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Karikatur: Michael Hüter Fasten und Verzicht können ganz unterschiedlich aussehen. Das zeigt auch diese Karikatur von Michael Hüter.

Aktion "7 Wochen ohne"

Eine Einladung zum „Fasten im Kopf“

„Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen“ lautet das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Doch auch der klassische Verzicht auf Genussmittel ist Thema vieler Fastengruppen. Eine besondere Form des Verzichts ist das "Autofasten".

Fast 3 Millionen Menschen beteiligen sich in jedem Jahr an der Aktion „7 Wochen ohne“ zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag. Der Austausch in Fastengruppen, Passionsandachten und sonntägliche Gottesdienste zum Motto motivieren viele zu einem gewinnbringenden Verzicht.

Das Unverwechselbare eines jeden Menschen entdecken

Für die Initiatoren geht es nicht nur um darum, traditionell einige Genussmittel wegzulassen, sondern um eine Einladung zum „Fasten im Kopf“. Das Unverwechselbare eines jeden Menschen soll entdeckt werden. So heißt es während der Fastenzeit nicht nur: „Du bist schön“. Andere Aussagen in den sieben Wochen sind: „Du bist wunderbar gemacht, ein Talent, nicht, wofür man dich hält, du bist fair, klein, aber wichtig und du bist Gottes Ebenbild.“

Gruppen, die sich an „7 Wochen ohne“ orientieren, gibt es auch in vielen Gemeinden des Rheinlandes. Auf der Website der Aktion haben sich zum Beispiel Initiativen aus Essen und dem Saarland eingetragen. Die Evangelische Kirchengemeinde Bischmisheim in Saarbrücken verbindet ihr Angebot mit dem klassischen Thema „Loslassen“. Ab Aschermittwoch trifft man sich einmal in der Woche im Gemeindehaus. „An Palmsonntag ist es uns dann eine große Freude den Fastentreffen-Abschlussgottesdienst zusammen mit Pfarrer Horst Gaevert zu gestalten“, erklärt der Leiter des Fastenkreises, Michael Diener.

Düsseldorfer Gemeinde verzichtet auf Kirchenbänke

„Wer fastet, hat die Chance, sich selbst zu überraschen“, sagt Pfarrerin Sabine Reinhold von der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde in Düsseldorf. „Fällt es mir leicht, auf Schokolade zu verzichten? Ist mein Leben anders, wenn ich keinen Rotwein trinke? Was entdecke ich, wenn ich jeden Tag einen Psalm lese?“ An den Freitagnachmittagen werden die Erlebnisse geteilt und anschließend gibt es eine kurze Andacht.

Die Christus-Kirchengemeinde hat sich zudem für die Fastenzeit eine besondere Aktion ausgedacht: Unter dem Motto "7 Wochen ohne Kirchenbänke!" räumt die Gemeinde die Bänke aus der Kirche. Den Besuchern solle so in der Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ermöglicht werden, sich die Kirche "auf unterschiedliche Weise neu zu erschließen", sagte Pfarrer Lars Schütt zur Begründung.

Kirchenbänke hätten einen ganz eigenen Charme, doch sie machten auch den Raum eng und legten fest, erklärte der Theologe. Bis Ostern könnten sich die Menschen in dem Gotteshaus nun frei bewegen und neue Perspektiven und Standpunkte einnehmen.

Zu den modernen Formen des Fastens zählt das „Autofasten“. Interessierte sind vom 1. bis 29. März eingeladen, das Auto möglichst oft stehen zu lassen und andere Formen der Mobilität zu nutzen. Die Träger der Aktion sind die Bistümer Trier, Mainz und Fulda, der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, die Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen und Nassau und in der Pfalz sowie die Katholische Kirche im Großherzogtum Luxemburg.

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ekir.de / rtm / epd-west / Karikatur: Michael Hüter / 18.02.2015



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