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Biblischer Tanz In der Bonner Trinitatiskirche feierte "Mit Ester klug werden" Premiere.

Projekt aus Bonn auch beim Kirchentag

"Ester" als Tanz im Gottesdienst

Der sakrale Tanz ist eine starke Ausdrucksform für Glaubensinhalte. „Mit Ester klug werden“ lautet das aktuelle Projekt vom „Arbeitskreis Biblischer Tanz“ aus Bonn, das die Internetplattform „Kirche im Aufbruch“ zum Projekt des Monats erklärt hat. 

Der „Arbeitskreis Biblischer Tanz“ ist eine ökumenische Gruppe von derzeit 20 Tänzerinnen, die schon seit 1987 existiert und immer wieder Choreographien zu biblischen Texten, Themen und Personen erarbeitet. Aktuell sind es Szenen aus dem Alttestamentlichen Buch Ester, die die Bonner Tänzerinnen in Tanzbilder und Texte umgesetzt haben. Die Musikauswahl des Projektes reicht von Igor Strawinsky ("Le Sacre du printemps") über Hans-Jürgen Hufeisen bis zum serbischen Folkmusiker Goran Bregovic.

Auftritt beim Kirchentag

Im Gottesdienst am vergangenen Sonntag in der evangelischen Trinitatiskirche in Bonn feierte „Mit Ester klug werden“ erfolgreich Premiere. Doch die Gruppe hat noch mehr vor: In Stuttgart wird sie wieder beim Deutschen Evangelischen Kirchentag auftreten – diesmal am Freitag, 5. Juni, um 11 Uhr in der Hoffnungskirche. Auch auf Frauenforen, dem Kirchentanzfestival oder zuletzt bei einer Ausstellungseröffnung wird sie immer wieder eingeladen.

„Sich bewegen und bewegt werden - im Sinne einer lebendigen Liturgie - ist unser Anliegen. Über Körpersprache wollen wir das eigene emotionale Erleben und das der Gottesdienstteilnehmer und -teilnehmerinnen vertiefen und unterstützen“, erläutert die Leiterin der Gruppe, Marlene Lautze. Tanz verstehen sie als Verkündigung. „Der Tanz ist ein starkes Ausdrucksmittel, um das Innere nach außen zu kehren, Gedanken sichtbar und nachfühlbar zu machen, und die Menschen heute zu erreichen“, sagt Lautze.

Johannespassion als multimediales Ereignis

Ein weiteres Beispiel für sakralen Tanz in Bonn war die Aufführung von Bachs Johannespassion in der Kreuzkirchengemeinde. Das musikalische Werk wurde zu einem multimedialen Ereignis. „Tanz, Film und Theater sollen die Musik und die Handlungen nicht einfach nur nachspielen und verstärken, sie sollen sie interpretieren, erweitern, neue Gedankenebenen schaffen, die Auseinandersetzung und neues Nachdenken über Bekanntes provozieren“, beschreiben es die Akteure. 


Denn Bachs Johannespassion wird zwar einerseits häufig aufgeführt, doch andererseits können immer weniger Menschen etwas mit den barocken Texten und religiösen Inhalten anfangen. Die Bonner Kreuzkirchengemeinde wollte mit ihrer Aufführung im Jahr 2011 eine Brücke von der Entstehungszeit des Johannes-Evangeliums über die Zeit Johann Sebastian Bachs bis in die heutige Zeit schlagen.

Den Glauben im Tanz ausdrücken

Das Jahr 2015 steht unter dem Thema "Reformation – Bild und Bibel". Die Internetplattform „Kirche im Aufbruch“ beleuchtet das Thema in diesem Monat mit der Frage, wie sich der Glaube und die Anbetung in den bewegten Bildern des Tanzes ausdrücken: „Die Choreografie zu einem großen Oratorium bezeugt den Glauben ebenso wie der aus eigener Glaubenserfahrung heraus aufgeführte sakrale Tanz“, heißt es dort.

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ekir.de/sto / Foto: AK Biblischer Tanz / 12.05.2015



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