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Erfolgsgeschichte SprInt: Dr. Johannes Vesper (Aufsichtsrat, v.l.), Präses Manfred Rekowski, Achim Pohlmann (Vorstand), Dr. Jochen Denker (Aufsichtsrat) und Detlev Becker (Vorstand). Erfolgsgeschichte SprInt: Dr. Johannes Vesper (Aufsichtsrat, v.l.), Präses Manfred Rekowski, Achim Pohlmann (Vorstand), Dr. Jochen Denker (Aufsichtsrat) und Detlev Becker (Vorstand).

Sommerbesuch bei SprInt in Wuppertal

Wie wir es schaffen

Zu Besuch bei Genossen – im wörtlichen Sinn: Sein erster Sommerbesuch führte den Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, zur „SprInt gemeinnützige eGenossenschaft“ in Wuppertal. SprInt steht für Sprach- und Integrationsmittlung. 

Rekowski, selbst Mitglied der Genossenschaft, dankte für die Einblicke in die Wirklichkeit funktionierender Integration. „Mich interessiert an dem Satz ‚Wir schaffen das‘ vor allem das ‚Wie‘. Und hier in diesem Projekt freut mich, dass es gelingt, Zukunfts- und Berufsperspektiven zu ermöglichen und dabei auch das Beste für das Gemeinwesen zu suchen“, erklärte der Präses. Die Stadt Wuppertal habe solche Projekte, die vielen nutzen, nötig. Deshalb habe die SprInt-Genossenschaft seinen Respekt und seine Unterstützung. „Denn hier gelingt Verstetigung, und Integration wird greifbar.“

Die Genossenschaft führt seit März 2016 die ehemals bei der Diakonie Wuppertal beheimatete Sprach- und Integrationsmittlung weiter. Die Diakonie Wuppertal hat tatkräftig mitgewirkt, um SprInt vom Projektstatus zu einer eigenständigen Betriebsorganisation zu entwickeln. Namhafte Unterstützerinnen und Unterstützer von SprInt sind der Genossenschaft bereits mit ihrer Gründung beigetreten. Die bekannteste ist die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth.

Achim Pohlmann, zusammen mit Detlev Becker geschäftsführender Vorstand von SprInt, erläutert: „Seit März hat die Genossenschaft bereits 15 Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler am Standort Wuppertal sozialversicherungspflichtig eingestellt, Rahmenverträge über die Nutzung der Dienstleistung mit dem Ressort Zuwanderung und Integration, dem Jugendamt der Stadt Wuppertal und dem Jobcenter Wuppertal abgeschlossen.“

Flächendeckendes Angebot geplant

Er dankte dem Präses für alle Unterstützung, nicht zuletzt für 25.000 Euro Zuwendung aus dem Fonds zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Mit Ihrer Hilfe haben wir den Weg in die Genossenschaft begonnen, und wir werden weiterhin daran arbeiten, dass SprInt als qualitativer Standard für die Verständigung zwischen Fachkräften und zugewanderten Menschen in Deutschland flächendeckend zur Verfügung stehen wird.“

Die Zahl der Menschen mit Migrationsvorgeschichte - Flüchtlinge, Asylbewerber, zugewanderte Fachkräfte - steigt. Sollen alle Menschen den gleichen Zugang zu medizinischen Leistungen, Arbeit und Bildung sowie Sozialversorgung erhalten, egal aus welcher Kultur sie kommen oder welche Sprache sie sprechen, darf das nicht an sprachlichen Barrieren und kulturellen Unterschiede scheitern.

Partizipation sicherstellen

Pohlmann: „Aber die meisten Fachkräfte aus dem Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich sind auf die Besonderheiten in der Kommunikation mit Neuzuwanderern nicht vorbereitet, obwohl eine angemessene Kommunikation in der Herkunftssprache Voraussetzung in der Arbeit mit dieser Gruppe ist.“

Sich verständigen bei Kontakten mit Verwaltungsstellen, Gesundheitsangeboten, Bildungsangeboten und am Arbeitsplatz: „Genau hier wollen wir mit unserem Angebot ansetzen: Für eine notwendige Partizipation von Menschen in die Einwanderungsgesellschaft soll das Instrument Sprach- und Integrationsmittlung weiter entwickelt und praxisgerecht eingesetzt werden“, erklärt Mit-Vorstand Detlev Becker.

Mehr als verlässliches Dolmetschen

Einer der ausgebildeten Sprach- und Integrationsmittler ist Jan Olshanskiy. Seine Erfahrung: „Bei folgenschweren Entscheidungen muss ein Mittler nicht nur verlässlich dolmetschen. Oft muss er relevante kulturelle Zusammenhänge erklären, Vorurteile und Misstrauen ausräumen, um eine reibungslose Kommunikation zwischen der Sachbearbeitung und dem Ratsuchenden mit Migrationsvorgeschichte möglich zu machen.“ Kliniken, Schulen, Ämtern. „Wir SprInter sind speziell für diese Bereiche ausgebildet. Wir schaffen Verständigung.“ 

Seit dem Start als Genossenschaft im März sind bei SprInt 22 Sprachmittler an Deck. Derzeit umfasst das Angebot 13 Sprachen. Dieser Tage erhielt SprInt eine Förderzusicherung vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über 500.000 Euro. Damit soll der bundesweit flächendeckende Aufbau der Dienstleistung unterstützt werden.

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ekir.de / wj, epd, neu / 16.08.2016



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