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Vom Erfolg überzeugt: Prof. Dr. Ulrike Baumann (v.l.), das Take-Care-Team Claudia Ohles, Pfarrer Peter Gottke, Ingrid Gerhards, Pfarrerin Eva Zoske und Initiator Pfarrer Albrecht Roebke. Schulseelsorge überzeugt: Prof. Dr. Ulrike Baumann (v.l.), das Take-Care-Team Claudia Ohles, Pfarrer Peter Gottke, Ingrid Gerhards, Pfarrerin Eva Zoske und Initiator Pfarrer Albrecht Roebke.

Hennef

Positive Bilanz für Modellprojekt Schulseelsorge

Die Ergebnisse des seit 2011 wissenschaftlich begleiteten Modellprojekts Schulseelsorge am Carl-Reuther-Berufskolleg (CRBK) in Hennef können sich sehen lassen. Das zeigt der jetzt vorgelegte Abschlussbericht.

Verlässlich, gut erreichbar und den ganzen Menschen im Blick - so zeichnet sich das in Nordrhein-Westfalen einzigartige Projekt aus.Pfarrer Peter Gottke und Pfarrerin Eva Zoske unterrichten Evangelische Religion an der Schule und bieten täglich in der fünften und sechsten Schulstunde Beratung im Rahmen der Seelsorge an. Gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Claudia Ohles und Beratungslehrerin Ingrid Gerhards bilden sie am CRBK das „Take-Care-Team“, das Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer berät und unterstützt.

1.200mal wurde allein die Schulseelsorge in den letzten drei Jahren in Anspruch genommen. Hinzu kommen zahlreiche Beratungsgespräche durch die Schulsozialarbeit und die Beratungslehrerin. Schulleiter Günther Au sagt: „Unsere Schule, in der täglich rund 1.200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, ist ein Abbild der Gesellschaft. Wir haben nicht mehr Probleme, aber auch nicht weniger.“

Weiter meint Au: „Zum lösungsorientierten Umgang mit Schwierigkeiten haben sich die Schulseelsorge sowie das gesamte Take-Care-Team sehr bewährt. Darauf sind wir stolz und führen das Projekt mindestens bis 2015 weiter.“ Wesentlich für den Erfolg ist nach Ansicht aller Beteiligten die unkomplizierte Erreichbarkeit des Angebotes durch verlässliche Beratungszeiten am vertrauten Ort in der Schule. Klare Absprachen im Team, die enge Vernetzung innerhalb und außerhalb der Schule sowie eine hohe Akzeptanz im Kollegium wirken sich ebenfalls positiv aus.

Kleine Nöte, große Schwierigkeiten

Liebeskummer, häusliche Gewalt, Stress mit dem Chef, Magersucht – das Spektrum der Probleme, mit denen sich Schülerinnen und Schüler an die Schulseelsorge wenden, ist groß. Pfarrerin Eva Zoske hat erfahren: „Oft verbergen sich größere Schwierigkeiten hinter vermeintlich kleinen Nöten.“ Im Mittelpunkt der Beratung stehe immer die Frage: Was steckt hinter dem Problem und wie können wir wirklich helfen? Dazu gehört auch die realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und gegebenenfalls die Vermittlung in spezialisierte Beratungsangebote.

Fragen zur Begleitung von Schülern mit Problemen stehen bei Lehrerinnen und Lehrern im Mittelpunkt der Gespräche mit der Schulseelsorge. In privaten Krisen suchen die Pädagogen ebenfalls Unterstützung. Als zentral für die Inanspruchnahme der Schulseelsorge hat sich das Beichtgeheimnis erwiesen. Es gibt den Ratsuchenden das Vertrauen und die Sicherheit, dass nichts von ihren Problemen nach außen dringt.

Dauerhafte Verankerung empfohlen

Die Finanzierung der Modellprojektes Schulseelsorge wird zu je einem Drittel von den beteiligten Pfarrern, dem Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein sowie der Schule übernommen. Die Seelsorger leisten ihren Beitrag durch insgesamt vier freiwillige Überstunden. Für das nächste Jahr ist die Weiterfinanzierung gesichert, wie es dann weiter geht, muss sich zeigen. Die Beteiligten hoffen, dass die Nichtteilnahme der Bezirksregierung an der Präsentation der Ergebnisse der Schulseelsorge kein schlechtes Omen ist.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist das Projekt „sehr erfolgreich“, so Prof. Dr. Ulrike Baumann vom Pädagogisch-Theologischen Institut der Evangelischen Kirche im Rheinland. In ihrem Bericht spricht Prof. Baumann „eine dringende Empfehlung für die dauerhafte Verankerung der Schulseelsorge am Carl-Reuther-Berufskolleg aus“.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 4. September 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 4. September 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / jhp / 04.09.2014



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