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Foto: Jwaller/commons.wikimedia.org Blick auf die Stadt Borna

Schöpfungstag

Eine blühende Landschaft – aber kein Paradies

Der Tag der Schöpfung wird am 4. September von den christlichen Kirchen gefeiert. Das Motto lautet dieses Mal "Zurück ins Paradies?". Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Schöpfungsverantwortung sind an vielen Orten das Thema.

„Der Schöpfungstag kommt aus der orthodoxen Tradition“, sagt die Ökumene-Chefin der Evangelischen Kirche im Rheinland, Barbara Rudolph. Anfang September beginne dort liturgisch das neue Jahr. Der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios I. habe den Schöpfungstag 1989 in den liturgischen Kalender seiner Kirche eingefügt. Zugleich lud der Kirchenführer die „ganze orthodoxe und christliche Welt“ ein, „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“.

Orthodoxer Impuls für westliche Kirchen

„Für die westlichen Kirchen war das ein wichtiger ökumenischer Impuls“, so Rudolph. Die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz und die „Charta Oecumenica“ empfahlen ausdrücklich die Aufnahme der orthodoxen Initiative. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland fasste 2009 den Beschluss, künftig einen Schöpfungstag zu feiern.

Das Thema Schöpfungsverantwortung war bereits seit den 70er und 80er Jahren in den deutschen Kirchen präsent. „Es bestand aber die Gefahr einer Moralisierung oder Funktionalisierung des Themas“, erklärt die Theologin. Dann drohe ein „Du musst bewahren!“. Das orthodoxe Verständnis des Schöpfungstages habe da als Korrektiv gewirkt.

Inspiriert durch die Entwicklung in Borna

Das diesjährige Motto des Schöpfungstages und der Schöpfungszeit bis zum 4. Oktober ist durch die Umgestaltung des sächsischen Borna nach der Wiedervereinigung inspiriert. Mitten in den einstigen Tagebaugebieten liegt heute eine Landschaft mit neu geschaffenen Seen. „Wo einst der Braunkohletagebau Erde, Luft und Klima ruiniert hat, blüht heute die Landschaft“, erklären die Initiatoren des Schöpfungstages.

Doch von einem Paradies will man nicht sprechen. Während sich die Natur zu erholen scheine, seien durch den Wegfall des Braunkohle-Tagebaus viele soziale Nöte entstanden. Arbeitslosigkeit und eine ständig wachsende Landflucht belaste die Gegend.

„Die Natur ist nicht das Paradies“, sagt Rudolph. Für die Gazelle, die von einem Löwen gefressen werde, sei die Serengeti eben nicht paradiesisch. Menschen könnten das Paradies in dieser Welt nicht schaffen, aber Gott könne den Weg öffnen. Besonders in Kirchenliedern werde das Paradies am Ende der Zeit angekündigt.

Veranstaltungen an vielen Orten

Neben der zentralen Eröffnung am Freitag, 4. September, in Borna gibt es in vielen Regionen weitere Veranstaltungen. Die Eröffnung der ökumenischen Schöpfungszeit im Kreis Kleve feiern das Kreiskomitee der Katholiken, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Evangelische Kirchenkreis Kleve am 4. September 19 Uhr mit einem Gottesdienst an den Nierswellen, Bahnhofstraße in Goch. Zum diesjährigen Schöpfungszeit-Thema „Zurück ins Paradies“ hat ein Team weitere Veranstaltungen bis zum Erntedankfest vorbereitet.

In Bonn wird am Sonntag, 6. September, 17 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Schöpfung im Garten der Kreuzkirche gefeiert. Ebenfalls am kommenden Sonntag feiert die ACK Koblenz um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Festungskirche Ehrenbreitstein.

In Trier findet am Samstag, 12. September, eine spirituelle Wanderung von Evangelischer Kirchengemeinde, Katholischer Erwachsenenbildung und Bund für Natur- und Umweltschutz statt. Infos zu dieser und weiteren Veranstaltungen in der Schöpfungszeit gibt es auf einer entsprechenden Seite des Bistums Trier. Auf der Website der ACK Deutschland sind bundesweit Veranstaltungen nach Ländern und Orten gegliedert aufzufinden.

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ekir.de / rtm / Foto: Jwaller/commons.wikimedia.org / 26.08.2015



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