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70 Jahre Stuttgarter Schuldbekenntnis

Unendliches Leid gebracht

Elf Unterschriften trägt die "Stuttgarter Schulderklärung" des Rates der EKD vor 70 Jahren. Drei Unterschriften kamen aus dem Rheinland: von Präses Heinrich Held, vom späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann und vom reformierten Theologen Wilhelm Niesel.

"Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden", heißt es in der Erklärung, in der evangelische Kirche auf Zweiten Weltkrieg und Holocaust reagiert. Innerhalb der Kirche stieß die Erkärung vom 19. Oktober 1945 damals auf verbreiteten Widerspruch, erinnert der Theologe und einstige Diakoniedirektor im Rheinland, Dr. Reinhard Witschke, im Gemeindebrief seiner Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg.

Außerdem weist er darauf hin, dass "vom schrecklichsten aller Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus, der Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Juden, im Stuttgarter Schuldbekenntnis nicht ausdrücklich die Rede war". Und doch: "...aber wir klagen uns an", heißt es weiter in der Stuttgarter Erklärung, die auch davon berichtet, dass "in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden" soll.

D. Heinrich Held (1897-1957) war der erste Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat ihn posthum zum „Gerechten unter den Völkern“ erklärt. Der spätere Bundespräsident Heinemann (1899-1976) war Rechtsanwalt und Mitglied der Bekennenden Kirche, später NRW-Justiziminister und Bundesinnenminister. Auch Wilhelm Niesel (1903-1988) engagierte sich in der Bekennenden Kirche, später war er Professor an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, Moderator des Reformierten Bundes und auch Präsident des Reformierten Weltbundes.

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ekir.de / neu / 20.10.2015



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