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Gottes Humor

Dorothee Sölle (1929-2003) hat einen Platz im Landeskirchenamt gefunden - ein Porträt der Theologin ziert eine Wand im Erdgeschoss. "Es ist Gottes Humor, der ihr diese Anerkennung gewährt", sagte bei der Einweihung Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter. Schließlich war Dorothee Sölle seinerzeit im Landeskirchenamt ungeachtet.

Sölle habe das letzte Jahrhundert geprägt, habe aufgerüttelt, ermutigt und auf den Nenner gebracht, was Menschen bewegte, so Wartenberg-Potter. Sölle, einer der bedeutendsten Theologinnen des 20. Jahrhunderts, habe nach einer Sprache für Gott nach Auschwitz gesucht, habe Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung thematisiert. "Sie war eine Agentin der Gerechtigkeit und Anwältin der Gnade", so Bärbel Wartenberg-Potter, frühere Bischöfin in der damaligen nordelbischen Kirche. Nun sei ihr in Düsseldorf "ein kleines Denkmal" errichtet. Sölles Sohn Martin, ebenfalls zur Einweihung ins Landeskirchenamt gekommen, dankte im Namen der Familie.

Das Sölle-Porträt ist der zweite von zwanzig im Landeskirchenamt geplanten "Kirchenköpfen", wie Vizepräsident Johann Weusmann bei der Einweihung erläuterte. Die Porträts von Joachim Neander und Dorothee Sölle stammen von den Künstlern Olaf Hanweg und Andreas Grimm. Weusmann erinnerte daran, dass die Theologin nicht immer so gewürdigt worden ist wie nötig, "auch nicht in diesem Haus, auch nicht von dieser Kirchenleitung".

Die "Ironie der Geschichte" konkretisierte Archivdirektor Dr. Stefan Flesch. Das Politische Nachtgebet - auch dafür steht der Name Dorothee Sölle - in Köln 1968 sollte zunächst in der katholischen Kirche St. Peter stattfinden, wurde aber vom damaligen Kölner Kardinal Joseph Frings untersagt. Den dann erfolgten Unterschlupf in der evangelischen Antoniterkirche hatte das dortige Presbyterium bewilligt. 

Ablehnung in der Vitrine

2001 sei die Geschichte in einer Ausstellung im katholischen Kölner Maternushaus dann so gespiegelt worden, so Flesch: In einer Vitrine über "ökumenisches Miteinander" seien zwei Schriftstücke präsentiert worden: ein Schreiben des damaligen Präses Joachim Beckmann, der seinen Amtsbruder Kardinal Frings wissen ließ, dass die Zuständigkeit in Fragen der Bereitstellung eines gottesdienstlichen Raums in der evangelischen Kirche "leider" bei den Presbyterien liege.

Die umgehende Antwort des Kardinals lautete, er stelle "mit Freude" fest, dass ihrer beider Ansichten "parallel" seien. Flesch, der Wert auf die sehr wohl bleibenden Verdienste von Präses Beckmann legt: "Wie gesagt, die Vitrine thematisierte das ökumenische Miteinander."

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