr besondere Lichtatmosphäre entsteht. Der Besucher der Kirche wird vom diffusen Licht umfangen und es entsteht ein Raumeindruck, den er nicht kennt. Diese Neuformulierung des sakralen Raumes war Grundanliegen der Konzeption.“

Das gesamte Gemeindezentrum orientiert sich nach den Plänen von Gesine Weinmiller um einen Kreuzgang herum. Der Leerraum in der Mitte lädt zum Feiern und gemeinsamen Aktivitäten ein. Rund um den Raum finden alle Gemeindeglieder ihr Refugium. Ein Geflecht aus gemeinschaftlich genutzten und privaten Räumen geben der Gemeinde ein neues Zuhause.

Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan

Seine Freude darüber, die neue Kirche in absehbarer Zeit nutzen zu können, äußerte Pfarrer Mario Meyer. Derzeit müssten im eigentlichen Kirchengebäude noch einige Rohbauarbeiten fertiggestellt werden, der Kirchturm muss noch gebaut werden, und die Fenster müssen eingesetzt werden, bevor der Innenausbau beginnen kann. Die Bauarbeiten lägen aktuell im Zeitplan, so Meyer.  

„Es liegt heute mehr im Trend, Kirchen zu schließen, ja abzureißen, als Kirchen neu zu bauen“, sagte Pfarrer Meyer. Der Kirchengemeinde sei klargewesen, dass das Kirchenneubau-Projekt eine erhebliche logistische und finanzielle Herausforderung bedeuten würde. Dennoch vertraue die Gemeinde darauf, dass Menschen auch in Zukunft Kirchräume brauchen werden und dass die Gemeinde Wesentliches für die Menschen und die Stadt Aachen tun könne. „Wir lassen uns nicht von Statistiken und Prognosen einschüchtern, sondern vertrauen auf den, in dessen Namen wird diese Kirche bauen, und dem wir mit all dem, was hier geschieht, gerecht werden wollen: Jesus Christus.“

Die Aachener Bürgermeisterin Margrethe Schmeer stimmte Pfarrer Meyer zu und sagte: „Die entstehende Genezareth-Kirche soll, wie die Architektur es übersetzt, ein Ort der Ruhe, Besinnung und des Ausgleichs sein, aber auch – gerade mit dem Atrium – ein Ort der Begegnung, der Feste und des Jubels. In einer Zeit, in der sich bei vielen das individuelle Wohlergehen in den Vordergrund schiebt, werden hier die Menschen zusammengeführt. Genau solche Orte braucht unsere Gesellschaft.“

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ekir.de / Caren Braun/Ev. Kirchenkreis Aachen, Foto: Andreas Schmitter/Ev. Kirchenkreis Aachen / 01.09.2017



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