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Wuppertal

Trauerfeier für Gewaltopfer in diakonischem Wohnheim

Mit einer Trauerfeier in der Wuppertaler Thomaskirche hat am Freitag die Bergische Diakonie Aprath Abschied von den drei getöteten Bewohnern eines Sozialtherapeutischen Wohnheims genommen. "Wir trauern, wir ringen um Fassung, wir verstehen vieles nicht", sagte der Theologische Vorstand der Diakonie, Pfarrer Jörg Hohlweger.

Gleichwohl schöpfe man durch die Nähe Gottes "Kraft zum Weitergehen und zum Weiterleben". Die drei Männer im Alter von 38, 52 und 63 Jahren waren am 24. Mai Opfer einer Gewalttat geworden. Sie sollen von einem 42-jährigen psychisch kranken Mitbewohner erstochen worden sein, der noch im Wohnheim festgenommen wurde und mittlerweile in einer psychiatrischen Klinik sitzt.

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei ist der Mann psychisch krank. Die Ermittlungsbehörden gehen von einer verminderten "Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten" aus. Die Ermittlungen zu der Tat und den Hintergründen dauern an. Der Vorwurf lautet auf Totschlag in drei Fällen.

Die Tat sei nicht abzusehen gewesen, erklärte Hohlweger. "Nach unserem bisherigen Wissen und mit einer fachlichen Beurteilung war diese Eskalation so nicht vorauszusehen. Denn dann hätten wir sie verhindert", erklärte der Theologische Vorstand. Die Ermittlungen der Polizei zu dem Vorfall seien aber noch nicht abgeschlossen. "Weitere Einsichten und Erkenntnisse" seien zu erwarten.

In dem Wohnheim in Wuppertal leben Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und Behinderungen sowie Suchtkranke. Die Einrichtung bietet laut Diakonie "geschützte Lebensräume", sei aber "keine Klinik". Die Bewohner werden rund um die Uhr von Mitarbeitern der Diakonie betreut.
 

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epd / 02.06.2017



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