Web 2.0

Das Evangelium in den Social Media "ausschreien"

Um es in der Sprache des Reformators Martin Luther zu formulieren: Wie man das Evangelium öffentlich "ausschreien" kann, beschäftigte den ersten Social Media Round Table

"Kommunikation des Evangeliums für die Web-2.0-Generation" lautete das Referat des Theologen Dr. Karsten Kopjar (Marburg). Sein Fazit: Bei Facebook, Twitter, YouTube & Co. kann man sich sehr wohl auf das Evangelium ansprechen lassen. Die User sind "Prosumer" in den Sozialen Netzwerken, die sowohl konsumieren als auch produzieren - Videos hochladen, Fotos verbreiten, Nachrichten posten. Die frohe Botschaft des Evangeliums lässt sich - anders als in den herkömmlichen Massenmedien Zeitung, Radio, Fernsehen - nicht einfach als Botschaft eines Mediums an alle Leser-, Zuhörer- bzw. Zuschauerschaft verbreiten. Nicht “one to many”, sondern “some to some to some”, wie Kopjar erläuterte.

Der Theologe, dessen Vortrag den Titel seiner Dissertation trägt, bezog dieses interaktive Modell auf den Theologen Ernst Lange (http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Lange_(Theologe <http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Lange_%28Theologe>) zurück, der bereits in den sechziger Jahren partizipatorische Modelle der Verkündigung entwickelte. Dabei kann man auch ungewöhnliche Kanäle nutzen. Kopjar erzählte von einem Jugendlichen, der „World of Warcraft“ spielt. Schlimm, schlimm?! Kopjar: „Er sagt, dort kann er auch von Jesus erzählen.“

Akzeptanzprobleme diskutiert

Ja, es gibt Akzeptanzprobleme, zeigte die ausführliche anschließende Diskussionsrunde des Social Media Round Table. „Ich versuche seit zwei Jahren, mit den Konfi-Eltern über Twitter und Facebook zu kommunizieren - vergeblich", erzählte der Meckenheimer Gemeindepfarrer Knut Dahl, der auch zum EKiR-Facebook-Team gehört. „Die Eltern in unseren Schulen sind vehement besorgt, wie die Kinder mit Facebook umgehen“, berichtete Kirchenrat Otmar Scholl von der Abteilung Bildung im Landeskirchenamt, und forderte, medienpädagogisch mit dem Thema Soziale Netze umzugehen, da ihre Nutzung weiter zunehmen werde. Klar wurde: Ohne Beschäftigung mit den Sozialen Netzwerken bleiben sie eine Black Box und bedrohlich. Es braucht Übung, zunächst sogar Einübung, wie Dahl sagt.

„Die offene Diskussion auf unserer EKiR-Facebook-Seite zum Thema Beschneidung zeigt, über Soziale Netze erreichen wir Menschen, die uns sonst nicht wahrnehmen würden. In den Sozialen Nertzwerken lernen wir neu, was es heißt, missionarisch Volkskirche zu sein“, berichtete der Internetbeauftragte Ralf Peter Reimann. Damit nicht jede und jeder diese Erfahrungen selbst neu machen muss, hilft der Austausch im Round-Table-Gespräch, waren sich die fast zwanzig Teilnehmenden einig und wünschten sich eine Fortsetzung.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 24. September 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 24. September 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 24.09.2012



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