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Foto: Vicki Francis/UK Department for International Development / Flickr.com Das Titelbild der Südwind-Studie zeigt Mädchen einer Schulklasse in Khyber Pakhtunkhwa in Pakistan.

Südwind-Studie

Führt „Best-in-Class“ zur Achtung der Menschenrechte?

Lässt sich in einzelnen Wirtschaftsbranchen ein Wettbewerb initiieren, der zu mehr sozialer und ökologischer Verantwortung führt? Das Südwind-Institut hat am Mittwoch in Bonn eine kritische Studie zu Nachhaltigkeitsranglisten vorgelegt. 

Die Studie trägt den Titel „Klassenziel erreicht? - Der Beitrag von „Best-in-Class“- Ratings zur Einhaltung von Menschenrechten im Verantwortungsbereich von Unternehmen“. Nach Angaben von Südwind investieren seit mehr als 15 Jahren nachhaltige Anlegerinnen und Anleger ihr Geld in Unternehmen, die unter sozialen und ökologischen Aspekten besser abschneiden als die Konkurrenten in ihrer Branche, auch „Best-in-Class“-Ansatz genannt. Für diesen Ansatz ermitteln Agenturen Nachhaltigkeitsranglisten mit ökologischen und sozialen Leistungen von Unternehmen.

Dadurch entstehe nach Darstellung der Agenturen ein Wettbewerb, der dazu führe, dass die Branche insgesamt nachhaltiger wirtschafte, erläutert das Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene mit Sitz in Siegburg. Nachhaltige Investoren könnten deshalb auch ruhigen Gewissens in Branchen wie den Bergbau oder den Textilsektor investieren, obwohl es dort regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen komme.

Interviews mit 22 europäischen Unternehmen aus den Branchen Textil, Bergbau, Einzelhandel und Nahrungsmittel haben aber laut Institut diese Sicht der Dinge nicht bestätigt. Nur zwei Unternehmen nannten Veränderungen, die sie aufgrund der Ratings vorgenommen haben. „Für viele Befragte waren andere Anspruchsgruppen wichtiger als die auf den Finanzmärkten immer noch kleine Gruppe von nachhaltigen Investoren“, folgert Südwind.

Trotz großer Mängel Wirkungen im Finanzmarkt

Mit kritischem Blick verfolgen auch andere die Unternehmensranglisten. „Nichtregierungsorganisationen haben die Erfahrung gemacht, dass Nachhaltigkeitsratings nicht sonderlich aussagekräftig sind“, betont die Autorin der Studie, Antje Schneeweiß. Der Ergebnisse der Ratings deckten sich nicht mit der Realität von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, die Unternehmen zu verantworten hätten.

Wertvoll sei aber, so das Fazit der Studie, dass Nachhaltigkeitsratings soziale und ökologische Themen in den Finanzmarkt hineintrügen und auch Unternehmen ansprechen, die nicht im Fokus von Nichtregierungsorganisationen stünden. Außerdem wirkten die Ratings über Jahre hinaus kontinuierlich auf Unternehmen ein. Um die Wirkung von Nachhaltigkeitsratings zu verstärken, empfiehlt die Studie eine bessere Zusammenarbeit der Agenturen mit Gruppen, die einen größeren Einfluss auf die Unternehmen haben.

Die Studie förderten unter anderem die Evangelische Kirche im Rheinland und der Evangelische Kirchenverband Köln und Region. Sie kann auf der Website des Südwind-Instituts in gedruckter Form bestellt und als PDF heruntergeladen werden.

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 5. Februar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Sonntag, 9. Februar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Foto: Vicki Francis/UK Department for International Development / Flickr.com / 06.02.2014



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