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Wir wünschen gute Erholung! Screenshot der Facebook-Seite der Gemeinde Derschlag. Wir wünschen gute Erholung! Screenshot der Facebook-Seite der Gemeinde Derschlag.

Facebook & Co. in den Sommerferien

Guckt mal, ich bin weg!

Die Evangelische Kirchengemeinde Derschlag bringt es auf den Punkt. „Es sind Ferien. Gott sei Dank!“, hat die oberbergische Gemeinde im Titelbild ihrer Facebook-Seite auf blauen Himmel geschrieben. Es ist Urlaubszeit – auch in den Netzwerken der Social Media. 

Fotos und Kommentare geben bei Facebook, Twitter und Co. das Aufbrechen in andere Gefilde, das Ausruhen von der Arbeit und das Auftanken für anstehende Aufgaben weiter. Ein leerer Akku wird da zum Profilbild und zeigt allen: „Jetzt bin ich urlaubsreif.“

Bei Facebook haben sich rheinische Pfarrer fürs Profilbild den Strohhut aufgesetzt, und Theologinnen wechseln den Blick in den Altarraum mit der Aussicht auf alpine Bergmassive und still ruhende Seen. „Auch der Nachwuchs ist bereit“, kündigt eine Vikarin aus dem Rheinland an und zeigt Babyfüße in winzigen Sandalen.

Es kann also losgehen. Und wohin es führt, das wird mit Freunden und der Öffentlichkeit gerne geteilt. Gipfelkreuze, Wegbeschilderungen, südeuropäische Cafés und Strände in allen Variationen sind häufig gezeigte Motive. Ein rheinischer Kirchenmitarbeiter lichtet beim Frankreich-Urlaub die geöffnete Flasche Chardonnay ab, eine Ehrenamtliche sich selbst in italienischer Dämmerung. „Es ist zu schön, um schlafen zu gehen“, schreibt sie. Dass man sich auch zuhause erholen kann, zeigt ein Mitarbeiter der evangelischen Jugend, der seine hochgelegten Füße vor dem Kölner Dom ins Facebook-Profil nahm.

Chillen am Bootstag

Nicht jeder ist so zeigefreudig wie die Kölner TV-Prominente Carmen Geiss. „Heute ist Bootstag, chillen mit den Kindern und essen am Beach“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite und zeigt entsprechende Bilder. Viele Nutzer nehmen viel mehr die Hinweise der Polizei ernst und geben den Zeitpunkt ihrer Ferienreise nicht preis, um keine Einbrecher anzulocken.

Verwaltungswirt Marcus Wetter von der Abteilung Ökumene im Landeskirchenamt in Düsseldorf hat daher die Fotos seines Wohnmobils vor französischer Küste erst nach der Rückkehr bei Facebook gepostet. „Außerdem können meine Bilder nur die von mir bestätigten Freunde im Netzwerk sehen“, erklärt er. Immerhin sind das mehr als 400, die sich über den verspäteten Gruß freuen. „Bilder von Kindern zeige ich bei Facebook nie“, betont Marcus Wetter.

Weniger zurückhaltend sind dagegen die Mitarbeitenden der Marketing- und Werbebranche. Minutiös lassen sie alle an ihren Reisen teilhaben, zeigen ihre Kinder am Pool, ihre Mahlzeiten am Buffet und sich selbst in Badehose. Und müssen sich dann mitunter einschlägige Kommentare wie „Zieh doch mal den Bauch ein!“ gefallen lassen.

Andere Perspektive

Wer solche persönliche Anspielungen vermeiden will, dokumentiert seinen Urlaub aus anderen Perspektiven: Eine rheinische Küsterin bildet beispielsweise bei Facebook die Kirchen ab, die sie in Süddeutschland besucht. Eine andere Userin zeigt mit Pelikan am Meer und Eidechse am Fenster die Tiere, die ihr begegnen.

Die Reise der anderen ist Thema auf der Facebook-Seite des Evangelischen Kirchenkreises Kleve: Mit Fotos von Kanufahrten, Gottesdiensten und Chorauftritten wird über den Besuch am Niederrhein einer Jugenddelegation aus der indonesischen Partnerkirche berichtet.

Auszeit von der Auszeit

Viel erleben und Ruhe finden, das sind die Pläne zahlreicher Facebook-Nutzer. Nicht immer werden sie eingehalten. So meldet sich die aus Velbert stammende Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) „trotz urlaubsbedingter Facebook-Auszeit“ zum Thema Betreuungsgeld.

Andere wiederum haben auch bei Facebook nie frei: Der aus Neuss stammende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), wie Griese EKD-Synoden-Mitglied aus dem Rheinland, schreibt unermüdlich über den Umbau von Fernstraßen oder das Krankenhausstrukturgesetz. Ein Superintendent vom Südrhein informiert durchgehend über Kirchenmitgliedschaft und Gottesdienste.

In den Ferien in die Kirche gehen?

Was hat die Kirche eigentlich mit den Ferien zu tun? Soll man ihr Gottesdienst-Angebot für Urlauber nutzen? Darüber wird bei Twitter heftig diskutiert. Die Meinungen reichen von: „Die sollen mich bloß in Ruhe lassen“ bis „Es gibt schlimmere Beschäftigungen, als in den Ferien in der Kirche zu sein.“

Was in der freien Zeit alles machbar ist, zeigt ein weiterer Tweet. Und der klingt ja nach einem guten Plan für die Ferien: „Ich nehme mir irgendwann Urlaub und werde #evangelisch!“

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ekir.de / Sabine Eisenhauer / 27.07.2015



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