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Tragen helfen:  Mit dieser Tasche wirbt die Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen für ihren Dienst. Tragen helfen: Mit dieser Tasche wirbt die Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen für ihren Dienst.

Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen

Niedrigschwelliges Angebot - sehr gut angenommen

Seit 40 Jahren gibt es jetzt die Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen, gegründet als Gemeinschaftswerk der evangelischen und katholischen Kirchen der drei beteiligten Städte.

Heute ermöglichen 120 Ehrenamtliche, begleitet von zwei Fachkräften, einer Sekretariatskraft und acht nebenamtlichen Leiterinnen und Leitern von Supervisionsgruppen, den 24-Stunden-Dienst. Die Zahl  der Anrufe beläuft sich auf 20.000 im Jahr. Olaf Meier, Leiter der Telefonseelsorge: „Wir haben hier ein niederschwelliges Angebot geschaffen, das sehr gut angenommen wird.”

Die Nöte, die Sorgen, die Existenzängste lassen viele Menschen zum Hörer greifen, um die Gratis-Nummer 0800-1110111 bzw. 1110222 zu wählen. Anruferin bzw. Anrufer sowie Seelsorgerin oder Seelsorger bleiben anonym. Die Erfahrung der Telefonseelsorge: Gespräche kommen so leichter zum Kern, zu Fragen um Einsamkeit, Beziehungen, Krankheit wie auch zum Lebenssinn.

Dreimal im Monat leisten die Ehrenamtlichen einen vierstündigen Telefondienst, einmal im Monat nehmen sie an einer Supervisionsgruppe teil. Schwerpunkthemen eintägiger und mehrtägiger Fortbildungen waren zuletzt zum Beispiel „Umgang mit Aggression am Telefon“, „Spuren der Herkunftsfamilie“ oder „Begegnung mit psychisch hochsensiblen Anrufenden“. Olaf Meier zufolge bringen die Mitarbeitende Lebenserfahrung und Einfühlungsgabe mit, sie sind interessiert am Schicksaal anderer.

Mit der "Krisenbegleitung" ein zusätzliches Angebot geschaffen

Jeden zweiten Tag erhält die Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen Anrufe zum Thema Suizidalität. Mit der "Krisenbegleitung" gibt es deshalb seit 1986 ein besonderes Gesprächsangebot für Menschen in Lebenskrisen. Sie entstand aus der Erkenntnis heraus, dass es für suizidgefährdete Menschen kaum Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten gab, in denen sie ihre Probleme äußern und mit einem Menschen an ihrer Seite nach neuen Perspektiven für ihre Zukunft suchen konnten.

Die Telefonseelsorge, die sonst anonym arbeitet, ist also hier Trägerin für ein direktes Gesprächs- und Begleitangebot in Lebenskrisen. Von den rund 100 bis 130 Menschen, die jährlich in Kontakt mit der Krisenbegleitung kommen, braucht rund die Hälfte eine Begleitung. Scheinbar unlösbare Schwierigkeiten wie Beziehungsprobleme, schlechte soziale Lage, Einsamkeit oder Isolation verdichteten sich zu suizidalen Gedanken.

In Erstgesprächen wird geklärt, ob die Krisenbegleitung sinnvoll oder ob an andere Einrichtungen zu verweisen ist. Wird die Krisenbegleitung gewählt, begleiten noch einmal besonders ausgebildete Telefonseelsorgerinnen und -seelsorger für eine begrenzte Zeit den Betroffenen oder die Betroffene.

Die Leiterin der Krisenbegleitung, Rosemarie Schettler, sagt, dass Krisensituationen entstehen, sei nicht zu verhindern. Doch die damit verbundene Isolation und Zuspitzung könne durch die Krisenbegleitung immer wieder verhindert oder abgeflacht werden.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 25. August 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 25. August 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rs/ala / 26.08.2014



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