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Der Taufstein wird in Hamborn abgeholt. Der Taufstein wird in Hamborn abgeholt und zur Restauration gebracht.

Historischer Taufstein

Ein Schatz kehrt zurück

Nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten bekommt ein mittelalterlicher Taufstein wieder einen Platz in der Dorfkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Hiesfeld (Kirchenkreis Dinslaken). Im Gottesdienst am 6. April wird das restaurierte Becken enthüllt.

Zuvor hatte der Taufstein eine lange Zeit in der katholischen Abteikirche in Hamborn gestanden. Dorthin gelangte er im Jahr 1836 durch die Initiative des katholischen Pfarrers Werner Dahlmann. Bei einem Besuch bei seinem evangelischen Amtskollegen Pfarrer Hausemann in Hiesfeld entdeckte Dahlmann Bruchstücke des Sandstein-Taufbeckens auf dem Kirchhof. Es sollte dort als Wasserkübel für den Blumengarten genutzt werden.

Der katholische Pfarrer war trotz aller Schäden beeindruckt von den prächtigen Reliefs des 1,17 Meter hohen Steins und erahnte wohl seinen historischen Wert. Das eingeschlagene Doppelwappen des kleve-märkischen Herzoghauses lassen darauf schließen, dass das Becken zwischen 1368 und 1521 entstanden ist.

So kaufte Werner Dahlmann der Hiesfelder Gemeinde den Taufstein aus eigener Tasche für 12 Taler ab, ließ ihn bei einem Kölner Bildhauer restaurieren und dann in der Hamborner Abteikirche aufstellen. Dort wurde er bis zum Jahr 1939 genutzt, danach wurde er an verschiedenen Orten gelagert.

Die Reliefs lassen auf die mittelalterliche Herkunft schließen. Die Reliefs lassen auf die mittelalterliche Herkunft schließen.

Dass der Taufstein jetzt überhaupt wieder in die Hiesfelder Dorfkirche zurückkehrt, hat die Kirchengemeinde dem Verlagsmanager Dr. Ingo Tenberg zu verdanken. Vor einiger Zeit wurde er bei Recherchen über seinen Heimatort Hiesfeld auf die Existenz und Geschichte des Taufsteins aufmerksam. Der Rat der Förderstiftung der Evangelische Dorfkirche Hiesfeld erfuhr von Tenbergs Recherchen und erwirkte die Rückkehr des Taufsteins – als Dauerleihgabe. Darauf haben sich die katholische und die evangelische Gemeinde geeinigt.

Zum einen lässt sich der Wert des Taufbeckens nicht genau beziffern, zum anderen wird er von Experten relativ hoch eingeschätzt. „Würde es heute noch einmal so hergestellt, würde das etwa 30.000 Euro kosten“, vermutet Erich Schult, Vorsitzender der Förderstiftung. Damit wären jedoch nur die Material- und Arbeitskosten erfasst und nicht die historische Bedeutung. „Es gibt auch einen hohen ideellen Wert“, erklärt der Duisburger Steinmetz Arnd Sondermann, der den Taufstein restauriert hat. „Den würden wir mindestens im sechsstelligen Bereich sehen.“

Im Anschluss an den Gottesdienst am 6. April werden Dr. Ingo Tenberg, Arnd Sondermann und Erich Schult von der bewegten Geschichte des Taufsteins erzählen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 3. April 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 4. April 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Alexandra Stoffel / 03.04.2014



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