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Yvonne Stegmann Schulreferentin Yvonne Stegmann bei einem Seminar in Düsseldorf

Schulstart in NRW

„Das Leben ist für mich nicht getaktet“

Schulstart nach den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen: Gehen die Jungen und Mädchen gern wieder zur Schule? „Sie freuen sich vor allem, ihre Mitschüler und auch die Lehrer wiederzusehen“, sagt Yvonne Stegmann, Schulreferentin im Kirchenkreis Düsseldorf.

„Einigen Schülerinnen und Schülern sind die sechs Wochen Ferien zu lang“, erläutert Stegmann. Sie hätten die Ferien lieber anders im Jahr verteilt. Zuhause komme während der Ferienzeit schon einmal Langeweile auf.

Die Schulreferentin kennt eigentlich nur Kinder, die sich auf die Schule freuen. Nur wer noch Nachprüfungen habe, die Klasse oder die Schule wechsle, bange manchmal etwas. Im Vordergrund stehe aber meist das Gefühl, wieder mit den Freundinnen und Freunden zusammen sein zu können.

Dabei hat sich der Lebensraum Schule stark verändert. „Ich bedaure, dass man sich heute so früh entscheiden muss, was gefördert werden soll“, so Stegmann, die nach Studium und Referendariat zunächst als Lehrerin an einer Hauptschule in Wuppertal-Oberbarmen und dann als Dozentin für Religionspädagogik an der Bergischen Universität Wuppertal tätig war.

Mit der Wahl der Schule werde zum Beispiel oft schon entschieden, ob in erster Linie musische oder sportliche Förderung betrieben werde. Die Breite fehle da oft. Stegmann: „Da kann an den Schulen noch nachgebessert werden.“ Außerdem könnten sich die Schulen in der Sekundarstufe stärker für die Angebote anderer öffnen, etwa von Kirchengemeinden und Vereinen.

Beispielhafter Religionsunterricht

In aller Regel vollzieht sich Unterricht noch immer im 45- oder 90-Minuten-Rhythmus. „Leben ist für mich nicht getaktet“, hält die ehemalige Hauptschullehrerin dagegen. Mutige Schulleitungen verfolgten inzwischen ihre eigene Linie und gingen flexibler mit der Zeit um. Ein Kollege habe ihr einmal gesagt, wenn seine Tochter ihn frage, warum die Sonne aufgehe, nehme er auch kein Arbeitsblatt und erarbeite das Thema in 45 Minuten.

Nach Ansicht von Yvonne Stegmann sollten die Fragen der Schülerinnen und Schüler stärker im Unterricht berücksichtigt werden. „Der Religionsunterricht ist dabei beispielhaft“, so Stegmann. „Wir fragen, wie Leben gelingen kann.“ Die Religionspädagogik könne daher ruhig selbstbewusster auftreten.

Wichtig ist für Stegmann, dass sich die Kinder und Jugendlichen im Religionsunterricht auch mit anderen Weltanschauungen auseinandersetzen können. In vielen Krisengebieten wie dem Nahen Osten erscheinen Kriege und Konflikte oftmals religiös motiviert. „Das ist ein Grund für religiöse Bildung an den Schulen“, sagt die 37-jährige Pädagogin.

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ekir.de / rtm / Foto: S. Lepke / 20.08.2014



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