Toleranz? Weit gefehlt, im Jahr 1619 liefern sich Luther (v.l.), Papst und Calvin einen 'Geistlichen Raufhandel' (Auschnitt). Bild-LupeToleranz? Weit gefehlt, im Jahr 1619 liefern sich aus zeitgenössischer Sicht Luther (v.l.), Papst und Calvin einen "Geistlichen Raufhandel" (Auschnitt).

Reformation und Toleranz

Ein anachronistisches Begriffspaar

Auf „Reformation und Toleranz – ein spannungsreiches Verhältnis“ schaut der Ausschuss für rheinische Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR).

Diesen Titel trägt die Tagung, zu der der Ausschuss für den 26. und 27. September auf die Ebernburg einlädt. „Reformation und Toleranz“ ist das Thema des Jahres 2013 im Rahmen der Reformationsdekade der EKD vor dem 500. Reformationsjubiläum 2017. „Reformation und Toleranz – das ist eigentlich ein anachronistisches Begriffspaar, denn während die Reformation ja im 16. Jahrhundert stattfand, verbindet man mit dem Toleranzgedanken das Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert“, sagt Professor Dr. Thomas Martin Schneider (Koblenz), der Vorsitzende des Ausschusses für rheinische Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte.

Prof. Schneider nennt die Fragen, denen die Tagung nachgeht: „Gibt es gleichwohl, wie immer wieder angenommen worden ist, eine Verbindungslinie zwischen Reformation und Toleranz? Hat die Reformation der Toleranz also den Weg bereitet und – wenn ja – inwiefern? Oder hat sie im Gegenteil Entwicklungen in Richtung Toleranz sogar eher behindert? Oder muss das Verhältnis zwischen Reformation und Toleranz womöglich noch ganz anders beschrieben werden?“

Vier Programmteile

Das Programm gliedert sich in vier Schritte. „Freiheit nach reformatorischem Verständnis“ lautet die Überschrift des ersten Teils. Beleuchtet wird das Thema Freiheit zum einen bei Martin Luther, zum andern in der reformierten Tradition.

Der zweite Teil heißt „Protestantismus und Intoleranz“. Reformation und Judentum sowie Reformation und Islam sind zwei Referatsthemen, das dritte lautet „Kommunikationskontrolle und Toleranz. Die reichsrechtlichen Grundlagen und Intentionen der Bücherzensur in evangelischen Territorien (16./17. Jahrhundert)“.

„Grenzen der Toleranz“ ist der dritte Tagungsteil überschrieben, thematisiert wird „Toleranz und Indifferentismus“. Im vierten und letzten Abschnitt geht es um Toleranz und Ökumene.

Für Interessierte gibt es noch freie Plätze bei der Tagung. Anmeldungen erbeten beim Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Marlis Stempel, eMail marlis.stempel@ekir-lka.de, Telefon 0211 / 45 62 - 268, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 26. August 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 28. August 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu; Abbildung Geistlicher Raufhandel: Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt / 28.08.2013



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