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Abschied

„Ob der Samen aufgeht, wird sich zeigen“

Zum Monatsende geht der Bonner Universitätsprediger und Theologieprofessor Reinhard Schmidt-Rost nach 17 Jahren in den Ruhestand. Die Verbindung von Wissenschaft und Kunst durch den christlichen Glauben waren für ihn zentral. 

Er nennt es das Wichtigste seiner Bonner Jahre: die Verbindung von Wissenschaft, Bildender Kunst, Literatur und Musik durch die Grundgedanken des christlichen Glaubens als „fruchtbar und für das Bewusstsein moderner Menschen als plausibel erwiesen zu haben“.  

Zur Beurteilung des Erreichten könne der evangelische Theologieprofessor und Universitätsprediger Reinhard Schmidt-Rost nur auf das Gleichnis vom Sämann verweisen: „Ob der Samen aufgeht, wird sich zeigen müssen“, sagt der 67-jährige Spezialist für Homiletik und Christliche Publizistik, für Pastoraltheologie und -psychologie, der am Monatsende in den Ruhestand geht.  

Der gebürtige Koblenzer studierte in Bonn Theologie. Es folgten ein Psychologiediplom, dann doch der Doktor der evangelischen Theologie, ein Intermezzo als Pfarrverweser in Württemberg, die Habilitation im Fach Praktische Theologie und Jahre als Hochschul-und Gemeindepfarrer in Tübingen und Stuttgart sowie Professor für Praktische Theologie in Kiel, bis es 1999 wieder zurück an die Universität Bonn ging. Seit vielen Jahren ist er hier auch als Juryvorsitzender für den Deutschen Predigtpreis tätig, ein Amt, das er auch im Ruhestand weiter ausüben wird.  

Der besondere Reiz der Schlosskirche hat Schmidt-Rost immer fasziniert

„Als ich im Jahr des Berlin-Umzugs der Regierung beruflich die Wahl zwischen Bonn und Berlin hatte, habe ich mich nicht zuletzt wegen der Schlosskirche für Bonn entschieden“, sagt Schmidt-Rost. Der besondere Reiz dieser Kirche habe ihn fasziniert. „Verborgen im Hauptgebäude der Universität, also nach außen bescheiden, innen aber strahlend hell: zwischen Wissenschaft und Wirtschaft steht sie für den Anspruch geistiger Vermittlung zwischen den dominanten Kräften der modernen Gesellschaft.“ Diesen Anspruch habe er als Prediger dort stets empfunden, anders als in Gemeindekirchen.  

Die aktuelle Aufgabe der Evangelischen Kirche sieht Schmidt-Rost gerade im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 in ihrem Auftreten nach außen. „Die Kirche sollte sich endlich durch das Evangelium inhaltlich öffentlich profilieren“, fordert der Theologe, der über Jahre für den WDR im Radio mit Predigten auf Sendung ging.  

Er werde im sogenannten Ruhestand nur die Tätigkeitsformen Wissenschaftler und Pfarrer wechseln. Er bleibe Mitarbeiter in der Pfarrerfortbildung, im Vorstand des Rheinischen Pfarrvereins und an der Bonner Schlosskirche weiter für die Kulturarbeit zuständig, kündigt Schmidt-Rost an, der sich in seinen Jahren als Universitätsprediger auch für die neue Orgel in der Schlosskirche starkgemacht hatte. Seinen Lehrstuhl der Praktischen Theologie übernimmt Eberhard Hauschildt – als umgewandelten Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften. 

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ekir.de / epd/Ebba Hagenberg-Miliu / 29.07.2016



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