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Porträts von Menschen im rumänischen Siebenbürgen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung von Fotos von Martin Eichler. Porträts von Menschen im rumänischen Siebenbürgen wie beispielsweise von Roxana (l.) stehen im Mittelpunkt der Ausstellung von Fotos von Martin Eichler.

Fotoausstellung "Menschen in der Diakonie"

„Die Würde der Menschen ist primär“

Ein ruhiger zuversichtlicher Blick ins Auge der Betrachterin: Roxana heißt das Mädchen. Ihr Porträt stammt aus der Tagesstätte Arche Noah in Heltau / Cisnadie in Rumänien und ist Teil der Fotoausstellung „Menschen in der Diakonie“. 

Der Untertitel der Ausstellung, die derzeit im Düsseldorfer Landeskirchenamt zu sehen ist, lautet: "Blick in den Hinterhof Rumäniens". Sämtliche Porträts des Münchner Fotografen und Theologen Martin Eichler zeigen Betreute und Mitarbeitende der Diakonie der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien. Aus der Arche Noah sind auch Raul und Vasile porträtiert. Benachbarte Fotos zeigen Menschen aus der Werkstatt für Behinderte in Karlsburg / Alba Iulia, dem Offenen Haus für Straßenkinder in Hermannstadt / Sibiu oder dem Lukasspital in Großlasseln / Laslea.

Bis zur weitreichenden Migration der Evangelischen aus Rumänien, der Siebenbürger Sachsen, gab es  nachbarschaftlich organisierte Fürsorge. Bis 1989 rund 100.000, heute 13.000 Mitglieder - die Schrumpfung ließ die alten Strukturen zusammenbrechen. Sie wurden abgelöst von einer Diakonie, die heute rund siebzig Einrichtungen umfasst. Diese Diakonie ist gefragt, sagt Pfarrer Dr. Stefan Cosoroaba von der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien, einer rheinischen Partnerkirche.

Den Menschen ein Gesicht geben

Rumänien schneide nie gut ab in der europäischen Statistik, weiß er. Und weil andere globale Probleme gewichtiger sind, werde das auch eher mit einem Wimpernschlag abgetan. Aber einen Punkt hält Cosoroaba dagegen: „Nicht so für die Menschen, die dort leben.“ Und deshalb seien Armut und Lücken im Sozialsystem eine Herausforderung für alle Christinnen und Christen.

Mit den Porträts habe der Fotograf den Menschen in der Diakonie „ein Gesicht gegeben". Anhand winziger Details mache er ihre Lebensgeschichten greifbar. Als Ganzes gebe die Ausstellung folgende Botschaft: „Die Würde der Menschen ist primär.“

Stolz bei der Maisernte

Die dunkelblaue Wollmütze wärmt den Kopf, den die Maisstauden überragen, in der Hand der frische Maiskolben, im Gesicht das frohe Lachen. So ist ein Mann aus Kleinscheuren / Sura Mica porträtiert. Dieser Mann, untergebracht beim Blauen Kreuz, sei als Alkoholiker schon „ganz unten“ gewesen, erzählt Martin Eichler, der sich freut, dass das Foto die Veränderung rüberbringt. Der kraftvoll dastehende Mann strahle aus: Ich habs geschafft.

Nicht alles löst sich in Wohlgefallen. Gerade die Kinder in den Einrichtungen für Straßenkinder „haben Verletzungen davon getragen, nicht nur äußerlich“, sagt Eichler, der Rumänien seit seinem 18. Lebensjahr bereist, einfach weil es zu den Ländern gehörte, die man bereisen konnte. 1954 in Mecklenburg geboren, der Vater Vorsteher von „Stift Bethlehem“, einem Mutterhaus Kaiserswerther Prägung in Ludwigslust.

Freundlich eingefühlt

Noch in der DDR schließt Eichler in Rostock das Theologiestudium ab, sein Gemeindepraktikum hat er in Siebenbürgen absolviert. Rumänien hat er seither mindestens jährlich besucht, bis heute. Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik 1982 Fotografiestudium in Darmstadt. Heute ist Eichler im dritten Jahrzehnt Fotograf. 

Im Vorwort des Aussstellungsprospekts schreibt der siebenbürgische Bischof Reinhart Guib: Eichlers Fotos geben "sein freundliches Einfühlen in die siebenbürgische Seele preis".

"Menschen in der Diakonie. Blick in den Hinterhof Rumäniens" Eine Ausstellung des FFFZ Kulturforums der Evangelischen Kirche im Rheinland in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchenamt und der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien. Bis 16. Oktober, Landeskirchenamt, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, geöffnet montags, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr, mittwochs bis 15 Uhr und freitags bis 14 Uhr.

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ekir.de / neu / 30.09.2015



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