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Bei der Landespressekonferenz Saar, v.r.: der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der rheinische Präses Manfred Rekowski. Bei der Landespressekonferenz Saar, v.r.: der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der rheinische Präses Manfred Rekowski.

Saarland

Am Sonntag wählen gehen

"Zwischen Landesregierung und der evangelischen Kirche hat sich eine Kultur der Zusammenarbeit entwickelt, in der auch Platz ist für offene und kritische Worte", so Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Zum Spitzengespräch der Saar-Regierung und den beiden evangelischen Landeskirchen im Saarland erklärt die Ministerpräsidentin weiter: "Diese Zusammenarbeit hat sich gerade in den letzten Jahren bei der Lösung von Problemen bewährt.“ Im Saarland leben rund 200.000 evangelische Christinnen und Christen, davon gehören rund 158.000 zur Evangelischen Kirche im Rheinland und rund 42.000 zur Evangelischen Kirche der Pfalz. Die Zusammenarbeit sei besonders intensiv im Bereich der sozialen Dienste, in denen die Kirchen ein besonderes Betätigungsfeld ihres christlichen Weltauftrags und ihrer Sorge um den ganzen Menschen sehen.

Appell zur Stimmabgabe bei den Europawahlen

Fünf Tage vor der Wahl haben sich die Landesregierung und die evangelischen Kirchen ausführlich über die Bedeutung eines vereinten Europas ausgetauscht. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer: „Das Europäische Parlament hat in den letzten Jahren deutlich an Kompetenzen und Einfluss bei der EU-Gesetzgebung gewonnen." Über die weitere Entwicklung der EU und deren Rolle in der Welt bestimmen die gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit: sei es bei der Auswahl der Kommissare, bei der Zustimmung zu internationalen Verträgen oder beim europäischen Haushalt.

Deshalb ruft sie die Bürgerinnen und Bürger auf, zur Wahl zu gehen und Europa ihre Stimme zu geben. „Die europäische Integration sichert Frieden, Freiheit und Menschenrechte in Europa.“  Darüber hinaus habe die Europäische Union den Bürgerinnen und Bürgern ein unvergleichlich hohes Maß an Wohlstand, Umwelt- und Verbraucherstandards sowie grenzüberschreitender Mobilität gebracht. "Europa braucht ein starkes Parlament, das den Willen der Unionsbürgerinnen und -bürger bei der Gestaltung der europäischen Politik vertritt.“

Französisch schon im Kindergarten

Das Projekt Europa werde auch in der Frankreichstrategie der Landesregierung deutlich, unterstreicht Christian Schad, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz: „Wer schon im Kindergarten und der Schule bilinguale Erfahrungen macht, nimmt Europa anders wahr.“ Gerade im Saarland, dem Dreiländereck mit Deutschland, Frankreich und Luxemburg, setzten sich die Kirchen seit Jahren für Verständigung und Versöhnung in Europa ein.

Aktuell werde aber deutlich, dass Fremdenfeindlichkeit und Partikulardenken in Europa keineswegs überwunden seien. „Es sind vor allem die sozialen Ängste der Menschen, die ihnen gegenwärtig wieder Nahrung geben. Und rechtspopulistische Kräfte machen sich diese Ängste zunutze“, sagt Schad. Zahlreiche kleinere, zum Teil extreme Parteien träten verstärkt in europäischen Ländern auf. Gerade im Rahmen der bevorstehenden Europawahl sei dies zu beobachten. „Umso wichtiger ist es, dass wir alle am kommenden Sonntag zur Europawahl gehen und die demokratischen Parteien unterstützen.“

Verantwortung für Flüchtlinge an EU-Außengrenzen

Die soziale Verantwortung Europas betont Dr. Johann Weusmann, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, und berichtet von einem Besuch am Grenzzaun in Marokko, der die spanische Enklave in Nordafrika abschottet. „Angesichts der Grenzanlagen und den derzeit rund 40.000 Flüchtlingen, die sich illegal in Marokko aufhalten, macht sich aber auch Ratlosigkeit breit“, sagt Weusmann.

„Wenn es diese Grenze nicht gäbe, ginge es ja auch nicht. Aber wir können auch nicht weiter zusehen, dass Leute mit untauglichen Booten versuchen nach Europa zu kommen und zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken.“ Deshalb müsse es einerseits um die Bekämpfung von Fluchtursachen in den afrikanischen Herkunftsländern gehen. Bei der Flüchtlingsarbeit sei das Saarland auf einem guten Weg. Aber es bedürfe noch mehr Integrationsbegleitung, zum Beispiel mehr Integrationslotsen als sie bisher zur Verfügung stehen.

Flüchtlingsfrage ist herausfordernd

In der Flüchtlingsfrage stehen Kommunen und Land vor großen Herausforderungen, macht Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer deutlich: „Wir werden vor Ort die Unterstützung der Zivilgesellschaft brauchen, um die Integration der Flüchtlinge leisten zu können. Deshalb werbe ich dafür, dass sich die Kirchengemeinden vor Ort mit in die Arbeit stellen.“ Damit, so die pfälzischen und rheinischen Kirchenvertreterinnen und -vertreter, könne man im Saarland sicher rechnen.

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, fasst das Spitzentreffen zusammen: "Die Gespräche waren sehr vertrauensvoll, und wir haben auch über die Themen hinter den Themen gesprochen, zum Beispiel in der Frage der Flüchtlingspolitik." Und das war dann auch leicht kontrovers mit Blick auf die Möglichkeit, Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 20. Mai 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 20. Mai 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de , Foto jpi / 20.05.2014



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