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Präses Manfred Rekowski, Bischof Franz-Josef Overbeck und NRW-Minister Guntram Schneider in der Diskussion Präses Manfred Rekowski, Bischof Franz-Josef Overbeck und NRW-Minister Guntram Schneider (von links) diskutieren über die wachsende Zahl älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Sozialethisches Kolloquium

Arbeit in einer alternden Gesellschaft

Menschen werden in einer immer älter werdenden Gesellschaft länger arbeiten. Manche, weil sie es müssen, andere, weil sie es wollen. Doch wie sieht altersgerechte Erwerbsarbeit aus? Sind Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kirchen darauf vorbereitet?

Diese Fragen beschäftigte das Sozialethische Kolloquium 2014, zu dem der Studienkreis Kirche/Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf eingeladen hatte. So diskutierten Vertreter der Kirchen, der Politik und der Wirtschaft in einer Podiumsrunde über die „Arbeitswelt in einer alternden Gesellschaft“. 

Einig waren sie sich darin, dass der Wechsel in den Ruhestand künftig offener gestaltet werden müsse. „Die Flexibilität des Eintrittsalters in die Rente ist zu stärken“, sagte der Bischof des Bistums Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck. 

Auch Kirche habe sich als Arbeitgeberin dieser Problematik zu stellen, sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski. Er bezog das auch auf Fragen ehrenamtlicher Tätigkeit und spielte dabei auf die Altersgrenze von 75 Jahren etwa bei Presbyterinnen und Presbytern an. Sie sei „nicht mehr der Weisheit letzter Schluss“, erklärte Rekowski. 

Eine Kultur des Wechsels wird gebraucht

Und wenn jemand nicht mehr in der Lage sei, ein Amt auszuüben? Diese Frage sei nicht mit einer festen Stichtagregelung, sondern eher mit einer Kultur des Wechsels zu beantworten. „Was für einen 36-Jährigen gilt, der den Aufgaben eines Leitungsgremiums nicht mehr gewachsen ist, gilt genauso auch für einen 78-Jährigen“, sagte Rekowski. 

Auf positive Beispiele aus der Wirtschaft verwies Dietmar Meder, Vorsitzender des Bildungswerks der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft und früher in Leitungsposition in der Automobilbranche tätig. So gebe es längst Regelungen zu Langzeitkonten und Altersteilzeitmodelle sowie Betriebsvereinbarungen zur Pflege in Familien. 

„Auch Ingenieure mit 50 gelten schon als alt“

Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Guntram Schneider wiederum wies darauf hin, dass ältere Menschen im Arbeitsleben immer noch nicht ausreichend gewürdigt würden. Die Appelle seien nur teilweise in der betrieblichen Realität angekommen. „Auch Ingenieure mit 50 gelten schon als alt“, sagte Schneider. Es werde erst etwas geschehen, wenn der Arbeitskräftemangel noch drastischere Konsequenzen zeige. Die Arbeitswelt müsse zudem altersgerecht gestaltet werden. 

Kritisch sah die Runde auf die wachsende Zahl älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es sei zu unterscheiden, ob jemand auch im Alter noch arbeite, weil die Rente nicht reiche, oder weil es der Selbstverwirklichung diene. Die Runde wies dabei auf den fatalen Zusammenhang von defizitärer Erwerbsbiografie, niedriger Rente und schlechten Bildungschancen hin. „Bildungsarmut am Beginn des Lebens führt fast zwangsläufig zur Altersarmut“, sagte Präses Rekowski. 

Die sozialethischen Kolloquien werden regelmäßig vom Studienkreis Kirche/Wirtschaft NRW ausgerichtet. Der Studienkreis wird getragen von Mitgliedern der katholischen Bistümer sowie der evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen, dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft und der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 4. April 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 14. April 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / wb, Foto Sergej Lepke / 04.04.2014



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